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Bestattungen wie im Friedwald

Annette Herold / 29.07.2011, 06:53 Uhr
Frankfurt (In House) In Frankfurt und Kliestow sind sie schon möglich, nun wird auch in Lossow nach einer anderen Form von Urnenbeisetzungen gesucht. Der Beigeordnete Markus Derling (CDU) hat Ortsvorsteher Uwe Korsing jetzt bei einer Ortsumgehung Unterstützung für dieses Vorhaben zugesagt.

Es sei zwar nicht möglich, die Begräbnisstätte Friedwald wie aus dem Dorf vorgeschlagen zu nennen, weil dieser Begriff geschützt sei, heißt es von der Stadt. Eine Lösung solle dennoch gefunden werden. Die Lossower haben vorgeschlagen, den alten, seit Jahrzehnten nicht mehr für Beerdigungen genutzten Teil des Friedhofs dafür herzurichten. Bedenken gibt es jedoch: Aus der Friedhofsverwaltung heißt es, dass die Beisetzung in Friedwald-ähnlichen Anlagen vergleichsweise teuer sei – und dass auch immer jemand bereit sein müsse, dafür tiefer in die Tasche zu greifen. Noch ein Punkt, der den Mitarbeitern in der Behörde die Sorgesfalten auf die Stirn treibt: In den meisten Ortsteilen ist die Zahl der Beisetzungen gering, so dass völlig unklar sei, wie lange es dauere, bis so eine Anlage komplett belegt sei. Die Frage sei auch, wer für die Pflege der Flächen aufkomme. Der Teil des Lossower Friedhofs, auf dem die Fläche angelegt werden könnte, wird derzeit nicht weiter gepflegt. Zu bedenken wird außerdem gegeben, dass auf den Dörfern nach wie vor die überwiegende Zahl der Begräbnisse Erdbestattungen seien.

Ortsbürgermeister Korsing findet es dennoch wichtig, dass auf Wünsche der Lossower reagiert wird. Mancher habe kaum noch Verwandte in der Nähe, die sich nach seinem Tod um die Grabpflege kümmern könnten. Eine Beisetzung an den Orten, in denen Angehörige leben, komme für viele aus Verbundenheit zu ihrem Dorf nicht in Frage, berichtet er. Bislang lassen sich Lossower, die namenlos beerdigt werden möchten, vor allem auf dem anonymen Urnengräberfeld des Frankfurter Hauptfriedhofs beisetzen. Dort gibt es auch die Möglichkeit eines Urnenbegräbnisses in einer Gemeinschaftsanlage, an der die Namen der Toten dennoch vermerkt sind. Eine parkähnliche Fläche für Beisetzungen auf dem Hauptfriedhof wird bislang kaum genutzt. In Friedwäldern ist es es so, dass die Urne an einem Baum beigeisetzt wird, an dem der Name des Verstorbenen vermerkt ist. In der näheren Umgebung gibt es einen solchen Friedwald in Fürstenwalde. Die dort üblichen Baumbestattungen sind seit den 1990er-Jahren in immer mehr deutschen Bundesländern gestattet.

In der Verwaltung wird nun eine Stellungnahme zu dem Lossower Wunsch erarbeitet. Wie es heißt, soll sie in den nächsten Tagen vorgelegt werden.

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