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Gute Wahl für Tüftler

Blick in eine andere Welt: Lisa Wolff testet die Virtual-Reality-Brille, von Vermessungs-Assessor Torsten Genz.
Blick in eine andere Welt: Lisa Wolff testet die Virtual-Reality-Brille, von Vermessungs-Assessor Torsten Genz. © Foto: Wieland Sommer/Brandenburgische Ingenieurskammer
Sonja Jenning / 29.09.2015, 19:33 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Mit ihrer Nachwuchskampagne "Ingenieure treffen Schule" war die Brandenburgische Ingenieurkammer am Dienstag am Fürstenwalder Standort des Oberstufenzentrums Oder-Spree zu Gast. Etwa 100 Schüler nahmen an der Veranstaltung teil, um sich über den Beruf zu informieren.

"Machen Sie es nicht wie die VW-Ingenieure, die das Leben mit einem Computerspiel verwechselt haben, in dem es darum geht, immer bessere Tricks zu erfinden", gibt Ulrich Schwarz, Dekan an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) in Eberswalde den Schülern am Ende seiner Schnupper-Vorlesung in der Aula des Oberstufenzentrums Palmnicken noch mit auf den Weg. Statt dessen empfiehlt er den Beruf all denjenigen, die sich für Technik begeistern, die gern tüfteln und den Dingen auf den Grund gehen. "Holz, Chemie, Elektro- und Verfahrenstechnik - das alles sind Themen für Ingenieure. Wenn Sie sich dafür interessieren, werden Sie in den Ingenieurwissenschaften eine verantwortungsvolle Tätigkeit für sich finden", macht Schwarz Werbung für seinen Berufsstand.

Dass diese Werbung notwendig ist, hat die Brandenburgische Ingenieurkammer (BBIK) bereits vor sieben Jahren festgestellt. "Ausgehend von der Alterssituation und der jährlich wachsenden Zahl offener Ingenieurstellen ist uns klar geworden, dass Nachwuchsgewinnung schon in der ersten Berufsfindungsphase beginnen muss", sagt Matthias Krebs, der Präsident der BBIK. Seitdem werden regelmäßig Veranstaltungen organisiert, die zum Ziel haben, bei künftigen Abiturienten durch lebendige Informationen von Fachleuten das Interesse für dieses Berufsbild zu wecken und die Vielzahl der Möglichkeiten, Perspektiven und Entwicklungswege aufzuzeigen.

"Als ich vor der Berufswahl stand, hat mir der Gedanke Angst eingejagt, 45 Jahre lang Routine zu machen", berichtet Thomas Gebbert, seit 1999 selbstständiger Vermessungsingenieur aus Zepernick. Das Ingenieurstudium habe ihm diese Angst genommen. "Es bietet ein Fundament, das zu vielen Tätigkeiten befähigt. Mit Eigeninitiative werden Sie das Gefühl haben, offene Türen einzurennen."

Wie viel Spaß Forschung und Entwicklung machen, können die Schüler bei Torsten Genz, praktisch ausprobieren. VR-Brillen, mit denen man in eine virtuelle Realität eintauchen kann, kennen die meisten aus dem Bereich Computerspiele. Der Vermessungs-Assessor aus Falkensee zeigt, dass man mit ihnen auch Bauvorhaben zum Leben erwecken kann. "Man steht im Innenhof eines Schlosses, sieht Wände, kann durch Gänge gehen. Das Bild bewegt sich, sobald man den Kopf dreht", beschreiben Florian Pohl (23) und Patrick Koch (25) das Erlebnis. Für die beiden jungen Männer, die am OSZ die Fachoberschule besuchen, ist der Ingenieurberuf eine Option geworden. "Das hat Zukunft", sind sie sich nach der Veranstaltung einig.

Für alle, die noch ausprobieren wollen, ob ihnen das Berufsfeld liegt, empfiehlt BBIK-Präsident Krebs den bundesweiten Schülerwettbewerb der Ingenieurkammern. Unter dem Motto "Überdacht" soll eine Dachkonstruktion über die Zuschauertribüne eines Fußballstadions entworfen und als Modell konstruiert werden, die eine Last von 250 Gramm tragen muss. Anmeldeschluss ist der 30. November. Die Arbeiten sollen bis 19. Februar 2016 abgegeben werden. "Bei diesem Wettbewerb gab es in der Vergangenheit immer wieder erstaunliche Ergebnisse. Ich bin gespannt, was Ihnen einfällt", motiviert Krebs die Schüler.

Internet: www.ueberdacht.ingenieure.de

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