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Förstereien beseitigen Gefahrenstellen / Im Friedwald stürzten große Eichen um / Jagden ab Donnerstag

Unwetter-Folgen
Sturmholz wird zu Parkett

Manja Wilde / 16.10.2017, 21:27 Uhr - Aktualisiert 17.10.2017, 11:06
Fürstenwalde (MOZ) Was wird aus den vielen Bäumen, die Sturm Xavier in wenigen Stunden umriss? Allein im Fürstenwalder Stadtwald fielen rund 2000 Festmeter Holz. Auf dem Gebiet der Landeswaldoberförsterei Hangelsberg sind es 5000 bis 10 000 Festmeter. An den 255 Straßenkilometern der Straßenmeisterei Fürstenwalde sind ca.1000 Bäume beschädigt.

Ein Spruch, der an den geliebten Menschen erinnert, und der Name des 2015 Verstorbenen stehen auf einer kleinen Tafel. An einer großen Eiche ließen die Hinterbliebenen die Urne mit der Asche des Toten bestatten. Bis vor wenigen Tagen reckte der Baum im Fürstenwalder Friedwald seine Krone in den Himmel. Nun liegt er am Boden. Sturm Xavier hat ihn gefällt.

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15 bis 20 Bäume, schätzt Stadtforstdirektor Thomas Weber, fegten die Böen im 45 Hektar großen Friedwald um, rund 10 000 Gehölze im gesamten Stadtforst. Alles in allem rechnet Weber mit 2000 Festmetern Holz, die zu Boden gingen. "50 000 bis 60 000 Euro hätte ich einnehmen können, wenn ich alles verkauft hätte", sagt der 56-Jährige. "Wenn ich nun 500 bis 1000 Kubikmeter verkaufe, ist das viel." Oftmals würden Aufwand und Nutzen nicht im Einklang stehen, um Einzelstämme zu bergen. Maximal ein Jahr dürfen Eichen im Wald liegen, damit ihr Holz noch verwertbar sei, bei Kiefern sind es ein, zwei Monate.

Im Friedwald spielen Aufwand und Nutzen eine untergeordnete Rolle. "Die Eichen gehen nach Templin und werden zu Parkettholz", sagt Weber. Lange Stämme für die Möbelindustrie könne man aus diesem Wald nicht holen, da äußerst sensibel gearbeitet werde. "Wir gehen wahrscheinlich mit einer Hubbühne rein, um die angeknickten Stämme abzuschneiden", erklärt er. Die Wurzelteller bleiben liegen. Ist ein Bestattungsbaum gefallen, werde mit den Hinterbliebenen beraten, wie es weitergehe. Die Plakette könne am Stumpf bleiben, es könne aber auch ein junger Baum als Ersatz in der Nähe gepflanzt werden. "Im Wesentlichen haben wir es mit beschädigten Bäumen zu tun", ergänzt Marcus Hoffmann, Revierleiter in der Kleinen Heide, in der der Friedwald liegt. "Man kann die Stämme in fünf, sechs Metern Höhe abschneiden", sagt er, "oder die Abbruchstelle sauber schneiden und versiegeln". Urnen seien durch hochgeklappte Wurzelteller nicht freigelegt worden. "Wir setzen sie zwei, drei Meter vom Stamm entfernt, da ist das Risiko gering", so Hoffmann. Hinterbliebene, deren Baum beschädigt oder umgekippt ist, werden vom Stadtforst benachrichtigt.

Das viele Bruchholz lockt auch Menschen an, die selbst mit der Säge in den Wald gehen wollen, um sich Brennholz zu schneiden. "Bei uns waren es fünf", sagt Weber. Er ist dabei zurückhaltend. "Im Friedwald fällt es aus, an anderer Stelle erlauben wir es nur, wo Bäume am Boden liegen", betont er. Viel zu gefährlich sei die Arbeit für Ungeübte, wo Stämme an anderen lehnen und unter Spannung stehen.

Abgeknickte Kronen und Äste, die noch nicht gefallen sind, stellen auch eine große Gefahr für Pilzsammler dar. "Leute sollten sich am besten noch aus dem Wald fernhalten", sagt Lars Kleinschmidt, Leiter der Landeswaldoberförsterei Hangelsberg. Doch leider gebe es "Massen von Ignoranten". Viele würden sogar mit dem Auto in den Wald fahren. "Auch wenn an Wegen kein Schild steht, ist das ohne Gestattung verboten", betont er.

Kleinschmidt schätzt, dass auf den 16 000 Hektar seiner Landeswaldoberförsterei 5000 bis 10 000 Festmeter Holz beim Sturm gefallen sind. "Wir konzentrieren uns erst mal darauf, Wege freizumachen und Wildzäune zu reparieren", sagt er. Zudem steigen Donnerstag, Freitag und Samstag Jagden beidseits der Landesstraße zwischen Kienbaum und Hangelsberg, weshalb die dortigen Bestände besonders schnell beräumt werden müssen. Wegen der Eile werde nicht alles der üblichen Vermarktung für Bohlen-, Möbel- und Papier-industrie zugeführt, sondern mehr zu Brennholz verarbeitet. "Rund ein Drittel bis die Hälfte der gefallenen Menge werden wir gar nicht vermarkten", ergänzt Kleinschmidt, weil es sich um Einzelbäume im Wald handele.

Auch auf dem Gebiet der Oberförsterei Briesen gibt es große Schäden. "25 000 Festmeter sind es allein im Privatwald, weitere 5000 auf landeseigenen Liegenschaften", sagt Leiterin Hellgard Vöcks. Mit der Vermarktung hat sie aber nichts zu tun.

Anders ist es bei der Straßenmeisterei Fürstenwalde. Rund 1000 Bäume sind an ihren 255 Straßenkilometern gefallen oder beschädigt. Selbst das Astwerk werde gehäckselt und an Heizwerke sowie Biokraftanlagen verkauft, so Leiter Roman Wagner.

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