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Fürstenwalder Awo-Kreisgeschäftsstelle zieht nächste Woche aus / Neubau mit 39 Wohnungen geplant

Altes Armenhaus vor dem Abriss

Manja Wilde / 11.01.2018, 20:37 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Kistenpacken in der alten Awo-Kreisgeschäftsstelle in der Lotichiusstraße: Sie verlässt das marode Haus. "Nächsten Freitag sind wir den letzten Tag da", kündigt Chef Michael Pieper an. Die Geschäftsstelle zieht in die Lindenstraße, Hauskrankenpflege und ambulantes Wohnen in die Saarower Chaussee.

Fünf, sechs Jahre Nutzungsdauer hatte ein Gutachter dem grauen Gebäude, das um 1860 als Armenhaus errichtet und seit 1991 von der Awo genutzt wurde, 2013 noch gegeben. Die sind nun um. Und die Arbeiterwohlfahrt lässt ihren lang gehegten Abriss- und Neubauplänen jetzt sichtbare Zeichen folgen.

Die 13 Mitarbeiter der Geschäftsstelle ziehen nächste Woche auf das Gelände der format gGmbH, einer Tochter der Awo, in der Lindenstraße 46 um. "Ab 22. Januar sind sie dort zu erreichen", verspricht Pieper. Telefonnummern und Mailadressen bleiben gleich. "Wir hatten dort 2017 ein neues Werkstattgebäude eröffnet. Dadurch wurden Räume frei. Die mieten wir nun von format", erklärt er. Die Awo-Geschäftsstelle richtet sich dort dauerhaft ein. Der ursprüngliche Plan, später Räume im Neubau an der Lotichiusstraße zu beziehen, ist vom Tisch. Anders sieht es bei der Hauskrankenpflege und dem ambulanten, betreuten Wohnen aus. Beide Bereiche ziehen während der Bauphase in die Saarower Chaussee 34, kehren dann aber zurück.

Der Neubau soll auf dem 4500 Quadratmeter großen Eckgrundstück emporwachsen, das die Awo 2014 für rund 67 000 Euro von der Stadt Fürstenwalde kaufte. 39 Zweiraumwohnungen, Tagespflege und Sozialstation finden in dem Viergeschosser Platz, der sich halbkreisförmig an der Grundstücksform entlangzieht. Die Wohnungen gibt es in zwei Ausführungen - 45 und 60 Quadratmeter groß. 20 bis 25 Personen hätten bereits unverbindlich ihr Interesse bekundet. "Die Netto-Kaltmiete steht aber noch nicht fest", sagt Pieper. Sie hänge von den Ausschreibungsergebnissen und den Verhandlungen mit den Banken ab.

Für Abriss, Neubau und Vermietung gründen der Awo-Kreisverband Fürstenwalde und der Bezirksverband Brandenburg Ost eine Bauträgergesellschaft. "Wir werden dafür jetzt einen Notartermin machen", sagt Pieper. Er habe die Hoffnung, dass das Gebäude nach Gründung der Gesellschaft in zwei Jahren fertig ist. Nach derzeitigen Schätzungen liegen die Gesamtkosten "im oberen einstelligen Millionenbereich".

Eigentlich sollten Abriss und Neubau längst viel weiter vorangeschritten sein. Doch dann entdeckte man eine Entwässerungsleitung für die Rauener Straße, die das Grundstück quert, nicht im Grundbuch eingetragen war, aber nicht überbaut werden darf. Sie muss verlegt werden. "Die Kosten für Planung und Bau trägt der Landesbetrieb", hatte dessen Sprecherin vor knapp einem Jahr mitgeteilt.

Derzeit bereitet die Stadtverwaltung die Ausschreibung dafür vor. Die Vereinbarung mit dem Landesbetrieb sei abgeschlossen, teilte am Donnerstag die Fürstenwalder Stadtverwaltung mit. Offen sei allerdings noch, ob das alte, dicke Rohr im Boden bleiben kann und nur verpresst werden muss oder ob es entfernt werden muss. Letzteres wäre ein erheblicher Aufwand, da es in mehr als vier Metern Tiefe liegt. Ursprünglich waren die Arbeiten für das Verlegen der Entwässerung schon für die Sommerferien 2017 geplant.

Für weitere Verzögerung sorgte der Wunsch, die Zufahrt des Grundstücks zu verlegen. "Wir hätten dem gern entsprochen", betont Pieper. Die Awo führte Verhandlungen über den Ankauf der benötigten Fläche. Der Besitzer habe aber nicht verkaufen wollen. Beides kostete Zeit. Aber beide Probleme scheinen nun ausgeräumt.

Das Bauvorhaben ist nicht das einzige der Awo: 2018 soll auch der Anbau des Behindertenwohnheims in Berkenbrück saniert werden.

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