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Die SpreeCoyoten der BSG Pneumant Fürstenwalde gehören zu den bundesweit besten Drachenboot-Teams

Sportlerwahl
Acht Medaillen bei der Klub-EM

Sie passen auch alle in ein Boot: Die 2006 gegründeten SpreeCoyoten - hier als bunte Truppe nach dem Wintertraining im Nichtschwimmer-Becken des "Schwapp" in Fürstenwalde - fahren nicht nur bei Wettkämpfen in Deutschland mittlerweile ganz vorn mit
Sie passen auch alle in ein Boot: Die 2006 gegründeten SpreeCoyoten - hier als bunte Truppe nach dem Wintertraining im Nichtschwimmer-Becken des "Schwapp" in Fürstenwalde - fahren nicht nur bei Wettkämpfen in Deutschland mittlerweile ganz vorn mit © Foto: Michel Nowak
Michel Nowak / 29.01.2018, 05:28 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Bis zum 19.Februar können die Leser der Märkischen Oderzeitung für ihre Favoriten bei der Wahl der populärsten Sportler des Jahres 2017 in Oder-Spree abstimmen. Die MOZ stellt alle 36Kandidaten vor. Heute: das Drachenboot-Team der SpreeCoyoten von der BSG Pneumant Fürstenwalde.

Heftig spritzt das Wasser in dem kleinen NichtschwimmerBecken. Das große Drachenboot, festgezurrt mit zwei Seilen, ruckt unter dem Druck der zehn Paddel hin und her. Trainer Andy Jänicke steht daneben und gibt Anweisungen an die schweißgebadeten Athleten. Jetzt, im Winter, bereiten sich die SpreeCoyoten im Fürstenwalder "Schwapp" auf die neue Saison vor. "Wir machen hier das Grundlagentraining, es geht zunächst um Kraft und Ausdauer. Im Februar und März folgen dann eher Schnelligkeit und Spritzigkeit."

Das Jahr 2017 war das erfolgreichste der Team-Geschichte: Allein acht Medaillen holten die SpreeCoyoten bei den KlubEuropameisterschaften im ungarischen Szeged. Dazu kam eine ganze Reihe von Siegen wie etwa bei der Deutschen Langstreckenmeisterschaft in Kassel.

Gegründet im Jahr 2006, fahren die nach dem schnellen Comic-Coyoten aus den LooneyTunes-Filmen benannten Drachenboot-Paddler zunehmend an der Spitze mit. Rund 30 Sportler im Alter zwischen 16 und 60 Jahren gehören derzeit zu den SpreeCoyoten. "Sie kommen aus Fürstenwalde, aber auch aus der weiteren Umgebung", sagt Mit-Gründer Daniel Weber - und zählt Strausberg, Beeskow und sogar Berlin auf. Drei, teilweise vier Mal in der Woche wird an der Form gefeilt und gezielt auf die Wettkämpfe hin trainiert. Saisonstart ist diesmal bei der eigenen Regatta im April in Rüdersdorf.

Im vergangenen Jahr gab es schon früh einen ersten Platz: "In Kassel wussten wir, dass wir um eine Medaille mitfahren können", sagt Weber. Über die 8000-Meter-Strecke gelang den zehn Sportlern plus Steuermann dann sogar der Sieg. "Das Jahr hat damit gut angefangen", erinnert sich Jänicke. Und es sollte für die zur BSG Pneumant Fürstenwalde gehörenden Paddel-Spezialisten noch besser werden. Beim traditionellen Füwa-Race sind sie seit Jahren das stärkste Team, und auch beim Schweriner Drachenbootfestival, dem deutschlandweit größten seiner Art, gelangen wieder Spitzenplatzierungen. "Jedes Mal, wenn wir dort starten, erreichen wir auch das A-Finale", sagt der Trainer, früher Leistungssportler im Rudern und heute Steuermann des Drachenbootes, "das ist deutschlandweit einmalig". Das Mix-Team fuhr über die 1000 Meter den Titel ein. "Damit hat keiner gerechnet", betont Jänicke. Immerhin sei die Drachenboot-Elite der gesamten Bundesrepublik am Start gewesen. Auch bei den deutschen Meisterschaften auf dem Beetzsee bei Brandenburg an der Havel gelangen den Spreestädtern sechs Podiumsplätze, davon zwei Meistertitel.

"Lange galten wir SpreeCoyoten eher als Spezialisten für die Langstrecke", sagt Daniel Weber, "inzwischen haben wir aber bewiesen, dass wir auch die Sprints können." Das traf auch für den absoluten Jahreshöhepunkt, die Klub-Europameisterschaften in Szeged zu. Über die Medaillenplatzierungen bei den deutschen Meisterschaften im Jahr 2016 hatten sich die Fürstenwalder qualifiziert. Mit einem 40-köpfigen Team reisten sie im vergangenen Juli zu ihrer EM-Premiere nach Ungarn. "Die Rennen wurden auf einer Olympia-Regattastrecke ausgetragen, alles war hervorragend organisiert", erzählt Weber. In Zehner- und auch Zwanziger-Booten gingen die SpreeCoyoten insgesamt zwölf Mal an den Start - und holten für sie selbst unglaubliche acht Medaillen, davon fünf silberne. Die Fürstenwalder ärgerten sich sogar noch etwas, weil die Frauen über 2000 Meter den Titel nur um 0,8 Sekunden verpassten. Dafür erreichte das Mix-Team den Silberrang über die 500 Meter einer Zehntel Vorsprung vor den Konkurrenten aus Mülheim an der Ruhr. "Über die 200 Meter hatten sie uns noch geschlagen."

Die SpreeCoyoten sind fraglos in der deutschen Spitze der Drachenbootfahrer angekommen. Das belegen auch ihr Spitzenplatz in der 1. Drachenbootliga - hier werden die Ergebnisse verschiedener Regatten bundesweit zusammengezählt - sowie die Tatsache, dass die Fürstenwalder vom Deutschen Kanuverband beauftragt sind, das deutsche Nationalteam der über 40-Jährigen für die Weltmeisterschaft in Atlanta zu trainieren und einen Großteil der Besatzung zu stellen. Verantwortlicher Übungsleiter ist Andy Jänicke. Zur aktuellen Nationalmannschaft gehören acht Frauen und vier Männer. Wie viele tatsächlich in die USA fliegen, ist allerdings noch unklar. Neben privatem Urlaub kostet der Trip jeden Teilnehmer auch rund 2000 Euro.

Das SpreeCoyoten-Team selbst ist von der Zahl der Mitglieder vergleichsweise gut aufgestellt. "Wir freuen uns aber immer über Verstärkung", sagt Drachenboot-Chef Weber. "Das Schöne bei uns ist ja, dass es weniger auf körperliche Voraussetzungen ankommt als auf den Willen." Binnen eines halben Jahres würden aus den meisten Anfängern gute Paddler.

Die Ziele der Truppe für dieses Jahr sind auch klar: Bei den Wettkämpfen sollen "die Erfolge gehalten und die Qualifikation für die Europameisterschaft 2019 geschafft werden", wie Daniel Weber sagt. Dass dies gelingt, daran gibt es kaum Zweifel: Bei den SpreeCoyoten passt momentan sehr vieles zusammen.

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