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Lilo Wanders trifft den Publikumsgeschmack in Fürstenwalder Kulturfabrik

Kulturfabrik
Lilo Wanders schwimmt gegen den Strom

Macht eine gute Figur: Lilo Wanders begeisterte in der Kulturfabrik Fürstenwalde.
Macht eine gute Figur: Lilo Wanders begeisterte in der Kulturfabrik Fürstenwalde. © Foto: Cornelia Link-Adam
Cornelia Link-Adam / 11.03.2018, 22:27 Uhr
Fürstenwalde Mut zum Alter hat Lilo Wanders am Sonnabend-Abend in der nahezu ausverkauften Kulturfabrik Fürstenwalde bewiesen. Mit ihrem Programm „Endlich 60! – gaga, geil und gierig“ sorgte sie für viele Lacher, aber auch nachdenkliche Minuten.

Wer davon ausging, Travestie-Star Ernst Johann „Ernie“ Reinhardt (62), der die Rolle der Lilo Wanders schon seit 1989 spielt, würde für einen rein frivolen Abend sorgen, wurde schnell eines Besseren belehrt. Im Glitzer-Fummel, reichlich ausgestopft, und mit Rollator kam die Hamburgerin auf die Bühne. Mit 60 fühle sie sich alt, sagt sie. Die Knochen tun weh, die Augen lassen nach. Darauf erst einmal ein Schnaps. „37 Biere decken ja auch den Tagesbedarf an Vitamin C“, kam von Lilo Wanders. Wenig später erinnerte sie – passend mit blonder Perücke – singend an Evelyn Künneke. Einst gefeierter Star, am Ende sogar gute Freundin der Wanders, wie sie berichtete. Da war sie längst erneut umgezogen, dieses Mal trug sie ein bodenlanges rotes Kleid.

Lilo Wanders wie man sie kennt. Sie plaudert aus ihrem Leben, wie sie Pornos synchronisierte, beim Schmidttheater auf der Reeperbahn ihre Lilo-Rolle fand, dass heutzutage die 60 längst nicht die neue 40 sei. Körperlich gehe es bergab, daher halte sie sich ganz bewusst nur noch Affären mit Abstand, sagte die einstige Moderatorin von „Wahre Liebe“.

Gut gebucht sei sie immer noch, fahre per Auto 50 000 Kilometer im Jahr zu Auftritten und kümmere sich nebenbei um ihre betagte Mutter. Die Situation in Pflegeheimen, überhaupt der Umgang mit alten Leuten, mache sie nachdenklich. Das waren die ruhigen Momente der Show. Aber natürlich bediente sie auch, was viele erwarteten: Das Thema Sex. Noch immer sei es das Wichtigste in ihrem Leben. Sie lasse sich nichts vorschreiben, schwimme bewusst gegen den Strom, nebenbei nippt sie immer wieder am Schnaps und berichtet von Freunden, die unglücklich in Beziehungen stecken.

Das ist nicht ihr Ding. Feiern schon eher. „Ich habe schon ganze Weingüter leer gesoffen“, sagt sie. Der Saal tobt. Glück erlebe sie dank ihrer drei Hunde. Zudem habe sie jüngst 18 Kilogramm abgenommen. „Einfach Kuh-Milchprodukte weggelassen“, sagt das Sportmuffel. Da trägt sie im zweiten Teil der Show auch ein tolles bodenlanges blaues Kleid mit Rüschen – „Das habe ich 1994/95 bei den ersten Folgen von ,Wahre Liebe’ schon angehabt. Jetzt passe ich da wenigstens wieder rein.“

So verging die Zeit. Lilo Wanders verabschiedete sich singend, versprach, bald wieder zukommen: „Mein letzter Besuch ist ja schon zweieinhalb Jahre her“. Das Publikum jubelt, spendet viel Applaus und nutzt die Chance auf Plaudereien und Fotos mit Lilo Wanders. „Das war wirklich super“, sagten Claudia und Sigmund Simon aus Steinhöfel. Kufa-Chef Klaus-Peter Oehler strahlte: „Was für ein ganz angenehmer Mensch. Den buchen wir gern noch ein drittes Mal.“ Lilo Wanders strahlte auch. „Ich komme gerne wieder, bastele gerade an einem neuen Programm. Mit mehr Musik.“

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