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Kabarett
Mit scharfem Wortwitz und Spaßbrause

Wortgewandt: Lothar Bölck als Pförtner des Kanzleramtes in der Kulturfabrik.
Wortgewandt: Lothar Bölck als Pförtner des Kanzleramtes in der Kulturfabrik. © Foto: Cornelia Link-Adam
Cornelia Link-Adam / 22.04.2018, 22:15 Uhr - Aktualisiert 23.04.2018, 17:57
Fürstenwalde Mit „Bürger Denk Mal (Rest of Holz-Hausen)“ hielt der gebürtige Ketschendorfer Lothar Bölck am Sonnabend in der Fürstenwalder Kulturfabrik wieder Einzug. Geboten wurde in passender Wortspielerei ein „Rest off“ seiner vorherigen Programme, gemixt mit aktuellen Bezügen. Bei aller Freude schwang Wehmut mit, ist der 65-Jährige mit seinem Programm doch gerade auf Abschiedstour –  die allerdings noch bis 2021 geht.

Gekonnt schlüpfte er im mit mehr als 160 Besuchern nahezu ausverkauften Musikkeller der Kulturfabrik in seine Paraderolle. Als Pförtner des Kanzleramtes begrüßte er die Fans, als kämen sie auf Tour zur Kanzlerin. Das ins Haus nicht jeder darf, da im Parlament schon genügend seltsame Persönlichkeiten sitzen, daraus machte er kein Hehl. Mit Wortwitz nahm er sich Politiker vor. „Wir haben ja nun eine neue Regierung bekommen, aber ob sie uns bekommt, wissen wir noch nicht.“ Die Verwirrungen an der SPD-Spitze, der Einzug der AfD („Die Anstalt für Demagogen“), die Dreistigkeit, mit denen ehemalige Funktionäre in der Wirtschaft agieren, all das bekam sein Fett weg. Die Besucher lachten Tränen und applaudierten lautstark. Bölck genoss es, in Rollen seiner Kumpels zu schlüpfen, die über den Pflegenotstand in Deutschland wetterten und als Angela Merkel („Die mag ich nicht parodieren, die ist ja schon eine Parodie“) Weisheiten zu verbreiten.  Drei Flaschen Mini-Sekt, betitelt als Spaßbrause, zischte er weg, schließlich spielte er den letzten Abend vor der Pensionierung als Pförtnern.

Sich den schönen Dingen zuwenden, das hat er nun vor. „Alter ist kein Makel, das haben wir uns verdient.“ Mit stehenden Ovationen ging es in die Nacht, nicht ohne vorher für die „Bölck-Festspiele“ im Fernsehen zu werben. Neue Folgen von „Kanzleramt Pforte D“ gibt’s im MDR zu sehen, zu Gast ist er zudem bei Riverboat (NDR) am Freitag. Und wer Lust hat, kann sich am 12. Mai die Aufzeichnung seines aktuellen Programms nochmal im MDR ansehen. „Das wurde im Januar in Frankfurt, kurz nach meinem 65. Geburtstag, aufgenommen.“

Jüngst war er auch in der Oderstadt, in der er mittlerweile lebt, zu Gast beim MOZ-Talk. Dabei habe er auch von Fürstenwalde geschwärmt, sei er doch in der August-Bebel-Straße geboren worden. „Aber zu sagen, Frankfurt ist der Vorort von Fürstenwalde, kam dann doch irgendwie nicht gut an“; sagte er zum Abschied mit einem verschmitzten Lächeln.(co)

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