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Wetter dämmte den Besucherstrom ein wenig ein / Angebote für Kinder kamen auch bei Erwachsenen gut an

Kultur
Mit dem Bus durch die Museumsnacht

Henriette Brendler Elke Lang / 04.06.2018, 06:15 Uhr
Fürstenwalde Am Freitagabend wurde abermals zur Langen Nacht der Museum eingeladen. Diesmal präsentierten sich Fürstenwalde mit Partnern aus dem südlichen Umland. Die MOZ schaute bei einigen Anlaufpunkten vorbei.

Stammbesucher der Museumsnacht wissen genau, wann und wo es losgeht: Punkt 17 Uhr starten alljährlich die Busse in der Reinheimer Straße, um die Wartenden in die umliegenden Dörfer zu bringen. Drei Buslinien waren es in diesem Jahr. Mit der Linie 1 machten sich Lukas (17), Freundin Mareike (18) und sein Bruder Mark (15) auf den Weg nach Streitberg. „Wir sind zum ersten Mal bei der Museumsnacht dabei. Eigentlich mag ich Busfahren nicht, aber wir wollen unserer Mutter einen Gefallen tun. Sie hat heute Geburtstag und das Programm ausgesucht“, erzählt Lukas aus Fürstenwalde. Thomas Sachse vom Busverkehr Oder-Spree hat sich dagegen freiwillig für die Tour gemeldet. „Es macht Spaß, weil die Fahrgäste entspannt sind. Wir haben aber sechs Minuten Verspätung, weil die Straße nach Streitberg so schmal ist und in Fürstenwalde Unwetter war“, erzählt der Busfahrer auf der Rückfahrt.

Museum Fürstenwalde: Während Markgrafpieske vom großen Regen zunächst verschont blieb, goss es in Fürstenwalde wie aus Kübeln. Vor dem Museum stand das Wasser knöcheltief, wie Christian Köckeritz berichtet. Der Museumsmitarbeiter ließ sich davon nicht beirren und brutzelte für die Besucher Klemmkuchen nach einem historischen Rezept von 1822. Im Museum führte derweil Hans-Joachim Notroff vom Verein für Heimatgeschichte durch die neu entstehenden Räume der Dauerausstellung, in der schon einige Exponate aus der städtischen Handwerksgeschichte stehen. „Die Holzbalken wurden gerade erst eingezogen, im September soll die Eröffnung gefeiert werden“, verriet er dem Fürstenwalder Stammbesucher Jörg Rasum.

Mords Eck: Nach dem Unwetter lockte Livemusik viele Besucher auf den Hinterhof von Mords Eck. Anziehungspunkt war hier die historische Modelleisenbahn von Günther Mord (gestorben 2015), die in Teilen schon mehr als 100 Jahre alt ist. Aufgebaut wird die Bahnanlage mit den detailgetreuen Brücken, Bahnhöfen und Weichen nur alle drei Jahre. „Wir haben zu dritt zwei Stunden gebraucht, bis alles fertig war“, berichtet Sebastian Bosse. Es seien besonders viele Kinder zum Angucken vorbeigekommen. Im Museumskeller erläuterten Max Sandner und Heike Politz inzwischen den Besuchern die Brauereigeschichte von Mords Eck. „Ich mache das gern. Mein Großvater war bis 1936 der letzte Braumeister der Familie Mord und der letzte von Fürstenwalde“, so Heike Politz.

Burg Storkow: Ruhig ging es auf der Burg zu. Mit jedem Bus stürmten etwa 20 Besucher das historische Gemäuer. Ein größerer Schwung trudelte nach 20 Uhr ein. Eigentlich war es wie ein ganz normaler Museumstag. Als Sonderangebot stand das Verlies zur Besichtigung offen, „damit die Leute ein Gefühl bekommen, wie es früher im Kerker war“, erklärt Stefanie Lemcke vom Burgteam. Aus Fürstenwalde hatten Isolde Lehmann und Thomas Krawczyk mit ihren Töchtern Jamila (12) und Roxana (5) das Angebot der Langen Nacht hier angenommen. Das Paar ist öfter auf der Burg und interessiert sich sehr für Natur. Diesmal wollten sie hier etwas Gutes für ihre Kinder zum Kindertag tun, die an Ritterspielen teilnehmen konnten. Danach ging es zurück nach Fürstenwalde, wo sie gern noch, wenn es für die Kinder nicht zu spät würde, Mord‘s Eck besuchen würden, sagten sie.

Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus – Senftenberg, Lehrstuhl Gewässerschutz Bad Saarow: Bei der b-tu in der Seestraße waren alle Fenster hell erleuchtet. Vom Keller an im ganzen Haus konnten Kinder und Erwachsene einfache Experimente mit Wasser, kleinen Organismen und organischen Stoffen durchführen, was rege genutzt wurde. Jacqueline Jordan aus Bad Saarow  war mit Sohn Carlo das erste Mal hier, um das Angebot für Kinder wahrzunehmen. Beide waren in der Vorlesung für Kinder, die von der Mitarbeiterin Jacqueline Rücker gehalten wurde, während die Lehrstuhlleiterin Brigitte Nixdorf die Vorlesung für die Erwachsenen hielt. Carlo war sehr interessiert an den Tieren, die im Scharmützelsee leben. Es bereitete ihm Spaß, Insektenlarven, Wasserwanzen und winzig Egel zum Bestimmen der Art aus einem Gefäß zu keschern.

Pathologisch-anatomischen Sammlung im Helios Klinikum Bad Saarow: Auch hier war viel Betrieb, aber doch nicht so viel wie sonst bei der Langen Museumsnacht. Dass es nicht wieder um die 350 Besucher waren, lag wahrscheinlich am Wetter, wie Mitarbeiterin Sabine Henkel vermutete. Ihre Kollegin Karen Frenzel freute sich zu beobachten, „wie viele von den Leuten jedes Mal dabei sind und es immer wieder interessant finden“. Immerhin gibt es etwa 900 Präparate hier, und fast zu jedem kann eine  Geschichte erzählt werden. Die Führungen durch den Leiter des Instituts für Pathologie, Dr. Stefan Koch, und seine Mitarbeiterin, die Präparatorin Dagmar Januschkewitz dauern in der Regel gute anderthalb Stunden.

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