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In den Kliniken Bad Saarow und Rüdersdorf finden regelmäßig Bluttransfusionen statt / Die Maßnahme wird aber stets genau abgewogen

Weltblutspendetag
Wenn Spender zu Lebensrettern werden

180613: Bad Saarow, Helios-Klinikum, Blutkonservenlager im Zentrallabor, Chefarzt Dr. Stefan Wirtz und MTA Doreen Künstler
180613: Bad Saarow, Helios-Klinikum, Blutkonservenlager im Zentrallabor, Chefarzt Dr. Stefan Wirtz und MTA Doreen Künstler © Foto: Bernhard Schwiete
Bernhard Schwiete / 13.06.2018, 19:45 Uhr
Bad Saarow/Rüdersdorf/Woltersdorf (MOZ, Martin Stralau) Die Arbeit mit Blutkonserven gehört in den Krankenhäusern in Bad Saarow und Rüdersdorf zum Alltag. Die Transfusionen können Leben retten. Aus zweierlei Gründen werden sie aber nur nach genauer Abwägung angewendet. Das alles ginge nicht ohne Spender – heute ist Weltblutspendetag.

Auch an diesem Mittwoch begutachtet Dr. Stefan Wirtz bei einem Rundgang durch die Intensivstation im Bad Saarower Helios-Klinikum wieder einen Patienten, dem gerade 300 Milliter Blut verabreicht worden sind, das von einem anderen Menschen stammt. In der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, deren Chefarzt er ist, werden innerhalb des Krankenhauses die meisten Blutkonserven benötigt. Aber auch bei seinen Kollegen in der Onkologie kommen sie zum Einsatz, weiß er: Bei einer Chemotherapie zur Krebsbehandlung wird die Blutbildung reduziert. Um einer Blutarmut vorzubeugen, greifen die Mediziner dann mitunter zu Konserven.

Dabei gilt, egal ob bei Notfällen oder im Rahmen einer Therapie immer das selbe: „Eine Bluttransfusion zu geben, muss immer genau abgewogen werden“, sagt Dr. Wirtz. Ärzte müssen ihre Entscheidung auf einem ganzseitigen Formular dokumentieren. „Und es ist immer eine Einzelfallentscheidung“, erläutert der Mediziner. Ein junger, gesunder Mensch könne auch einen sehr großen Blutverlust eigenständig kompensieren.

Grundsätzlich gilt: Zu Blutkonserven wird nur gegriffen, wenn andernfalls das Leben des Patienten bedroht wäre. „Eine Transfusion ist immer auch eine Organtransplantation“, erläutert Dr. Wirtz. Entsprechend gebe es das kleine Risiko einer immunologischen Reaktion. Ganz ähnlich ist die Sichtweise in der Immanuel-Klinik in Rüdersdorf. „Eine Bluttransfusion ist für den Körper zwar bei Bedarf ein Segen, aber ähnlich wie bei einer Organtransplantation erst einmal ein nicht körpereigener Stoff, mit dem der Körper umgehen muss“, sagt Dr. Verena Jansen, Ärztliche Leiterin des LADR Laborzentrums an den Immanuel-Kliniken.

Im Schnitt werden in Rüdersdorf ihren Angaben zufolge sechs Blutkonserven pro Tag verwendet. Diese recht geringe Menge komme zustande, weil das Krankenhaus Maßnahmen zur Verminderung von Blutverlust einsetze. Gegebenenfalls wird Patienten vor einer Operation zum Beispiel Eisen verabreicht, um den Hämoglobin-Wert im Blut zu erhöhen. Im Bad Saarower Helios-Klinikum wird bei Operationen, bei denen der Patient stark blutet, das Blut aufbereitet, maschinell gewaschen und dem Patienten dann wieder „zur Verfügung gestellt“, wie Dr. Wirtz es formuliert.

Eine deutlich geringere Rolle spielen Bluttransfusionen im Evangelischen Krankenhaus Woltersdorf. „Wir haben einen geringen Verbrauch, da wir nicht operieren, keine Notaufnahme haben, keine Intensivstation“, sagt Oberärztin Birgit Hanisch.

Gelagert werden Blutkonserven in speziellen Kühlräumen oder Kühlschränken. Vor dem Gebrauch erwärmt werden müssen sie laut Dr. Wirtz aber nur, wenn große Mengen benötigt werden, damit der Körper des Patienten nicht unterkühlt. Haltbar sind die Konserven laut Dr. Jansen 42 bis 49 Tage ab Herstellung.

Die nächste Möglichkeit zur Blutspende beim Deutschen Roten Kreuz gibt es in Erkner am Freitag, 15.30 Uhr bis 19 Uhr, in der Stadthalle. Nächster Termin in Fürstenwalde ist am 13. Juli, 15 bis 19 Uhr, in der DRK-Geschäftsstelle in der Dr.-Wilhelm-Külz-Straße.

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