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Bei Sondersitzung des Ortsbeirates schlägt Vertretern von Landkreis und Unternehmen Ärger über schlechte Verbindung entgegen / Vectoring soll helfen

Kommunikation
Telekom verspricht Trebus schnelleres Internet ab August

Die Hauptleitung Fürstenwalde–Trebus ist schon neu: Sven Nitze zeigt ein altes Kupferkabel. Eine Phase des neuen Glasfaserkabels hat die gleiche Leistung wie der dicke Vorgänger.
Die Hauptleitung Fürstenwalde–Trebus ist schon neu: Sven Nitze zeigt ein altes Kupferkabel. Eine Phase des neuen Glasfaserkabels hat die gleiche Leistung wie der dicke Vorgänger. © Foto: Manja Wilde
Manja Wilde / 11.07.2018, 22:30 Uhr - Aktualisiert 12.07.2018, 10:55
Fürstenwalde (MOZ) Die Stimmung ist gereizt. Die schlechte Internetverbindung hat viele Trebuser frustriert. Rund zehn Gäste haben sich am Dienstag, 19 Uhr, zur Sondersitzung des Ortsbeirates, in der es nur ums Thema Internet geht, eingefunden. Jörg Thomas, der Sachgebietsleiter für Kreisentwicklung und Investitionsförderung in Oder-Spree, kämpft mit dem Beamer. Das Gerät will nicht. Gegen 19.15 Uhr wirft es die Präsentation noch immer nicht an die Wand. „Vielleicht liegt es am Internet“, witzeln Gäste mit bitterem Humor. Dann muss es ohne Beamer, nur mit Laptop-Bildschirm, gehen.

Thoma berichtet von einem Antrag für Planung und Beratung aus dem Jahr 2016, um „weiße Flecken“, Gebiete also, in denen weniger als 30MBit/s ankommen, zu beseitigen. Und von einer Markterkundung. „Galt Trebus als weißer Fleck?“, fragt Jörg Grießmann nach. „Trebus galt als versorgt“, sagt Thoma. Gelächter ertönt. „Innerhalb der nächsten drei Jahre“, schiebt Thoma nach. „Hier liegt Kupferkabel in der Erde“, ruft Wolfgang Poland empört. Das heißt, wer weit vom Schaltschrank weg wohnt, hat das Nachsehen. Bei ihm, schildert Poland, breche öfter die Verbindung zusammen, wenn er beim Online-Banking ist. Direkt am Schaltkasten würden aber 50MBit/s anliegen, entgegnet Thoma. „Das ist ja der Schmu“, entfährt es Poland. „Es soll besser werden, mit gefördertem oder privatem Ausbau und neuer Technik“, versucht Thoma die Wogen zu glätten.

„Die technischen Voraussetzungen interessieren mich nicht. Ich will wissen, was passiert in Trebus“, ruft ein anderer Gast. Im Februar 2017 habe man zuletzt mit einem Vertreter der Telekom zusammengesessen, unterstreicht Grießmann, seither habe es keine Antworten mehr gegeben. Nun ist Sven Nitze, bei der Telekom für den Infrastrukturvertrieb Region Ost zuständig, da. 2016 wurde das armdicke Kupferkabel von Fürstenwalde bis zum Schaltschrank Trebus durch Glasfaserkabel getauscht, sagt Nitze. Das Problem seien die Kupferleitungen, die vom Schaltschrank abgehen. So kämen im Trebuser Parkring maximal 25MBit/s an.

„Also bräuchten wir einen zweiten Schaltkasten und Glasfaser“, hakte Monika Fiedler (Linke) nach. Der zweite Kasten, der in der Nähe des „Seeblicks“ steht, könne nicht ertüchtigt werden, da es dafür keine Förderung gebe. Zudem entscheide die Bundesnetzagentur wer da ran dürfe. Glasfaser mache zwar Sinn, aber am 16. August würde auch Vectoring in Trebus freigeschaltet. Dies ermögliche 100MBit/s am Schaltschrank  – beim letzten Haus am Parkring kämen dann 30MBit/s an, versprach Nitze. In der nächsten Stufe gebe es Super-Vectoring mit 250MBit/s am Kasten – in Trebus vielleicht ab 2019.

Er verstehe nicht, warum man auf Förderung warten müsse, sagte Bürgermeister Matthias Rudolph. Die Telekom sei doch ein Wirtschaftsunternehmen und in Trebus gebe es „ein paar hundert Kunden“. Nicht jeder gehe zur Telekom, erklärte Nitze. Ein Schaltschrank koste 30 000 Euro, der Tiefbau für das Verlegen der Kabel noch viel mehr. Zudem erhielten die Kunden nur Zwei-Jahresverträge, könnten dann zur Konkurrenz wechseln.

Einige Gäste nickten. Ein wenig zuversichtlicher als sie gekommen waren verließen sie  dennoch den Raum. (mw)

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