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Salmonellen-Erkrankung
Behörde erstellt Bewegungsprofile

Pressekonferenz: Petra Senger, Amtsleiterin Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt, Ulla Mulalic, Geschäftsführerin des Alten- und Pflegeheims Karlslust in Storkow und Rutker Stellke, Amtsleiter im Gesundheitsamt (v. l.)  informieren über die Salmonellen-Infektion im Seniorenheim Karlslust.
Pressekonferenz: Petra Senger, Amtsleiterin Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt, Ulla Mulalic, Geschäftsführerin des Alten- und Pflegeheims Karlslust in Storkow und Rutker Stellke, Amtsleiter im Gesundheitsamt (v. l.)  informieren über die Salmonellen-Infektion im Seniorenheim Karlslust. © Foto: Jörn Tornow
Jörg Kühl / 12.07.2018, 20:17 Uhr
Storkow (MOZ) Im Alten- und Pflegeheim Karlslust bei Storkow sind acht Bewohner an Salmonellen erkrankt – zwei Senioren sind zwischenzeitlich im Krankenhaus gestorben.Behörden und Heimleitung haben ein ganzes Maßnahmenpaket zur Eindämmung der Infektion auf den Weg gebracht.

Bereits am 2. Juli hatte die Heimleitung eine Häufung von Magen-Darm-Erkrankungen dem Gesundheitsamt gemeldet. Daraufhin wurden umfangreiche Maßnahmen eingeleitet. So untersuchte das Lebensmittelüberwachungsamt mit Hilfe von Tupferproben Bereiche in der Küche, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen sowie die Arbeitsgeräte. Die Heimleitung entsorgte sämtliche nicht-haltbaren Nahrungsmittel. Zuvor wurden Proben für das Lebensmittelüberwachungsamt genommen, teilt die Heimleiterin Ulla Mulalic mit. Die Untersuchung der Küche hatte laut Petra Senger vom Lebensmittelüberwachungsamt keine Beanstandungen ergeben. Das Gesundheitsamt führte Stuhlproben aller 71 Heimbewohner und der 45 Angestellten des Heims durch. „Das betrifft alle, auch die Hausmeister und Raumpfleger“, so der Amtsleiter im Gesundheitsamt, Rutger Stellke. Damit solle ausgeschlossen werden, dass sich im Haus „stille Keimträger“ befinden.

Die Heimleitung ihrerseits hatte bereits nach Bekanntwerden der ersten Krankheitsfälle damit begonnen, die Zahl der Kontakte der Bewohner untereinander, aber auch mit Angehörigen und anderen Personen von außerhalb des Hauses einzudämmen. So wurden Angehörige gebeten, die Besuche vorläufig zu reduzieren. Auch wurden gemeinsame Beschäftigungsangebote im Haus vorerst ausgesetzt, Feste abgesagt. „Diese Maßnahmen tun mir für unsere Bewohner sehr leid“, sagte Ulla Mulalic. Wie Stellke erläuterte, versucht das Gesundheitsamt durch intensive Recherchen Bewegungsprofile zu erstellen um herauszufinden, wer mit wem Kontakt hatte.

Die Bürgermeisterin der Stadt Storkow, Cornelia Schulze-Ludwig äußerte sich telefonisch von ihrem Urlaubsort zu den Todesfällen und Erkrankungen in dem Storkower Seniorenheim. Die Verwaltungsspitze, darunter der stellvertretende Bürgermeister Robert Hentschel und die Hauptamtsleiterin Joana Götze, würden mit dem Gesundheitsamt und anderen Behörden eng kooperieren. Auch habe sich die Stadt als Hauptanteilseignerin der gemeinnützigen Heimgesellschaft ein „Höchstmaß an Transparenz“ auf die Fahnen geschrieben. „Ich wünsche mir nur, dass die Heimbewohner durch die Vorgänge nicht allzu sehr beunruhigt werden.“  Es werde alles getan, um die Ursache für die Salmonellen-Infektionen aufzuklären. Die Küche des  Seniorenheims beliefert unter anderem auch die städtische Altstadtkita mit Essen. Dort sind nach Aussage des Gesundheitsamts bislang keine Beschwerden aufgetreten.

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