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Schach
20. Geburtstag der Schach-Familie

Henriette Brendler / 15.08.2018, 02:45 Uhr
Briesen Mit einem Simultanturnier gegen Großmeister Jan Gustafsson sind die 20. Briesener Open gestartet. Nur zwei von 27 Gegnern konnten den Hamburger besiegen – unter ihnen der 15-jährige Lokalmatador Daniel Woithe. 140 Schachspieler traten anschließend im Hauptturnier an.

Wenn alljährlich am vorletzten Wochenende vor dem Beginn des neuen Schuljahres 140 Schachspieler in der Sporthalle der Briesener Schule an den kleinen Tischen Platz genommen haben und voll konzentriert über ihre Bretter gebeugt sitzen, können die Organisatoren Daniela und Volker Heinrich durchatmen. Es sind immer dieselben Abläufe, und dennoch sind die beiden vom gastgebenden Schachverein Briesen ein wenig aufgeregt. Dieses Mal vielleicht sogar ein bisschen mehr, denn 2018 ist einJubiläumsjahr: Die Briesener Open feiern 20. Geburtstag.

Zeit, ein wenig in Erinnerungen zu schwelgen. „1998 hatten wir die Idee, ein kleines, familiäres Schachturnier für 20 Teilnehmer ins Leben zu rufen“, erzählt Vereinsvorsitzender Volker Heinrich. Das habe drei Jahre lang funktioniert, dann seien es immer mehr Anmeldungen geworden. Mittlerweile sind die Briesener Open eine feste Größe im Wettkampfkalender vieler Spieler aus Nord- und Mitteldeutschland. Sie kommen vor allem aus Berlin, Brandenburg, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.

Ein Großteil der älteren Schach-Asse hält dem Turnier von Beginn an die Treue. „Über die Jahre sind viele Freundschaften entstanden. Wir freuen uns immer wieder, wenn wir uns im August für drei Tage hier treffen“, verrät Wilfried Woll vom Greifswalder SV, der in Briesen bisher einmal gewann. Mit seinem Erstrunden-Gegner Frank Urbanek tauschte er sich erst einmal über ganz alltägliche Dinge aus, bevor das Spiel startete. „Letztes Jahr habe ich gegen Wilfried verloren. Das wird bestimmt wieder passieren“, mutmaßte der Spieler vom SV Preußen Frankfurt. Immerhin stehe der Greifswalder auf Platz 6 der Startliste, er selbst werde auf Rang 23 geführt. Aber mit seiner Prognose lag Urbanek dieses Mal daneben: Er besiegte Woll und schloss das Turnier am Ende als Zwölfter der leistungsstärksten Gruppe A ab.

Der an Nummer 1 gesetzte FIDE-Meister Bernd Steinhagen (SC Rotation Pankow) machte sich ebenfalls Sorgen um seine erste Partie. „Ich muss gegen ein junges Mädchen spielen. Wenn ich verliere, spricht sich das hier gleich hier rum“, sagte er lachend. Die Sorge war letztlich unbegründet, denn Steinhagen gewann diese und drei weitere Runden und holte sich am Ende souverän den Turniersieg.

Für das Jubiläum hatten sich die Veranstalter übrigens etwas Besonderes einfallen lassen: Am Donnerstagabend spielte die deutsche Nummer 2 im Schach, der 39-jährige Jan Gustafsson aus Hamburg, simultan gegen 27 Spieler. „23 Partien entschied der Großmeister für sich, zwei Teilnehmer schafften ein Remis und nur zwei Jugendliche konnten ihn besiegen. Einer davon war der 15-jährige Daniel Woithe aus unserem Verein. Wir sind mächtig stolz auf ihn“, sagt Daniela Heinrich. Der Gast habe dann als Zugabe am Freitagvormittag alle Partien mit den beteiligten Spielern ausgewertet.

Im Hauptturnier – gespielt wurde über fünf Runden im Schweizer System – erreichte in diesem Jahr nur ein Spieler vom SV Briesen einen Podestplatz: Sebastian Lischke gewann die Gruppe B. In der Gruppe A landete Jörg Nagler auf Rang 4. Die besten Ergebnisse für die Schach-Abteilung der BSG Pneumant Fürstenwalde gelangen Carsten Zubke, Achter in der Gruppe A, und Moritz Kammer mit Platz 5 in der Gruppe B.

Daniela und Volker Heinrich denken indessen schon an die 21. Briesener Open. „Die Gebühr für die Halle bereitet uns aber Sorgen, denn sie ist seit diesem Jahr stark angestiegen. Wir benötigen unbedingt Sponsoren“, erklärt die vierfache Mutter. Dass es auch 2019 weitergeht, davon sind die Heinrichs dennoch überzeugt. „Die ersten Anmeldungen  liegen bereits vor“, verraten die beiden Organisatoren.

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