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Stadtentdecker
Ein Kletterparcours aus Trinkhalmen und Streichhölzern

Rutschen und Seile im Modellformat: Mit Hilfe von Architekt Alexander Paul haben Sophie, Mariella und Leni (v.l.) einen Kletterwald für den Stadtpark entworfen.
Rutschen und Seile im Modellformat: Mit Hilfe von Architekt Alexander Paul haben Sophie, Mariella und Leni (v.l.) einen Kletterwald für den Stadtpark entworfen. © Foto: Annemarie Diehr
Annemarie Diehr / 05.09.2018, 06:15 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Trampolinspringen und schaukeln während die Erwachsenen im Elterncafé sitzen oder auch mit ihnen zusammen in sieben Metern Höhe einen Kletterparcours bewältigen – wenn es nach den Schülern der Klasse 5b der Fürstenwalder Sonnengrundschule ginge, wäre das im Stadtpark eines Tages möglich. Im Rahmen des Projekts „Stadtentdecker“ der Brandenburgischen Architektenkammer haben sie sechs Monate lang Ideen entwickelt, um Fürstenwalde lebenswerter zu machen.

„Der Stadtpark hat es besonders den Mädels angetan“, sagte Niclas (10), der mit Kumpel Fabian die Präsentation der Ergebnisse am Montagnachmittag im Alten Rathaus moderierte. Gleich drei Schülerinnen-Gruppen haben sich Wege überlegt, um – wie eine von ihnen sagt – etwas dafür zu tun, „dass es dort nicht so langweilig ist“. Aus Trinkhalmen, Wollfäden und Streichhölzern haben Mariella, Leni und Sophie etwa Brücken, Netze und Rutschen gebaut; ziemlich lange, sagten die Zehnjährigen, habe es gedauert, ihre Idee eines Kletterparks mitten im Stadtpark in Modell-Form zu bringen.

Geholfen hat den 22 teilnehmenden Schülern dabei Alexander Paul. Zweimal im Monat ist der Architekt aus Oberhavel für vier Stunden nach Fürstenwalde gekommen, um Lehrerin Sabine Rau und ihre Stadtentdecker bei der Durchführung des Projekts zu unterstützen. Begonnen hatte im März alles mit einem gemeinsamen Spaziergang durch die Stadt: „Dom, Bahnhof und Stadtpark“, sagte Paul, „haben sich dabei als Projektziele herausgebildet“.

Eisenbahnmuseum, Dom-Quiz oder Dom-Center mit Galerie und Souvenir-Shop standen zwar bisher nicht auf der Vorhabenliste der Stadtentwickler, dennoch, sagte Bürgermeister Matthias Rudolph bei der anschließenden Gesprächsrunde mit Schülern, Eltern, Lehrern und Verwaltungsmitarbeitern, hätten einige Ideen schon in Beratungen zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept (INSEK) eine Rolle gespielt. „Es ist doch toll, dass die Gedanken der Erwachsenen nicht weit weg sind von denen der Kinder.“

Deutlich wurde das bei der Fußgängerbrücke, die sich Joudi, Martin und Fabian als helle, oberirdische Verbindung zwischen Eisenbahn- und Trebuser Straße wünschen. Über die vorhandene Unterführung, pflichtete Stadtentwickler Christfried Tschepe bei, „wurde immer wieder diskutiert“. Sie teile die Stadt, so Rudolph: „Da müssen wir tatsächlich etwas machen“.

Die Chance, dass Leonie, Nele und Leon die Nestschaukel ihres Modells einmal tatsächlich im Stadtpark wiederfinden, steht nicht schlecht: Die Bürgerbudget-Vorschläge, so Rudolph, gingen in eine ähnliche Richtung. Zwar kein ganzer Park, dafür eine Kletterwand zählte zu den 2018er-Favoriten. (amd)

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