Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Bauprojekt
32 neue Windräder in Odervorland

Blick auf den großen Windpark Jacobsdorf: Das Areal soll in Richtung Pillgram um elf Mühlen erweitert werden.
Blick auf den großen Windpark Jacobsdorf: Das Areal soll in Richtung Pillgram um elf Mühlen erweitert werden. © Foto: Cornelia Link-Adam
Cornelia Link-Adam / 12.09.2018, 06:15 Uhr
Pillgram (MOZ) Geht es nach dem Willen der Landesregierung, erhält das Amt Odervorland noch mehr Windräder. Nach dem Windpark bei Jacobsdorf entstehen 32 weitere Mühlen bei Pillgram, Biegen und Alt Madlitz. Die Pläne wurden jüngst in den Bauausschüssen von Briesen und Jacobsdorf vorgestellt.

Die rechtliche Basis sind drei neu ausgewiesene Windeignungsgebiete. Sie  stehen im Sachlichen Teilregionalplan „Windenergienutzung“ der Regionalen Planungsgemeinschaft, den die Abteilung der Landesplanung jetzt genehmigt hat. Zum Jahresende soll er rechtskräftig sein.

Thema war die Windenergie jüngst im Bauausschuss der Gemeinde Briesen. Drei Investoren (WPD, Abowind und Windmüllerei) erarbeiten bereits den B-Plan für das neue Gebiet im Ortsteil Biegen. Anna Wozniak, technische Projektmanagerin von WPD, berichtete im Ausschuss, dass zur Handvoll alter Windräder an der A12-Raststätte Biegener Hellen angrenzend nun südöstlich rund um Biegen in Richtung Dubrow 16 neue Mühlen – jeweils 244 Meter hoch, bis zu 150 Meter sei der Rotordurchmesser – entstehen werden. Ziel der Investoren sei, in Zusammenarbeit mit der Gemeinde bald den B-Plan fertigzustellen, die Details in Städtebaulichen Verträgen zu regeln, um Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen im Amtsgebiet zu halten.

Neu dagegen war für einige Ausschuss-Mitglieder, dass auch bei Alt Madlitz auf 70 Hektar im Kiefernforst zwischen Alt und Neu Madlitz, westlich des alten Bahndamms, ein neuer Windpark „Madlitz“ ausgewiesen sei. Gebaut und betrieben werden dort fünf Windräder von der Firma Gelsenwasser aus Gelsenkirchen. Laut Stephan Dohe werden die Windspargel 238 Meter hoch, 150 Meter beträgt der Rotordurchmesser.

Die Gutachten zu Artenschutz, Schall und Schatten hätten keine Einschränkungen ergeben, so der Planer. Da für den Bau der Mühlen auch Bäume fallen  und Boden versiegelt werde, wolle man dies mit der Neupflanzung ökologisch höherwertiger Gehölze im Amtsgebiet ausgleichen, Hecken setzen, auch Renaturierungen von Gewässern anbieten.

„Das wäre ja was für unser Briesener Mühlenfließ“, fand Hartmut Arndt. Die anderen Abgeordneten fanden das Projekt interessant, zumal Bürger sich über Schwarmfinanzierung oder Bank-Sparbrief beteiligen können. Gründen werde sich für das Windgebiet eine Windpark Madlitz GmbH mit Sitz in Briesen. Das bringe der Gemeinde auch Steuern, so der Planer. Regeln möchte Gelsenwasser alles mit Städtebaulichen Verträgen statt mit einem B-Plan. Letzterer ist laut Bauamtsleiterin Martina Müller für die Gemeinde Briesen zu teuer und bei nur einem Investor und dem kleinen Gebiet auch unnötig. „Wir sind ja noch in der ersten Planungsphase“, bremste Ausschuss-Chef Dietmar Wendt aufkommende Euphorie.

Weiter fortgeschritten ist bereits der B-Plan für den „Windpark Jacobsdorf II“, das dritte neue Windgebiet. Es grenzt direkt an den mit 30 Mühlen schon großen Windpark I, erweitert ihn um elf Windräder in Richtung Pillgram. Der Plan-Vorentwurf wurde im Jacobsdorfer Bauausschuss mal wieder heftig diskutiert. Der Sieversdorfer Abgeordnete Jürn von Stünzner warf dem Amt vor, zu wenig Einfluss auf den B-Plan der Investoren  genommen zu haben und forderte größeren Abstand zwischen den Mühlen.

„Das wäre eine angreifbare Verhinderungsplanung. Seien Sie doch froh, dass durch den Plan die Anlagen mit 150 Meter Rotordurchmesser und 166 Meter Nabenhöhe gefixt sind, nicht noch höhere kommen können“, sagte daraufhin Haupt-Investor und B-Plan-Ersteller Heinrich Lohmann von der Sieversdorfer Firma MLK.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG