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Kabarett
Rodeln als passender Sport fürs Alter

Autogramm für einen Fan: Kerstin Büttner, die aus Frankfurt (Oder) angereist ist, lässt sich im Theater am See vom Kabarettisten Horst Evers eines seiner Bücher signieren.
Autogramm für einen Fan: Kerstin Büttner, die aus Frankfurt (Oder) angereist ist, lässt sich im Theater am See vom Kabarettisten Horst Evers eines seiner Bücher signieren. © Foto: Ruth Buder
Ruth Buder / 13.09.2018, 06:00 Uhr
Bad Saarow Die beiden Ehepaare aus Leipzig, die einen Kurzurlaub in Bad Saarow machen, sind froh, noch vier Plätze in der hintersten Reihe ergattert zu haben. Denn die Vorstellung mit Kabarettist Horst Evers ist komplett ausverkauft. Immer wieder hört man von den Gästen: „Schön, dass man für solche prominenten Künstler nicht extra nach Berlin fahren muss.“ Horst Evers hat seine Zuschauer mit seinem engagierten, fast zweistündigen Auftritt als Alleinunterhalter nicht enttäuscht.

Mit seinem Programm „Früher war ich älter“ bekennt Evers, dass er sich immer aufs Älterwerden gefreut habe. Er wollte es schon in jungen Jahren, „denn dann hat man länger was davon.“ Außerdem liege ihm Altersstarrsinn. Und von seinem Arzt bekomme er immer wieder gesagt, dass man, je älter man werde, in Bewegung bleiben müsse. „Sport mach’ ich ja irrsinnig gern. Aber mein Körper nicht. Der sitzt am längeren Hebel und sagt: Mach mal, aber ohne mich.“ Doch wenn er schon Sport machen solle, dann etwas Olympisches. „Ich finde ja Rodeln toll. Denn das ist im Liegen und es geht nur bergab.“ Allerdings verzichte er aus modisch-ästhetischen Gründen auf eine Rodelkarriere. „In dem Anzug möchte ich mich nicht sehen. Das ist mein Geschenk an die Welt“, bekennt Evers und deutet auf seinen Bauchumfang.

Viele Alltagsthemen nimmt Evers aufs Korn: Die Zeit, die keiner mehr habe, obwohl aufgrund der vielen Maschinen man täglich 34 Stunden Zeit spare. Die Not bei den Fachärzten, wo Patienten so lange warten müssten, dass sie nebenher schon ein Fernstudium zum Hautarzt absolvieren könnten. Die Unzufriedenheit der Kinder, wenn sie selbst Verantwortung übernehmen sollen. „Solange ihr euren Tisch über meine Füße stellt, erwarte ich eine klare Ansage“, zitiert er seine Tochter.

Und über das Essen: „Veganfreie“ Wurst verkaufe sein Fleischer drei Mal besser als genau die gleiche „normale“ Wurst. Und zum Schluss kommen auch noch US-Präsident Donald Trump und der Flughafen Berlin-Schönefeld ins Spiel. Denn wenn Trump Star Wars spielen und den Todesstern bauen wolle, mit dem man den ganzen Planeten vernichten könne, „sollten wir den Auftrag nach Berlin-Brandenburg holen.“

Charmant macht Evers auf seine „nach einer alten Technologie“ hergestellten Bücher aufmerksam: Der Text baut sich sofort auf, die Auflösung ist enorm, die Schriftgröße lässt sich leicht verändern (er bewegt das Buch vor seinen Augen vor und zurück), die Akkulaufzeit ist grandios. „Du kannst es Jahre offen liegen lassen und der Akku ist immer noch voll. „Kaufen Sie das Buch für zehn Euro. Dafür kann man es selber nicht machen.“

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