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anierung des baufälligenHauses kostet Millionen / Eine Wirkungs- und Begegnungsstätte soll entstehen

Herrenhaus
Zukunftsvisionen für Kulturgut

Sanierungsbedürftig: Annegret Huth von der Projektgruppe Herrenhaus Heinersdorf von Denk-mal-Kultur zeigt auf die undichten Stellen am Kulturgut. Der Verein stellte kürzlich Interessierten ein Nutzungskonzept vor.
Sanierungsbedürftig: Annegret Huth von der Projektgruppe Herrenhaus Heinersdorf von Denk-mal-Kultur zeigt auf die undichten Stellen am Kulturgut. Der Verein stellte kürzlich Interessierten ein Nutzungskonzept vor. © Foto: Bettina Winkler
Bettina Winkler / 25.09.2018, 11:15 Uhr - Aktualisiert 25.09.2018, 15:36
Heinersdorf (MOZ) Die Sanierung des baufälligen Herrenhauses in Heinersdorf wird Millionen verschlingen. Darüber sind sich die Gemeinde Steinhöfel und der Verein Denk-mal-Kultur einig. Während kürzlich von dessen Seite ein neues Nutzungskonzept vorgestellt wurde, sind dringend Arbeiten zum Erhalt der Bausubstanz nötig.

Annegret Huth von der Projektgruppe Herrenhaus steht vor dem heruntergekommenen Gebäude, zeigt auf den ehemaligen Wintergarten und den angrenzenden Kohleschacht. „Das Wasser läuft dort vom großen Dach herunter und gelangt durch Ritzen ins Mauerwerk“, erzählt sie. Im Inneren bröckelt der wertvolle frühbarocke Stuck. „Es muss dringend saniert werden, um die Bausubstanz zu erhalten.“ Mit diesem Anliegen geht auch die Gemeinde Steinhöfel mit. Kürzlich gab der Finanzausschuss  grünes Licht, um die nötigen Mittel aufzubringen und  Fördermittel aus dem Fond „Sicherung Denkmäler“ zu beantragen. Der Projektplaner soll nun eine Kostenermittlung für dringende Arbeiten erstellen.  Fest steht:  Die eingeplanten Eigenmittel, im Haushalt der Gemeinde  über mehrere Jahre verteilt, dürfen nicht angetastet werden, um die Finanzierung des  über sieben Millionen Euro teuren Gesamtprojektes  nicht zu gefährden.  Sollten irgendwann Fördermittel für den Ausbau kommen – mehrmals wurden diese abgelehnt – muss die Gemeinde flüssig sein.

Während sich alles ums Geld dreht, ist der Verein Denk-mal-Kultur nicht untätig und hat kürzlich Zukunftsideen für eine Nutzung, die sich rechnen könnte, präsentiert. Das Projekt „Leben, Lernen, Wirken im Alter auf dem Land“ wurde vor rund 50 Interessierten im Sportplatzgebäude vorgestellt. Ziel ist, das leerstehende Kulturgut zu sanieren und zur Begegnungs- und Wirkungsstätte mit vielen Angeboten und Initiativen zu gestalten – für Menschen, die selbstbestimmt älter werden wollen. „Wir machen uns Gedanken, wie wir das Haus mit Leben füllen können und wir haben da gute Ansätze“, erläutert Annegret Huth.

Vorgeschlagen sind drei Säulen. Dr. Ingrid Witzsche von der Akademie 2. Lebenshälfte hielt dazu einen Impulsvortrag und könnte sich eine Vernetzungsstelle für selbstbestimmtes Altwerden im ländlichen Grenzraum vorstellen. Dazu sind auch verschiedene Wohnformen wie Alters-Wohngemeinschaften, Generationenmix, Demenzgruppe und barrierefreies Wohnen im Gespräch. Zudem ist eine Bildungsmöglichkeit für Senioren, zum Beispiel Computer- oder Sprachkurse, vorgesehen. Ein generationsübergreifendes Dorfzentrum mit Ausstellungs- und Veranstaltungsraum, Bibliothek und Medienzentrum sowie einem Projektbüro für Vereine und Initiativen soll die Heinersdorfer und die Region mit ins Boot holen. Angedacht ist zudem eine Tourismusinformation und der Verkauf regionaler Produkte. „Für das geplante Café gibt es sogar schon Interessenten“, verrät Annegret Huth. Und die ansässige Hausärztin hat signalisiert, dass sie gern mit ihrer Landarztpraxis ins Herrenhaus ziehen würde.

Um das  millionenschwere Projekt voran zu bringen, hat Gemeindevertreter Bernd Pelz (Bürgerliche Mitte) im letzten Hauptausschuss den Vorschlag unterbreitet, das Herrenhaus für einen symbolischen Betrag an den Verein Denk-mal-Kultur zu übergeben. „Dann hätte er freie Hand, wäre aber auch verantwortlich“, begründete er. „Vorstellbar wäre es. Wir müssten dann eine gemeinnützige GmbH, Genossenschaft oder eine Bürgerstiftung mit hauptamtlichem Geschäftsführer gründen, sonst wäre das nicht zu schaffen“, so Annegret Huth.

Steinhöfels Bürgermeisterin Renate Wels hat zu dem Lösungsvorschlag positiv Stellung bezogen. „Das Angebot steht“, sagt sie.

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