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Schulprojekttage
Der Funke ist übergesprungen

Anke Beißer / 22.11.2018, 07:00 Uhr
Spreenhagen (MOZ) Es ist eine liebgewonnene Tradition für beide Seiten: Während der Projekttage des Geschwister-Scholl-Gymnasiums besuchen Elftklässler die Grundschüler in Spreenhagen. Im Gepäck haben die Gymnasiasten Experimente, mit denen sie die Jüngeren zum Staunen bringen.

Auf einer Arbeitsinsel im Physikraum der Spreenhagener Grundschule steht ein seltsames Monstrum. Eine Metallkugel thront auf einem Podest und ist mit einzelnen Fäden beklebt, die dank der Schwerkraft schlapp nach unten hängen. Felix, Laura und Annabelle aus der 6b setzen sich zu Nathan  Taraba an den Tisch, der das Experiment aufgebaut hat. Der 16-jährige Schüler des Fürstenwalder Geschwister-Scholl-Gymnasiums erklärt, dass er ihnen etwas über die Reibungselektrizität erzählen möchte.  Dabei soll das Gerät mit der Kugel helfen.

Der Elftklässler betätigt eine Kurbel und schon stellen sich die Fäden auf. Die Grundschüler kichern los, wollen, dass der Versuch ein ums andere Mal wiederholt wird. „Ihr kennt das aus eurem Alltag“, sagt Nathan. „Wenn man einen Luftballon rubbelt und an die Haare hält, dann stehen sie auch ab.“ Und der Funke, der manchmal beim Hände geben oder nach dem Hopsen auf einem Trampolin überspringt, lässt sich ebenso erklären.

Gespannt hören die Kinder dem Jugendlichen zu, schreiben einige der Erkenntnisse auf. Als ein Wecker klingelt, wollen die Drei es erst gar nicht wahr haben, dass schon eine Viertelstunde vergangen ist. Für sie geht es aber nicht zurück in den normalen Unterricht, sondern eine Insel weiter zum nächsten Experiment. „Das war witzig und interessant“, sagt Annabelle. Ganz klar, sie wünsche sich jetzt einen Experimentierkasten zu Weihnachten.

Im Raum gegenüber hat Christopher Kohn ebenso wenig Mühe, die Grundschüler zu begeistern. Er zeigt, wie Windkraftanlagen Strom erzeugen. Er bezieht Viktoria, Sophie und Gino viel in den Versuch mit ein, lässt sie ausprobieren, was bei mehr oder weniger Wind passiert. Ihre Neugierde ist geweckt, sie sparen nicht mit Fragen. Im Wortsinn begreifen und dadurch verstehen, lautet das Geheimnis für den Erfolg des Projekttages Naturwissenschaften. Die Kinder freuen sich über die Abwechslung, bei der ihnen Jugendliche etwas erklären. „Lehrer sind strenger“, ist sich das Trio einig.

Vater des Projektes ist Helmut Temann, Mathe- und Physiklehrer am Scholl-Gymansium. Seine Frau unterrichtet in Spreenhagen, und so gibt es seit Jahren eine Kooperationsvereinbarung zwischen beiden Schulen. Den sieben Gymnasiasten, die am Mittwoch und heute die Sechst- und die Fünftklässler für Naturwissenschaft begeistern, macht der Ausflug zu den Grundschülern Spaß. Zu Beginn der Woche haben sie mit ihrem Lehrer die Experimente vorbereitet. Nun müssen sie beweisen, dass nicht nur sie die Physik verstehen, sondern ihr Wissen an Zehn- bis 12-Jährige weiter geben können.

„Anfangs fiel mir das gar nicht so leicht“, sagt Nathan. Er dachte, die Kinder überhäufen ihn mit Fragen. Als das bei den ersten Gruppen nicht so war, musste er sich etwas einfallen lassen, um die 15 Minuten zu füllen. „Mittlerweile geht es aber“, sagt der Fürstenwalder fast am Ende des ersten Tages. Wenn doch mal eine Frage kommt, die er nicht beantworten kann, gebe es ja seinen Lehrer. „Ein Kind wollte wissen, wann ein Stromschlag tödlich ist. Ich hatte keine Ahnung, Herr Temann schon.“ Der hält sich ansonsten im Hintergrund, beobachtet und sieht zufrieden aus. „Nächstes Jahr nehmen wir Chemie mit dazu“, schaut er voraus.

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