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Radsport
Stärkste Kür bei Junior Masters

Beherrscht den Sattelstand wie im Schlaf: Kunstradfahrerin Julia Bunke von der SG Rauen. Die 18-Jährige stellte im vergangenen Jahr bei ihrer Kür bei den 2. Junior Masters in Bruckmühl eine neue persönliche Bestleistung von 116,75 Punkten auf.
Beherrscht den Sattelstand wie im Schlaf: Kunstradfahrerin Julia Bunke von der SG Rauen. Die 18-Jährige stellte im vergangenen Jahr bei ihrer Kür bei den 2. Junior Masters in Bruckmühl eine neue persönliche Bestleistung von 116,75 Punkten auf. © Foto: Henriette Brendler
Henriette Brendler / 09.01.2019, 14:26 Uhr - Aktualisiert 10.01.2019, 09:11
Rauen Die Umfrage nach den populärsten Sportlern des Jahres 2018 des Kreises Oder-Spree läuft noch bis zum 12. Februar. Drei Tage später werden die Sieger im Atrium des Landratsamtes in Beeskow geehrt. Bis dahin stellen wir in loser Folge alle 36 Kandidaten vor. Heute: Kunstradfahrerin Julia Bunke von der SG Rauen.

Julia Bunke ist sprichwörtlich mit dem Kunstradsport groß geworden. „Sie war schon mit mir in der Halle, als sie kaum laufen konnte“, sagt Mutter und Trainerin Yvonne. Da war es fast logisch, dass die Tochter im Alter von fünf Jahren erstmals selbst aufs Rad stieg. Heute, 13 Jahre später, kann die Rauenerin auf eine beachtliche Karriere zurückblicken – ohne Verletzungen und mit vielen Titeln auf Landes- und Bundesebene.

Dennoch muss die 18-Jährige von der SG Rauen das Smartphone um Rat fragen, um ihre Top-Ergebnisse 2018 aufzuzählen. „Ich will gut sein, aber die Platzierung ist nicht das Wichtigste im Leben.“ Über die Frage nach ihrem sportlichen Höhepunkt des Vorjahres muss Julia Bunke indes nicht lange nachdenken: „Das Ergebnis der zweiten Junior Masters in Bayern bedeutet mir am meisten, denn dort habe ich meine neue persönliche Bestleistung aufgestellt.“

Bevor die drei Masters-Wettbewerbe – als Vorrunde für die Deutschen Meisterschaften – starteten, standen im zeitigen Frühjahr aber erst einmal die Landesmeisterschaften Berlin-Brandenburg in Märkisch-Buchholz an. Die sind ein Indikator für den Leistungsstand am Beginn der Saison. Julia belegte hier in der Disziplin Einer den dritten, im Zweier den ersten Platz. Wer sich im Kunstrad für die Bundeswettkämpfe qualifizieren möchte, muss mindestens 100 Punkte ausfahren. „Das hat Julia in der Vorsaison mehrmals geschafft. Bei der Landesmeisterschaft hat sie 111,07 Zähler erreicht“, sagt die Trainerin.

Drei Wochen später ging die Reise für die Rauener nach Süddeutschland zu den Junior Masters. In der ersten Runde im württembergischen Filderstadt musste sich Julia Bunke mit 37 Konkurrentinnen messen und wurde 28. Damit qualifizierte sie sich für den nächsten Wettbewerb in Bruckmühl. Die Schwierigkeit hier: Alle Disziplinen wurden an einem Tag ausgetragen. Und im Kunstrad-Duo mit Isabelle Keller (15) aus Beerfelde lief es zunächst gar nicht gut. „Der Sattel war locker und wir konnten nicht unsere Leistung abrufen“, erinnert sich Julia Bunke. Der Frust sei groß gewesen. Sie habe den aber schnell abstellen müssen, um sich aufs Einzel konzentrieren zu können.

Da funktionierte plötzlich alles. Trotz des unebenen Hallenbodens zeigte die Abiturientin in den fünf Minuten die Kür ihres Lebens und stellte mit 116,75 Punkten eine persönliche Bestleistung auf – Rang 16 im leistungsstarken Teilnehmerfeld der Juniorinnen. „Ich habe mich sehr gefreut, denn es war auch ungewohnt, dass es nur eine Wettbewerbsfläche gab und alle Zuschauer mein Programm verfolgten“, erzählt die Sportlerin.

Gekrönt wurde die Saison mit dem zehnten Platz bei den Deutschen Meisterschaften, den die Kunstradfahrerin im Duo mit Partnerin Isabelle Keller erreichte. Zudem nahmen beide zusammen mit Nachwuchstalent Joline Bretsch erfolgreich als Team an den internationalen Wettkämpfen in Worms teil und wurden beim „41. Wormser Cup“ 13. unter 64 Mannschaften aus neun Nationen. In der Disziplin Einer und Zweier („Turnier der Jugend“) fuhr Julia Bunke sogar auf den ersten Platz.

2019 wird nun ein Jahr der Veränderung für die Schülerin des Fürstenwalder Geschwister-Scholl-Gymnasiums. In den kommenden Monaten legt sie ihre Abiturprüfungen ab – wenn alles klappt mit einer Eins in ihrem Lieblingsfach Mathematik. Wohin es zum Studium geht, weiß sie indessen noch nicht. „Ich hätte nichts dagegen, mal etwas Neues kennenzulernen.“ Eines ist aber sicher: Ob im Heimatverein oder woanders – Julia Bunke möchte auch in den nächsten Jahren weiter Kunstrad fahren. Ab jetzt bei den Frauen, wo das Leistungsniveau noch höher ist.

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