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Begrüßungsdienst
Abgeordnete wollen Party für Babys

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Symbolfoto © Foto: pixabay
Annemarie Diehr / 12.01.2019, 06:00 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Bei einer Feier sollen Neugeborene künftig durch den Bürgermeister begrüßt werden. Der Sozialausschuss sprach sich am Donnerstag mehrheitlich für diese Willkommensvariante aus. Diskutiert wurde der Babybegrüßungsdienst im Vorfeld als Maßnahme zum Kinderschutz.

Bei der Vorsprache mit ihrem Kind im Bürgerbüro bekommen Eltern ein Schreiben des Bürgermeisters samt Einladung zur Babyparty, wo ihnen bei Gesprächen, Getränken und Keksen ein Begrüßungspaket mit Informationsmaterial übergeben wird – so stellen sich die Mitglieder des Sozialausschusses künftig den Babybegrüßungsdienst vor. Aktuell können sich Eltern das Informationspaket im Rathaus abholen. Weil das Angebot laut Verwaltung kaum genutzt werde, wurde die vorgesehene Teilzeitstelle im vergangenen Jahr gestrichen.

SPD- und Linken-Fraktion forderten im September 2018 per Eilantrag, die „zeitweise Aussetzung des Babybegrüßungsdienstes unverzüglich zurückzunehmen“. Als sich dafür keine Mehrheit abzeichnete, beauftragten sie die Verwaltung, Vorschläge zu erarbeiten, wie der Begrüßungsdienst künftig organisiert werden könnte.

„Die Babyparty ist eine schöne Idee“, waren sich mit Karin Lehmann (CDU), auch FDP sowie die einbringenden Fraktionen einig. Mit acht Ja- und drei Nein-Stimmen sprachen sich die Ausschuss-Mitglieder mehrheitlich für diese Variante aus, für die nun ein entsprechender Beschlussvorschlag vorbereitet werden soll. Von einer Rüge für den Bürgermeister für seine Entscheidung, den Babybegrüßungsdienst trotz Beschluss der Stadtverordneten auszusetzen, nahmen FDP und CDU Abstand.

Auch über die Häufigkeit der Begrüßungsfeste wurde diskutiert: Zweimonatlich, hatte die Verwaltung vorgeschlagen; mit Blick auf die Kosten – 1200 Euro Miete bei Nutzung des Festsaals und 1500 Euro für Catering – reichten die Vorschläge der Fraktionen von viertel- bis halbjährlich. „Bei 300 Geburten pro Jahr macht das in einem halben Jahr 150 Kinder. Zu der Party kommen nicht nur Mütter, sondern auch Väter. Wir reden also von 450 Gästen. Die kriegen wir hier im Saal nicht unter“, sagte der Erste Beigeordnete Stefan Wichary. Er schlug vor, mit vierteljährlichen Veranstaltungen zu beginnen und das Fest als Versuch zu begreifen. „Wir wissen nicht, wie und ob es angenommen wird.“

Während sich das Bündnis Fürstenwalder Zukunft (BFZ) nicht positionierte, hätten die Grünen laut Fraktionsmitglied Peter Apitz einstimmig für die Variante des Hausbesuchs votiert. In dieser Form – als persönliches Gespräch und Übergabe des Informationspakets im Haushalt der Eltern – bestand der Babybegrüßungsdienst bis 2015.

Bis die zuständige Mitarbeiterin nach einem Unfall nicht mehr mobil war und die Eltern nicht mehr aufsuchen konnte, wie Andreas Politz, Fachgruppenleiter Familie, Soziales und Bildung, Ende September erklärte. Damals betonte er auch, dass der Babybegrüßungsdienst als Wertschätzung gedacht sei und nicht die Absicht verfolge festzustellen, ob es dem Kind in seinem Umfeld gut gehe. Es sollte ein erster Kontakt zu den Eltern hergestellt werden.

Über Maßnahmen zum Kinderschutz durch Schulsozialarbeit wiederum befragte der Kita- und Grundschulbeirat in der Sitzung am Donnerstag die Verwaltung. Hintergrund sind im Herbst veröffentlichte Zahlen des Kreises, wonach in Fürstenwalde und im Amt Odervorland wieder mehr, nämlich 156 Kinder als gefährdet gelten. Ein dahingehendes Projekt bestehe zwischen Goßmann-Schule, Südclub und Pneumant, sagte Politz. Voraussichtlich im nächsten Jahr solle eines zwischen Sonnengrundschule und Diakonie folgen.

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