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Fürstenwalder Hof
Ort für Gastlichkeit, Feiern und Sitzungen

Bettina Winkler / 12.07.2019, 06:15 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) In der Domstadt haben gleich zwei Gebäude den Namen "Fürstenwalder Hof" erhalten, was bei Hobbyhistorikern für einige Verwirrung sorgen könnte.  Im August 1877 eröffnete in einer prunkvollen Stadtvilla in der damaligen Promenadenstraße (heutige Dr. Wilhelm-Külz-Straße/Ecke Berliner Straße) ein Hotel unter dem Namen "Fürstenwalder Hof". "Das war eine noble Adresse mit Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeiten für Reisende", erzählt Christian Köckeritz vom Fürstenwalder Museum.

Wann der jetzige "Fürstenwalder Hof" in der Gartenstraße mit Gartenlokal und Gastronomie gebaut wurde, ist laut Köckeritz nicht genau zu datieren. Fakt ist: Dass an dieser Stelle schon 1882 die "Berghalle" betrieben und eben diese Lokalität 1922 in "Fürstenwalder Hof" unbenannt wurde. Gartenausstellungen, Blasmusik und andere Konzerte unter freiem Himmel – es war ein beliebter Veranstaltungsort in Fürstenwalde auch für große Bälle, der in der Stadt stationierten Regimenter, für Wahlversammlungen und Kundgebungen von Parteien und Organisationen, vor allem in der Weltwirtschaftskrise.

Umbau nach der Wende

Nach 1945 tagte dort die erste Stadtverordnetenversammlung, viele weitere Sitzungen folgten. 1966 wurde das Gebäude grundlegend saniert und zum  modernsten Veranstaltungsraum im damaligen Bezirk Frankfurt/Oder deklariert. Nach der Wende wurde der Komplex wiederum aufgemöbelt, erhielt ein völlig neues Gesicht und wurde Bürgerhaus. Der Saal bietet nun Platz für 300 Gäste. Allerdings gibt es keine Gastronomie, was viele Fürstenwalder bedauern. Der Kaiserhof übernimmt bei Veranstaltungen das Catering. In dem Komplex, der eine Schießhalle und Bowlingbahn besitzt, hat auch die Wohnungswirtschaft ihren Sitz.

Unvergessen sind die vielen Kultur- und Tanzveranstaltungen der vergangenen Jahrzehnte. In den 1970er-Jahren zum Beispiel war der "Hof", wie er liebevoll im Volksmund genannt wurde, beliebter Treffpunkt für hunderte junger Leute. Jeden Sonntag, ab 16 Uhr, gab es Disko mit den DDR-Hits von legendären Bands wie den Puhdys (Alt wie ein Baum) und Karat (Über sieben Brücken musst du geh`n) oder Ute Freudenberg (Jugendliebe).

"Ich war mit meiner Freundin immer da", erinnert sich die 56-jährige Karin Müller. Noch heute – über vierzig Jahre später – soll es einen Kern des damaligen Stammpublikums  geben, der sich ein wenig der Nostalgie verschrieben hat und sich  jährlich  im November im "Hof"  zur Disko trifft.

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