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Sport
Weltmeisterin mit Trillerpfeife

Den Blick aufs Wasser: Lore Böhme aus Storkow sichert ehrenamtlich den Badebetrieb im Strandbad. Die ehemalige Leistungssportlerin hat auch den regionalen Triathlon mit initiert.
Den Blick aufs Wasser: Lore Böhme aus Storkow sichert ehrenamtlich den Badebetrieb im Strandbad. Die ehemalige Leistungssportlerin hat auch den regionalen Triathlon mit initiert. © Foto: Bettina Winkler
Bettina Winkler / 13.08.2019, 07:30 Uhr - Aktualisiert 13.08.2019, 08:26
Storkow (MOZ) Mit wachem Blick, die Trillerpfeife immer griffbereit, steht Lore Böhme auf dem Steg. Sie setzt auf Regeln und das kostet viel Kraft. Die 74-Jährige Rettungsschwimmerin, die in dieser Saison ehrenamtlich den Badebetrieb  im Storkower Strandbad absichert, hat einen Traum. Die Anlage soll wieder im alten Glanz erstrahlen und dafür setzt Lore Böhme all ihr Engagement ein. "Das bin ich meinem Kollegen Kurt Gurek schuldig", sagt sie schmunzelnd. Es war einst das Urgestein und hat das Strandbad zu DDR-Zeiten geprägt. Lore Böhme holt ein Buch hervor, in dem Gurek seit 1976  jedes Kind eingetragen hat, dass im Strandbad eine Schwimmstufe abgelegt hatte. Und das waren viele. Bis 2009 hat die nachfolgende Bademeisterin Andrea Gombert die Chronik weiter geführt.  "Auf dem Wasserwacht-Stützpunkt waren zu Hochzeiten zwanzig Mitglieder des Roten Kreuzes und darunter viele Rettungsschwimmer vor Ort", erinnert sich die Storkowerin, die immer mittendrin war.

Aus für Wasserwacht

2010 veränderte sich alles – die Stadt Storkow verpachtete das bis dahin von der Gemeinde betriebene Strandbad, das 1926 eröffnet wurde, an einen Privatmann. "Das war das Aus für die Wasserwacht-Station", erzählt Lore Böhme. Die Schwimmkurse im Storkower See waren nicht nur bei Einheimischen beliebt, auch Touristen nutzen dieses Angebot. Sie wurden zum Teil weiter geführt.

Sonne, Strand und Mehr – Jahrzehnte war das Strandbad Storkow mit seinen Freizeitangeboten für Jung und Alt der Anziehungspunkt im Sommer.  Nun gab es vermehrt Ärger und Diskussionen. "Wegen Querelen mit dem Pächter und damit ungewisser Zukunft, ist auch der traditionelle Triathlon der seit 2004 in Storkow stattfand zum Scharmützelsee gewechselt", erzählt Lore Böhme, die als erfolgreiche Athletin  den regionalen Triathlon-Wettbewerb des Fürstenwalder Vereins  mit ins Leben gerufen hat. Seit 25 Jahren ist Lore Böhme, die heute noch als Sport-und Geografielehrerin in der Hangelsberger Montessori -Oberschule unterrichtet, im Triathlon-Verein.

Die quirlige Seniorin kann auf einige sportliche Erfolge zurückblicken. Bei den Europa-Meisterschaften 2001 belegte die damals 56-Jährige in 5000- Meter-Schwimmen den 6. Platz. 2004 wurde sie Weltmeister im Quadrathlon, einem  sportlichen Vierkampf aus Schwimmen, Radfahren, Kanufahren und Laufen. Den Vize-Weltmeistertitel im Triathlon holte Lore Böhme 2007. Danach musste sie zehn Jahre aus familiären Gründen mit dem Leistungssport pausieren. Jetzt will Lore Böhme langsam das Training aufnehmen , um  mit 80 Jahren wieder aktiv zu starten.

Bis dahin wird Lore Böhme ihre ganze Kraft für das Strandbad einsetzen. Vor allem, da seit dieser Saison fast wieder alles beim Altbewährtem ist. Ehrenamtler der Fürstenwalder Wasserwacht haben auf ihre Initiative hin die Absicherung des Badebetriebes übernommen. Auch der Nachwuchs mit Jonathan Deutsch, Maximilian Nietzold , Mario Seidenfaden, Lucas und Jacob Schwaß sowie Moses Erbach steht schon in den Startlöchern. Haben sich Gruppen angemeldet, sind sie unterstützend vor Ort, genau wie auch Andrea Gombert.

Drei Fragen an Lore Böhme

Wer hat Sie in Ihrer Entwicklung am meisten geprägt? Meine Eltern. Als 7. und letztes Kind natürlich auch alle meine Geschwister. Insbesondere aber meine Mutter, die immer bescheiden im Hintergrund agiert hat. Meine Brüder haben mich zum Schwimmenlernen einfach ins Wasser geworfen.

Was wünschen Sie sich seit Jahren? Ein Mittel gegen die Dummheit der Menschheit. Sie rennt immer wieder Rattenfängern hinterher, ohne nachzudenken.

Würden Sie in Ihrem Ort etwas ändern, wenn Sie Bürgermeisterin wären? Da ich keinen konkreten Einblick in das Aufgabenfeld eines Bürgermeisters habe, kann ich dazu keine realistischen Vorschläge machen. Aber man kann auch in der Demokratie ohne politische Ämter etwas bewegen.

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