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Badeverbot
Das Schwarze Luch erreicht die Stadtpolitik

Abgesperrt: Große Schilder und ein Zaun sollen verhindern, dass im Kiessee gebadet wird.
Abgesperrt: Große Schilder und ein Zaun sollen verhindern, dass im Kiessee gebadet wird. © Foto: Stefan Lötsch
Stefan Lötsch / 14.08.2019, 07:00 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Eigentlich wäre es das ideale Wetter: Die Sonne scheint, die Außentemperatur ist sommerlich, die Wassertemperatur sicherlich angenehm: Doch der Badestrand am Schwarzen Luch ist verwaist. Nirgendwo sind Schwimmer zu sehen am Dienstag am späten Vormittag. Nicht nur das: Große Schilder warnen davor, das Gelände rund um den Kiessee zu betreten. Sogar ein Zaun wurde mit viel Aufwand errichtet, der an einigen Stellen allerdings schon wieder löchrig ist.

Nicht nur bei den Pächtern der anliegenden Gartenparzellen des Vereins "Schwarzes Luch" ist die Enttäuschung riesig. "Das ist traurig, das bedrückt uns alle", sagt eine über 80-Jährige, die mit ihrem Mann dort eine Gartenparzelle hat, der MOZ. Dass ihr und vielen anderen, die den Kiessee bisher genutzt haben, eine Drahtzaunmauer vor die Nase gesetzt werde, wie sie passend zum 13. August, dem Jahrestag der Errichtung der Berliner Mauer, sagt, findet sie ganz schlimm. "Da müsste doch die Stadt eingreifen", ärgert sie sich. Dass die riesigen Schilder aufgestellt und vor allem ein Drahtzaun errichtet wurde, darüber seien sie nicht informiert worden. 40 Jahre lang, so sagt sie, war es kein Problem, dass im Kiessee gebadet werden konnte. Für viele ist das vertraute Heimat.

Die Stadt verweist derweil darauf, dass es sich beim Kiessee um ein Privatgelände handelt, auf das sie keinen Einfluss habe. Immerhin wird sich an diesem Mittwoch, um 17 Uhr, im Rathaus der Ausschuss für Petitionen, Ordnung, Recht und Sicherheit mit der Angelegenheit befassen. Peter Schmidt, der auch eine Gartenparzelle am Schwarzen Luch und jahrelang einen Bootsverleih betrieben hat, hatte im März, als sich die harten Linie des Kiessee-Eigentümers abzeichnete, eine Petition an die Stadt gestartet. Der Inhalt: Das Baden im Kiessee soll zumindest an manchen Stellen weiterhin möglich sein. Gerne würde er auch seinen Bootsverleih weiter betreiben.

Zuständigkeit wird geprüft

Der Ausschuss werde zunächst zu prüfen haben, wieweit die Stadt dafür überhaupt zuständig ist, sagt Bernd Schneider, Vorsitzender des Ausschusses auf MOZ-Anfrage. Schließlich handele es sich nach wie vor um ein Betriebsgelände. "Das ist bis heute eine Betriebsstätte", erklärt Bernd Schneider. Die Stadt kann nicht einfach darüber bestimmen.

Derweil bestätigt das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe, das für die Genehmigung von Kiesabbau zuständig ist, auf Anfrage der MOZ, dass für Teilflächen des Kiessandtagebaues Vogelsang im Norden und Osten des Sees die Bergaufsicht beendet wurde, die Behörde dafür nicht mehr zuständig und ein weiterer Abbau von Kies dort auch nicht mehr möglich ist. Allerdings: "Der Rahmenbetriebsplan ist bis zum 31. Dezember 2025 gültig. Bei nicht vollständiger Rohstoffgewinnung ist der Rahmenbetriebsplan grundsätzlich verlängerbar." Vermutlich bis dahin, ohne dass es das Bergbauamt sagt, wird sich wohl an der Situation an der Kiesgrube auch nichts wesentlich ändern. Sollte der Kiesabbau vollständig beendet werden, müsse vor der Beendigung der Bergaufsicht auf der Grundlage eines zugelassenen Abschlussbetriebsplanes die Wiedernutzbarmachung durchgeführt werden, teilte das Bergbauamt mit. "Dies beinhaltet Gefahrenbeseitigung und Gestaltung der Oberfläche einschließlich gegebenenfalls die erforderliche Nachsorge." In diesem Jahr, so beobachten die Anwohner, sei noch nur einmal Kies abgebaut worden.

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