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Das gusseiserne Andenken an Karl Friedrich Baath in Behlendorf erregt Gemüter und sorgt für Diskussionen.

Grabmal
Amtsrat-Denkmal wirft Fragen auf

Grabmal in Behlendorf: Mitten im Park steht das Denkmal für Karl Friedrich Baath.
Grabmal in Behlendorf: Mitten im Park steht das Denkmal für Karl Friedrich Baath. © Foto: Bettina Winkler
Bettina Winkler / 21.08.2019, 06:00 Uhr
Heinersdorf (MOZ) Am hohen Westufer des Heinersdorfer Sees liegt Behlendorf mit seinem historischen Dorfkern. Die "Gutsanlage mit Park" ist in der Liste der Brandenburger Denkmale verzeichnet. Nur wenige Meter hinter dem Gutshaus in Richtung See thront ein gusseisernes Denkmal für Karl Friedrich Baath (1756 - 1816), königlicher Amtsrat und Gutspächter, der 1802 das Gut erworben hatte. Nach seinem Tod wurde es von seinen Kindern errichtet.

Im Jahr 2001 kaufte eine Familie das 17 Hektar große Areal.  Damit wurde diese Eigentümer des Baath-Denkmals. Bei Spaziergängern sorgt es für Aufsehen. So ging es auch einer MOZ-Leserin, die es bei einem Besuch in Behlendorf entdeckte. Sie habe sich allerdings über den "verwahrlosten Eindruck" der Anlage gewundert, schrieb sie in einem Leserbrief. Da das Dorf zur Arbeitsgemeinschaft (AG) Historische Dorfkerne gehört, müsse doch "etwas getan werden und das Grab sowie die Parkanlage wieder instand gesetzt werden."

Diese AG versteht sich als Netzwerk zum Erfahrungsaustausch und zur Stärkung des öffentlichen Bewusstseins für historische Dorfformen und Baukultur in den ländlichen Räumen Brandenburgs. "In Bezug auf Pflege und Herrichtung bestimmter Gebäude und Parkanlagen können wir nur  Hilfestellungen und Hinweise geben", teilt der Vorsitzende, Karsten Birkholz, auf Nachfrage mit. "Angesichts der bescheidenen finanziellen Möglichkeiten der Kommunen im ländlichen Raum sind Pflege, Unterhaltung und auch die denkmalgerechte Herrichtung oft verbesserungswürdig."

Fragen an den Eigentümer

Die Frage stellt sich, ob hier die Kommune oder der  Landeigentümer, der zufällig ein Denkmal auf seinem Grundstück stehen hat, in die Pflicht genommen wird.  "Eigentümer oder Verfügungsberechtigte von Denkmalen sind gesetzlich verpflichtet, diese zu erhalten, zu schützen und zu pflegen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Privatpersonen, Unternehmen oder Institutionen handelt", teilt Mario Behnke, Pressesprecher des Landkreises mit.

Die untere Denkmalschutzbehörde sei grundsätzlich bemüht, gemeinsam mit dem Eigentümer Lösungen zu entwickeln, die den Erhalt eines Denkmals gewährleisten und bietet umfassende Beratung an. Tritt doch aus verschiedenen Gründen eine Gefährdung des Denkmals ein, ist die Denkmalschutzbehörde zum Handeln verpflichtet. Im Einzelfall kann es auch zu Erhaltungsanordnungen gegen den Eigentümer bzw. Verfügungsberechtigten eines Denkmals kommen. Die Eigentümer des Gutshofs Behlendorf wollen sich zu dem Thema auf Nachfrage nicht äußern.

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