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Lange Nacht
Torte und Kurse im Test bei der Volkshochschule

Ruth Buder / 23.09.2019, 06:00 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Eigentlich müsste es doch einfach sein, die markante Angela Merkel zu karikieren. "Nein, ganz und gar nicht", entgegnet Peter Weber, der mit seiner Frau Sandra versucht, die Kanzlerin zu zeichnen. Beide nahmen an einem Schnupperkurs anlässlich des 100. Geburtstages der Volkshochschule (VHS) teil.

Kursleiter Andreas Mücke gab zwar seinen Schülern etliche Tipps, aber in einer halben Stunde kann noch kein Meister vom Himmel fallen. "Wir lieben Karikaturen, sind immer wieder beeindruckt, wie man mit einfachen Strichen eine starke Aussage treffen kann", erklärt Sandra Weber. Deshalb möchte das Fürstenwalder Ehepaar den am 5. November beginnenden Kurs besuchen. Allerdings müssen sieben Teilnehmer zusammenkommen, damit dieser starten kann.

Während der "Langen Nacht der Volkshochschule" am Freitag in Fürstenwalde hatten die Besucher – mehr als 100 Menschen waren gekommen – viele Möglichkeiten zum Schnuppern. Das tat auch Landrat Rolf Lindemann, der sich für chinesische Schriftzeichen interessierte. Dabei lernte er auch, wie man Guten Tag auf Chinesisch sagt. Und nicht nur das. Zhenxing Ye, die seit vier Jahren in Deutschland lebt, erklärte, dass man in China nach der Begrüßung nicht wie in Deutschland "Wie geht es ihnen?", sondern "Haben sie schon gegessen?" fragt.

Die Besucher konnten verschiedene alte und neue Kinderspiele ausprobieren, die Lebensweise der Indianer auf anschauliche Weise kennenlernen oder Gartenkunde auf Englisch erleben. In einem weiteren Kurs hatte Hobbybäckerin Verena Lehmann drei gruselige, mit Spinnennetzen verzierte Torten für Halloween gebacken, die gemeinsam mit allen Gästen verputzt wurden.

Sophie Klaust, die Leiterin der Volkshochschule Oder-Spree, hatte mit ihren Mitarbeitern keine Mühe gescheut, die Lange Nacht anlässlich des Jubiläums originell zu gestalten. "An Ideen mangelt es uns auch für unser breitgefächertes VHS-Programm nicht, aber manchmal fehlen uns die passenden Kursleiter", gab sie zu verstehen. Mitunter fehlten aber auch die Teilnehmer, um einen Kurs eröffnen zu können.  "Immer voll sind zurzeit unsere Kurse zum Umgang mit dem Smartphone. Und natürlich die Sprachkurse."

Stark im Kommen seien auch Schneider-Kurse, dafür interessierten sich vor allem junge Leute. Jugendliche, die gerade in der Schule oder Ausbildung sind, besuchten eher selten die VHS. Der Altersdurchschnitt liege bei etwa 50 Jahren, schätzt Sophie Klaust. "Das sind die, die ihre Kinder abends nicht mehr beaufsichtigen müssen oder etwas für sich selbst tun möchten." Rund 4000 Teilnehmer besuchen jährlich die Volkshochschule, eine Größe, die stabil ist.

Teilnehmer aus allen Schichten

Zu den "langgedienten" Kursleitern gehört Wilfried Hoffmann, der Englisch unterrichtet. "Ich mache das seit 1983", sagt der 69-Jährige. Das Spannende an der Arbeit sei, dass in den Klassen alle Altersgruppen, aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten, aus verschiedenen Berufen zusammengewürfelt seien. Manchmal entwickelten sich sogar Freundschaften. Als Lehrer habe man es leicht, denn man müsse man nicht wie in der Schule motivieren: "Die hier sitzen, kommen alle freiwillig und möchten unbedingt etwas lernen. Neuerdings wünschen sie sogar, dass ich ihnen Hausaufgaben aufgebe."

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