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Tierpaten gesucht
Igelkinder brauchen Hilfe

Passt in eine Hand:  25 solcher Igel-Babys werden derzeit im Fürstenwalder Tierheim versorgt. Die stachligen Findlinge müssen sich ein Fettpolster anfuttern.
Passt in eine Hand:  25 solcher Igel-Babys werden derzeit im Fürstenwalder Tierheim versorgt. Die stachligen Findlinge müssen sich ein Fettpolster anfuttern. © Foto: Bettina Winkler
Bettina Winkler / 01.10.2019, 22:00 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Sie sind klein, flink und stachlig. Besonders im Herbst sind Igel allerlei Gefahren durch Autos, aber auch durch Rasenmäher ausgesetzt. Und wenn die ersten frostigen Nächte kommen, versiegt auch noch die Nahrungsquelle.

Die nachtaktiven Stachelkugeln vertilgen Käfer, Larven von Nachtschmetterlingen und sonstigen Insekten, Regenwürmer, Ohrwürmer, Schnecken sowie Spinnen. Dass Igel Obst fressen, ist dagegen ein Mythos. Immer mehr Igel-Kinder irren jetzt auf Suche nach Nahrung in Gärten, in Wäldern oder auf Straßen umher. Sie sind auf Tour, um sich Winterspeck anzufressen. Je kühler die Nächte, um so schwerer wird es, den Magen zu füllen.

25 Igel-Kinder in Pflege

Das Fürstenwalder Tierheim  beherbergt in der Igelstation wieder stachlige Winzlinge, die ohne menschliche Hilfe den Winter nicht überstehen. Der Stachel-Nachwuchs, der von Tierfreunden aufgesammelt wurde,  bringt 80 bis 200 Gramm auf die Waage. "Wir haben schon 25 kleine Igel in Pflege und fast jeden Tag kommen welche dazu", erzählt Vizechefin des Tierheims Christine Matzke. Sieben winzige Igel – die Mutter war tot – waren die ersten in diesem Herbst.

Das Tierheim rechnet erfahrungsgemäß in jeder Herbstsaison mit an die hundert Igeln. Die mutterlosen Tiere brauchen besondere Zuwendung. Sie kuscheln sich aneinander, um die Mutterwärme zu ersetzen. Sie wurden zuerst in der Tierklinik auf Parasiten untersucht, entfloht, entwurmt und versorgt.  Dort sind übrigens auch sogenannte Igelpakete für Tierfreunde, die Igel zu Hause überwintern wollen, erhältlich.

Tierpflegerin Brita Borsutzki und  Schülerpraktikant Ben Lange von der Spreeoberschule kümmern sich rührend um die Igel-Findlinge, die sich jetzt Winterspeck anfressen müssen. Aus Katzen-Dosenfutter, Haferflocken, Wasser, Nüssen und gekochtem Ei wird ein nahrhafter Brei gereicht. "Igel dürfen auf keinen Fall Milch bekommen", sagt Christine Matzke.

Ohne Unterstützung von Tierfreunden ist die ehrenamtliche Aufgabe für das Kommunikationszentrum Mensch & Tier nicht zu stemmen. Schließlich betreibt die Einrichtung nicht nur das Tierheim, sondern auch die ehrenamtliche Igelstation an der Berkenbrücker Chaussee. Allein das Reinigen der Igel-Unterkünfte und das Füttern bedeuten täglich zusätzliche Arbeitszeit. Außerdem haben Jung-Igel enormen Appetit. "Sie fressen mehr als die Katzen", sagt Christine Matzke. Deshalb hofft sie wieder auf Unterstützung und sucht auch für diesen Winter Igel-
Paten, die die stachligen Pfleglinge so lange mit Futter versorgen, bis sie über 500 Gramm wiegen.

Wer Lust und Zeit sowie die nötigen Voraussetzungen wie zum Beispiel einen separaten frostfreien Raum hat, kann sich unter Telefon 03361 2862 melden.

Was sollen Igel-Paten bei der Pflege beachten?

Igel können gut klettern, deshalb ist ein ausbruchsicherer Ort nötig. Gut geeignet sind ein größerer Käfig oder eine Kiste mit hohem Rand. Ein Igel braucht einen Quadratmeter Platz. Die Tiere verbreiten unangenehme Gerüche, deshalb bringt man sie besser nicht in Wohnräumen unter. Es empfiehlt sich ein Kellerraum mit Temperaturen von 10 bis 15 Grad.

Als Schlafplatz dient ein Pappkarton, gefüllt mit Zellstoff oder Papierschnipsel. Hat der Igel ein Gewicht von über 500 Gramm erreicht, braucht er für den Winterschlaf eine Raumtemperatur um die 5 Grad. Ist es wärmer, fällt das Tier nur in einen kräftezehrenden Dämmerschlaf. ⇥ bw

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