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Fürstenwalder Muslime beziehen voraussichtlich im November neue Räume im Julius-Pintsch-Ring. Der Gebetsraum in der Mühlenstraße war zu klein.

Religion
Muslimische Gemeinde bekommt mehr Platz fürs Gebet

Annemarie Diehr / 30.10.2019, 07:00 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Der Herr über die Schlüssel heißt Mohamad Samer Belal. Am Dienstagvormittag öffnet er ein schweres Eisentor im Julius-Pintsch-Ring 33, gewährt Eintritt in einen mit Herbstlaub beregneten Garten. An dessen Ende thront ein eingeschossiger Bau mit überdachter Terrasse; wenn alles gut geht, sollen sich hier noch im November erstmals Muslime zum Gebet versammeln.  "Er wird tagsüber hier sein und die Betenden empfangen", sagt Izzeldeen Hayajneh und deutet auf Belal, der den Schlüsselbund in der Hand hält.

Drei Jahre hat Hayajneh in Fürstenwalde nach einer Immobilie gesucht, die sich als Gebetsraum für Muslime eignet. Der vorhandene in der Mühlenstraße war schon bei Bezug im Juni 2016 bloß als Übergangslösung gedacht. 40, vielleicht 60 Menschen hätten dort Platz. Für die Anzahl der Gläubigen, sagt Hayajneh, war der Raum zu klein. Insbesondere beim Freitagsgebet und an hohen Feiertagen wie dem Opferfest wurde es eng. 300 muslimische Familien gibt es in Fürstenwalde, schätzt er. Laut Verwaltung bilden unter den Migrantengruppen die Arabisch-Sprachigen mit etwa 900 Angehörigen die größten Gruppe. Den Gläubigen steht in der Ehrenfried-Jopp-Straße ein weiterer, deutlich größerer Gebetsraum zur Verfügung. Betrieben wird er vom Verein IZF Al Salam. Einen Austausch mit den Mitgliedern gebe es nicht, sagt Izzeldeen Hayajneh, aber auch kein Konkurrenzdenken.

Die Räume im Pintsch-Ring bieten auf 160 Quadratmetern Platz für bis zu 120 Menschen, sagt Hayajneh, der Mieter der Immobilie ist. "Die Stadt hat uns mit Kontakten geholfen, einen geeigneten Gebetsraum zu finden", sagt er. So wurde der gebürtige Jordanier auf Hauke Hickler aufmerksam, Geschäftsführer der Julius-Pintsch-Ring 33 UG. Mit ihm hat Hayajneh als Vorsitzender eines Religionsvereins, der sich zurzeit noch in Gründung befindet, einen auf zehn Jahre ausgelegten Mietvertrag vereinbart. "Die Miete zahle ich privat und aus Spenden", sagt Hayajneh.

Finanzierung ist Privatsache

"Die Miete oder der Kauf religiöser Begegnungsstätten ist Privatsache", betont Stadtsprecherin Anne-Gret Trilling. Auch an den Kosten des Gebetsraumes in der Mühlenstraße habe sich die Stadt nie beteiligt. Fördermittel, die dem Landkreis für 2019 und 2020 durch das Bündnis für Brandenburg im Rahmen des Regionalbudgets zur Verfügung gestellt werden, verdeutlicht dazu Kreissprecher Mario Behnke, sind auf Begegnungsprojekte, Integration und die Unterstützung gesellschaftliche Teilhabe ausgerichtet.

Von Förderung profitieren könnte der Verein Al Tariq, der sich in Fürstenwalde für den kulturellen Austausch zwischen Deutschen und Arabern stark macht und dessen Vorsitzender Izzeldeen Hayajneh ist. Seine Frau Faten könnte sich vorstellen, die Räumlichkeiten im Pintsch-Ring nicht nur für Gebete, sondern auch für Veranstaltungen zu nutzen und den deutsch-arabischen Elterntreff in der Kita Kunterbunt dorthin zu verlegen.

Bis dahin gibt es für die Freiwilligen, die bei der Renovierung helfen, noch einiges zu tun: Letzte Malerarbeiten, neue Lampen und einen fünf Zentimeter dicken Teppich brauchen die neuen Räume, bevor die Gläubigen zum Gebet einziehen können.

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