Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Die Gemeinde Bad Saarow will im Westufer-Bereich einen Nahversorger ansiedeln. Anrainer kritisieren den geplanten Standort.

Einzelhandel
Segler gegen Supermarkt an der Regattastraße

Bisher bewaldet: Das für den Supermarkt vorgesehene Grundstück an der Regattastraße gehört der Gemeinde.
Bisher bewaldet: Das für den Supermarkt vorgesehene Grundstück an der Regattastraße gehört der Gemeinde. © Foto: Bernhard Schwiete
Bernhard Schwiete / 07.11.2019, 07:30 Uhr
Bad Saarow (MOZ) Die Entscheidung über den Standort für den geplanten neuen Supermarkt am Scharmützelsee-Westufer in Bad Saarow ist vertagt worden. Die Gemeindevertretung nahm den entsprechenden Beschluss zuletzt von ihrer Tagesordnung. Während das zeitliche Gründe hatte, regt sich auch Protest gegen die bisherigen Pläne in der Scharmützelsee-Amtsverwaltung und in den politischen Gremien.

Die Zeiger der Uhr waren bereits vorangeschritten, dringendere Beschlüsse lagen noch vor den Gemeindevertretern, da stellte Bürgermeister Axel Hylla (Linke) in der jüngsten Sitzung den Antrag, die Sache mit dem Supermarkt zu vertagen. Bei drei Gegenstimmen wurde dieser angenommen. Im entsprechenden Tagesordnungspunkt sollte es um die Abwägung von Stellungnahmen zu einer ganzen Reihe von Änderungen im Flächennutzungsplan gehen. Eine davon besagt, dass ein bisher bewaldetes, exakt 5555 Quadratmeter großes Areal nördlich der Regattastraße zu einer "Sonderbaufläche Handel" umgewandelt werden soll.

Hinter dieser Änderung steckt das Ziel, dort einen Supermarkt anzusiedeln. Dadurch soll es künftig für die Westufer-Bewohner einen Nahversorger geben, und verbunden wird damit auch die Hoffnung, dass der Autoverkehr in der Lindenstraße abnimmt. Bisher müssen Einkäufer aus dem westlichen Teil des Ortes diesen Weg nehmen, um mangels Alternative zu den Märkten von Netto und Edeka in der Pieskower Straße zu gelangen.

Auf Widerstand stößt der Standort nun bei den Seglern der SG Scharmützelsee, deren Vereinsgelände in unmittelbarer Nähe liegt. In der Einwohnerfragestunde meldete sich ein Mitglied des Vereins zu Wort. Mit dem Supermarkt würde das Ambiente von Saarow-Dorf, dem Ursprung des Ortes, zerstört, lautete eines seiner Argumente. Bauamtsleiterin Simone Tannhäuser berichtete, dass ein Protestschreiben des Vereins in der Verwaltung vorliege. Mittlerweile ist auch eine Online-Petition gegen das Vorhaben gestartet. Bis Mittwochnachmittag fand diese 31 Unterzeichner.

In der Gemeindevertretung antwortete Tannhäuser den Seglern, man habe verschiedene Standorte geprüft. Vorteil des Grundstücks an der Regattastraße sei, dass es der Gemeinde gehöre. Eigentümer anderer Flächen seien nicht willens zu verkaufen. Zudem bleibe zwischen dem bestehenden Parkplatz an der Regattastraße und dem Vereinsgelände ein Stück Wald unangetastet. Hylla sagte, in direkter Nähe gäbe es vermutlich immer Proteste, egal, welchen Standort man wähle. Mit der Vertagung der Entscheidung verband der Bürgermeister indes auch die Aussicht, das Thema noch einmal im Bauausschuss diskutieren zu können. Eine Beschlussfassung soll es am 16. Dezember in der Gemeindevertretung geben.

Netto vor Erweiterung

Kurz vor dem Vollzug steht unterdessen die Änderung des Bebauungsplans "Zentrum". Deren Ziel ist, dass die Discounter-Kette Netto ihren Markt in der Pieskower Straße erweitern kann, ebenso wie den Parkplatz. Zulässig ist dann eine Verkaufsfläche von maximal 2275 Quadratmetern. Für den finalen Satzungsbeschluss fehlen nur noch die Unterschriften unter einen Städtebaulichen Vertrag zwischen der Gemeinde und Netto.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG