Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Geschichte
Steine in Fürstenwalde erinnern an Euthanasie-Morde

Erinnerungsort: Museumsleiter Guido Strohfeldt führt Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums über das Gelände der Fürstenwalder Samariteranstalten.
Erinnerungsort: Museumsleiter Guido Strohfeldt führt Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums über das Gelände der Fürstenwalder Samariteranstalten. © Foto: Annemarie Diehr
Annemarie Diehr / 19.11.2019, 20:56 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Auf dem Gelände der Samariteranstalten häufen sich die Gedenktafeln: Von den 50 in Fürstenwalde verlegten Stolpersteinen befindet sich knapp die Hälfte auf dem Areal um die August-Bebel-Straße. "Ermordet in der Heilanstalt Bernburg. T4-Aktion", lesen die Zehntklässler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums auf den Steinen – egal an welcher Gedenktafel Guido Strohfeldt am Dienstag mit ihnen verweilt.

Im Rahmen ihrer schulischen Projektwoche hat Lehrerin Carmen Albustin den Leiter des Fürstenwalder Museums für einen Rundgang durch die Samariteranstalten gewonnen. Es geht um das nationalsozialistische  Euthanasieprogramm und dessen Auswirkungen auf die früheren Bewohner der Einrichtung.

"Aktion T4" in Fürstenwalde

Wera G. beispielsweise, die aufgrund ihres Verhaltens für schulunfähig erklärt worden war, berichtet Strohfeldt, wurde 1940 von der Landesanstalt Brandenburg-Görden nach Fürstenwalde verlegt; von dort anderthalb Jahre später über Zwischenstationen in die Landes-Heil- und Pflegeanstalt Bernburg. In Bernburg widerfährt ihr, was nach Beschluss der Tötungsaktion "T4" zwischen  Januar 1940 und August 1941 70 000 Menschen widerfuhr, die von den Nationalsozialisten als "lebensunwert" stigmatisiert wurden: sie wurde vergast. Wera G. wurde 18 Jahre alt.

"Ich kann nicht begreifen, dass so viele Menschen umgebracht wurden", sagt Majandra Hofer. Wie ihre 14 Mitschüler hat sich die 16-Jährige freiwillig für die Projektgruppe Euthanasie entschieden. Heute informieren sich die Schüler dazu im Haus der Wannseekonferenz in Berlin. Am Ende, sagt Carmen Albustin, werde ein Projekthefter erstellt.

Tag der offenen Tür am Geschwister-Scholl-Gymnasium, Sonnabend, 10 bis 13 Uhr, Frankfurter Straße 70, Fürstenwalde

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG