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Der Besucherandrang bei "City of Lights" in Fürstenwalde ist so groß, dass sogar die Veranstalter überrascht sind.

Lichtspektakel
City of Lights lockt die Massen nach Fürstenwalde

Bernhard Schwiete / 02.12.2019, 07:00 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Sie greifen zur exakt selben Wortwahl. "Überwältigt" seien sie vom Andrang, sagen Udo Dittfurth vom Innenstadtmanagement und Guido Strohfeldt, der Leiter des Fürstenwalder Museums. Kurz vor 18 Uhr haben sie am Sonnabend nacheinander das Mikrofon ergriffen, um die Teilnehmer am ersten von zwei geführten Rundgängen durch die "City of Lights" zu begrüßen. Sie stehen auf dem Platz zwischen Dom und Kulturfabrik, und vor ihnen hat sich eine gewaltige, in der Zahl kaum zu schätzende Menschentraube versammelt. Besucher sind gleichermaßen überrascht, wie viele Gleichgesinnte sie dort treffen. "Das hätte ich nicht erwartet", entfährt es einer Frau.

Zur "City of Lights" wird Fürstenwalde am Sonnabend anlässlich eines Vierteljahrhunderts der Erneuerung der Innenstadt. Seit 1994 sind mit Hilfe von Fördermitteln für rund 16 Millionen Euro zahlreiche Gebäude saniert worden. Dazu gehören repräsentative wie der Dom, das Alte Rathaus, die Kulturfabrik und die Rahnschule, aber auch Privathäuser, zum Beispiel in der Frankfurter Straße und in der Dr.-Wilhelm-Külz-Straße. Am Sonnabend werden diese zum Jubiläum sechs Stunden lang speziell beleuchtet.

Angesichts des Ansturms wird der Rundgang in zwei Gruppen geteilt. Erläuterungen zur Geschichte der Häuser bekommen die Teilnehmer außer von Dittfurth und Strohfeldt auch von Christfried Tschepe, Leiter des Bereichs Stadtentwicklung im Rathaus, und Christian Köckeritz von der Kulturfabrik. Ausgestattet mit Mikrofon und mobilem Lautsprecher geht es innerhalb einer Stunde zum Platz am Stern vor der Rahnschule. Die Technik stößt dabei angesichts der vielen Menschen an Grenzen. Viele Teilnehmer haben Mühe, den fachkundigen Erläuterungen akustisch zu folgen. Besonders stark sind diese Probleme vor dem Dom und auf dem Marktplatz, vor dem Alten Rathaus. Dort wird die besondere Stimmung der Lichtinstallationen verstärkt durch Musik. Offenbar aber hat niemand daran gedacht, die Klänge für die Zeit des geführten Rundgangs abzustellen. "Das stört leider", sagt Norbert Redlich, ein "Ur-Fürstenwalder", wie er sagt, der die Stadt also auch noch aus der Zeit kennt, als die heutige Kulturfabrik und ehemalige Brauerei leer stand und das Areal rund um das Alte Rathaus eine Ödnis war, die als großflächiger Parkplatz genutzt wurde.

Genau dieser Wandel in der Stadt wird beim Rundgang erzählt, und in den Lichtinstallationen an den Gebäuden wird er sichtbar. Auf die Nord-Fassade des Alten Rathauses zum Beispiel werden Fotos projiziert. Sie zeigen eben jenen Parkplatz, sie zeigen, wie das Gebäude nach dem Zweiten Weltkrieg als Ruine zurückblieb, und sie zeigen, wie nach 1990 rund um den Markt und in der Mühlenstraße neues Leben einkehrte.

Überall lobende Kommentare

Diese optischen Impressionen lassen die Besucher die Akustik-Probleme vergessen. "Das ist super gemacht, mehr, als man erwarten konnte", sagt Redlich. Auch andere bekunden, vorher keine genauen Vorstellungen gehabt zu haben von dem, was am Sonnabend zu sehen und zu erleben ist. "Sehr gut", "sehr schön" sind die Kommentare, die immer wieder fallen – und auch "schön, dass so viele Menschen gekommen sind". Überall recken die Besucher ihre Smartphones in die Höhe, um zu fotografieren und vor allem zu filmen, angesichts der stetig wechselnden optischen Eindrücke an den Gebäuden.

Nicht nur angesichts der Äußerungen von Dittfurth und Strohlfeldt wirkt es, als seien die Veranstalter überrascht vom Andrang. An einer Hütte auf dem Platz am Stern, in der Glühwein und Waffeln angeboten werden, bilden sich Schlangen. Auf dem Marktplatz fehlt eine gastronomische Versorgung. Sie hätte ein gutes Geschäft werden können.

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