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Energie
Hangelsberger frustriert: Kaum Mitspracherecht bei Windrädern

Diskussion an vier runden Tischen im Bürgerhaus Hangelsberg: Die Themen Natur und Umwelt werden hier mit Mitarbeitern des Vorhabenträgers Eno Energy debattiert, der 18 Windkraftanlagen errichten möchte.
Diskussion an vier runden Tischen im Bürgerhaus Hangelsberg: Die Themen Natur und Umwelt werden hier mit Mitarbeitern des Vorhabenträgers Eno Energy debattiert, der 18 Windkraftanlagen errichten möchte. © Foto: Ruth Buder
Ruth Buder / 12.02.2020, 03:30 Uhr
Hangelsberg Rund 30 Bürger haben sich am Dienstagabend für die Windpark-Pläne zwischen Hangelsberg und Kienbaum interessiert und waren der Einladung ins Hangelsberger Bürgerhaus gefolgt. Hier konnten sie mit Experten des Vorhabenträgers Eno Energy ins Gespräch kommen. Gefragt waren auch Ideen, welche Ausgleichsmaßnahmen für den Eingriff in die Natur in Frage kämen. Diese reichten vom Waldumbau über den Bau eines Radweges an der L385 über neue Naturlehrpfade bis hin zu Maßnahmen, die mehr Störche in die Müggelspreeniederung bringen sollen.

Stefan Dachsel wollte wissen, warum gerade in einem Waldgebiet Windräder errichtet werden sollen, wenn es doch genau daneben eine Ackerfläche gebe. Wolfgang Rump, Leiter der Regionalen Planungsgemeinschaft Oderland-Spree, erklärte, dass diese Fläche wegen "schlaggefährdeter Vogelarten" wie Adler, für Windenergiegewinnung nicht in Frage käme. "Das ist zwar alles interessant hier, aber im Prinzip können wir ja nicht verhindern, dass hier im Wald ein Windpark entsteht. Die Messen sind gesungen", bedauerte Stefan Dachsel.

Bauprivileg für Windräder

Diesen Eindruck vermittelten auch andere Teilnehmer der Veranstaltung, der Hangelsberger Ortsvorsteher Peter Komann machte ebenfalls keinen Hehl aus seiner Ablehnung. Rump verwies auf das Bauprivileg von Windkraft und auf den rechtskräftigen Regionalplan, mit dem bereits die räumliche Nutzung eingeschränkt werde. Zum Windeignungsgebiet 52 habe es keine Einwendungen gegeben. Der Windpark Hangelsberg/Kienbaum sei nicht der einzige, in dem Windräder im Wald errichtet würden, so Rump.

Bereits genehmigt sei eine Fläche an der Autobahn bei Spreeau. Geplant sei eine weitere im Schlaubetal. Der Regionalplaner selbst findet Windräder im Wald weniger störend als in der freien Landschaft, wo Sichtachsen unterbrochen werden. Der Windpark Hangelsberg/Kienbaum soll ausschließlich in Kiefernwald errichtet werden, der sich im Eigentum des Landes befindet. "Kein Förster ist erfreut, wenn Wald für bauliche Maßnahmen umgewandelt wird", räumte auch Jens Wedlich, Mitarbeiter des Landesforstverwaltung, ein. "Aber das ist gesetzlich möglich und die landesspezifischen Interessen gehen vor." Es müsse darauf geachtet werden, dass die Eingriffe in den Wald gering sind und diese ausgeglichen werden.

Mit dem ersten Entwurf des Bebauungsplans, der den Gemeindevertretern am 27. Februar vorliegt, kann die Gemeinde Einfluss auf die Umsetzung der Pläne nehmen und Forderungen stellen. Die Pläne werden dann öffentlich ausgelegt, damit Träger öffentlicher Belange und Bürger Stellungnahmen abgeben können. Ein Vorteil: Die Windkraftanlagen spülen Geld in die Haushaltskasse – 10 000 Euro pro Jahr und Anlage. 18 Anlagen sind geplant.

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