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Soli-Landwirtschaft
Bio-Gemüse als Dividende

Solidarische Landwirtschaft in Neuendorf im Sande: Sonia Bouissef-Rekab Ilyas (v. l.), Susanne Gärtner, Tino Kunzmann, Judith Viebach und Gabriele Bayer wollen zusammen Bio-Gemüse anbauen und es direkt vermarkten.
Solidarische Landwirtschaft in Neuendorf im Sande: Sonia Bouissef-Rekab Ilyas (v. l.), Susanne Gärtner, Tino Kunzmann, Judith Viebach und Gabriele Bayer wollen zusammen Bio-Gemüse anbauen und es direkt vermarkten. © Foto: Andreas Schmaltz
Andreas Schmaltz / 18.02.2020, 21:33 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Was künftig auf dem Gutshof in Neuendorf im Sande passieren soll, hängt auch ein bisschen von den Gästen ab, die am Mittwoch in den Fürstenwalder Parkclub kommen werden. Fünf junge Bauern wollen dort ihr Projekt der solidarischen Landwirtschaft präsentieren. Und in Fürstenwalde soll es für das Gemüse, das rings ums Gut wachsen soll, eine Verteilstation geben.

Bei der solidarischen Landwirtschaft schließen sich Bauern mit Privatleuten zusammen. Die Beteiligung funktioniert über Anteile, die die Verbraucher erwerben. Die Summe der Anteile deckt die Gesamtkosten des Hofes. Dafür erhalten die Verbraucher über Verteilerstationen ihren Teil an der Ernte. Damit soll nicht nur Geld durch erwirtschaftet, sondern die Gesamtarbeit "gut und fair" entlohnt werden, sagt Judith Viebach, eine Bäuerin, die mitmacht. "Die Menschen sollen verstehen, was dahinter steckt."

Pferde bearbeiten den Boden

Was bringt junge Menschen dazu, einen Hof zu übernehmen, und den sandigen Boden bewirtschaften zu wollen? "Auf ein Gut zu gehen, das nicht perfekt ist, mit sandigem, ausgelaugtem Boden und es wieder aufzubauen", das reizt sie, sagt Susanne Gärtner. Die Möglichkeit, das Umland zu gestalten, fasziniert sie. Um den Boden zu schonen, will die Gruppe das Land mit Pferden bearbeiten. Eine Herausforderung. Die Tiere Kaitoo und Namib stehen bereit. Gabriele Bayer, die sich um die beiden kümmert, sagt: "Es ist eine schöne Arbeitsweise." Auch, wenn manches länger dauere.

"Wir hatten die Idee, zunächst mit dem Anbau von Gemüse anzufangen. Später sollen Ziegen hinzukommen", erklärt Judith Viebach. Dann soll es auch Käse geben. Zu Beginn wird auf einem halben Hektar angebaut. Insgesamt stehen der Gruppe 16 Hektar Land zur Verfügung. "Es ist schon etwas verrückt, was wir hier machen", sagt Viebach. Doch es bestehe viel Interesse und Verständnis vor Ort. Die Eingesessenen helfen mit Maschinen aus und teilen ihre Beobachtungen über das Land, dass sie oft seit Jahrzehnten bewirtschaften.

Durch das Konzept der solidarischen Landwirtschaft ist die Gruppe nicht auf den Markt angewiesen. Damit hätten sie Planungssicherheit. Das Risiko eines Ernteausfalls wird von der Gemeinschaft getragen – solidarisch. Also von den Leuten, die auch vom Anbau profitieren. Fällt die Ernte kleiner aus, verkleinert sich auch die Menge an Gemüse, die man für einen Anteil erhält. Ist die Ernte gut, gibt es auch mehr zu verteilen.

Info-Veranstaltung im Parkclub

Wer sich für das Projekt interessiert oder vielleicht selbst einen Gemüseanteil erwerben möchte, kann sich bei der Info-Veranstaltung am Mittwoch, 19. Februar, im Parkclub Fürstenwalde, Dr.-Wilhelm-Külz-Straße 10, ab 18.30 Uhr über die solidarische Landwirtschaft und den Gutshof Neuendorf im Sande informieren. ⇥ans

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