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Fußball
Individuelles Training vorerst bis 31. März

Das war einmal... So wie hier beim Trainingsauftakt nach der Winterpause am 6. Januar werden die Regionalliga-Fußballer des FSV Union Fürstenwalde zumindest bis Ende des Monats nicht mehr gemeinsam auf dem Platz stehen.
Das war einmal... So wie hier beim Trainingsauftakt nach der Winterpause am 6. Januar werden die Regionalliga-Fußballer des FSV Union Fürstenwalde zumindest bis Ende des Monats nicht mehr gemeinsam auf dem Platz stehen. © Foto: Roland Hanke
Roland Hanke / 17.03.2020, 06:30 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Es ist Montag, kurz nach 13 Uhr, die Spieler treffen nach und nach im Fürstenwalder Friesenstadion ein, laufen an der bis auf Weiteres geschlossenen Geschäftsstelle vorbei ins Hauptgebäude in die Umkleidekabinen – und warten. Ein ungewohntes Bild im Vergleich zum Geschehen an normalen Trainingstagen.

Beinahe knisternde Spannung liegt in der Luft, denn in einem Raum in der ersten Etage besprechen Vereins-Präsident Sieghard Richter, der Sportliche Leiter Bernd Stiegel und Manager Sven Baethge zusammen mit Cheftrainer Matthias Maucksch und Physiotherapeut Denis Hasenbek die aktuelle Lage. Knapp eine Viertelstunde später, also zum eigentlichen Trainingsbeginn um 13.30 Uhr, werden dann an der frischen Luft vor dem Gebäude den Spielern die Entscheidungen des FSV-Vorstandes mitgeteilt, der bereits am Morgen zwei Stunden getagt hatte. Dass die eigentlich für den Nachmittag anberaumte Übungseinheit doch nicht stattfinden kann, hatte sich erst am Sonntagabend herauskristallisiert.

Laufen, dehnen, bewegen

Von Baethge und seinen Vorstandskollegen erfahren die Akteure – teils in Zivil, teils in Trainingssachen –, dass es bis zum 31. März kein Mannschaftstraining geben wird und sie sich individuell fit halten müssen – nach entsprechenden Plänen von Maucksch. "Dabei geht es jeden Tag oder zumindest jeden zweiten um Laufeinheiten sowie Dehnung, Gewandtheit und Beweglichkeit", erklärt der Coach. "Die Werte gehen in eine App ein, die ich täglich kontrolliere."

Wichtig für die Spieler sei, nicht alles auf Null zu fahren. Sie würden zugleich auch mal den Kopf freibekommen, da die anderen Freizeitangebote sowieso stark eingeschränkt sind. "Wir müssen das Beste aus der Situation machen", sagt dann auch Stürmer Nils Stettin, der zusammen mit seiner Freundin Darleen in Berlin-Lichtenberg wohnt. Er will die sozialen Kontakte weitgehend herunter fahren, derzeit auch den Kontakt zu seinen Eltern meiden. "Ansonsten werde ich viel laufen, mich allgemein fit halten, abwarten und hoffen, dass wir bald wieder auf den Platz zurück können", fügt der 23-Jährige hinzu, der in dieser Saison bislang fünf Tore für den FSV Union in der Regionalliga Nordost erzielt hat. Er wolle zugleich etwas durchatmen, "aber den Rest des Tages nicht nur rumsitzen". Spaziergänge mit der Freundin und seinem Hund – eine französische Bulldogge namens Nena – gehören zum Programm und tragen zur Fitness bei. Die müssen er und seine Teamkollegen jetzt also auch ohne Mannschaftstraining hochhalten.

Es ist zwar noch nicht abzusehen, ob und wann es weitergeht. "Da müssen erst einmal die Entscheidungen von Fifa, Uefa, Bundesliga und so weiter abgewartet werden", erklärt Matthias Maucksch. Wie das Szenario sich entwickeln könnte, darüber will der 50 Jahre alte Fußball-Lehrer nicht spekulieren, sich nicht an Kaffeesatzleserei beteiligen. "Aber das ist auch nebensächlich. Am wichtigsten ist in dieser Situation, dass möglichst jeder gesund bleibt."

Zeitnahe Entscheidung erhofft

Er hoffe hinsichtlich der restlichen Saison auf eine zeitnahe Entscheidung, "die sportlich fair auf dem grünen Rasen fällt und nicht am grünen Tisch". Zumal ja noch die Möglichkeit für die Domstädter besteht, als eventueller Landespokalsieger in den DFB-Pokal zu kommen. Doch das steheeben  alles in den Sternen und sei von der Entwicklung der Corona-Pandemie abhängig.

Obwohl der Trainer nun auch selbst mehr Zeit hat, werde er sich auf keinen Fall langweilen. "Ich hoffe, mal wieder die eine oder andere Runde Golf in Sachsen spielen zu können. Ich freue mich darauf, mit der Familie mehr Zeit zu verbringen. Und dann sind ja auch noch Garten und Grundstück auf Vordermann zu bringen. Es gibt genug zu tun."

Vorstand ständig in Kontakt

Letzteres gilt ebenfalls für Manager Baethge, abgesehen davon, dass er selbst Unternehmer in Fürstenwalde ist. Es gibt auch beim FSV Union trotz der Spielpause, die nach jetzigem Stand bis 23. März verordnet ist, allerhand zu regeln. "Wir sind als Vorstand untereinander und mit dem Trainer in ständigem Kontakt, um uns über die aktuelle Lage auszutauschen. Diese und deren weitere Entwicklung müssen wir auf jeden Fall in alle Überlegungen einbeziehen, wenn wir dann spätestens Ende nächster Woche über den ausgesetzten Trainingsbetrieb in unserem Stadion entscheiden", erklärt der Manager.

Dass das für den 28. März angesetzte Landespokal-Halbfinale beim Oberliga-Süd-Zweiten FSV Luckenwalde stattfindet, bezeichnet Sven Baethge als eher unwahrscheinlich. Er könnte sich auch vorstellen, die Saison bis in den Sommer zu verlängern und dafür die Pause im Winter zu verlegen.

Zugleich ist der Manager auch kräftig dabei, mit den Spielern über deren Verträge zu sprechen. Da bietet sich die Spielpause naturgemäß an. Verlängert für die kommende Saison haben bereits Kapitän Ingo Wunderlich und Offensivspieler Darryl Geurts. Als Torwart wurde Julian Simon (kommt vom FC Energie Cottbus) neu verpflichtet.

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