Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Corona-Urlaubssperre
Keine Pensionstiere im Fürstenwalder Tierheim

Conradin Walenciak / 25.03.2020, 03:00 Uhr - Aktualisiert 25.03.2020, 14:11
Fürstenwalde (MOZ) Er kuschelt sich an Tierpflegerin Caroline Becker und verfolgt mit seinen blass-blauen Augen interessiert den kleinen Zweig, den Christine Matzke, die Vizechefin des Fürstenwalder Tierheims, vor seinem Köpfchen hin und her wackelt: Perserkater Bandit, wie er von den Mitarbeitern der Auffangstation getauft wurde, genießt die morgendlichen Sonnenstrahlen in seinem Auslaufgehege in vollen Zügen.

Sein cremefarbenes Fell musste dem jungen Kater bei seiner Ankunft im Tierheim Mitte Februar gestutzt werden. "Es war vollkommen verfilzt", erklärt Matzke. "Uns blieb gar nichts anderes übrig." Bandit scheint das aber nicht großartig zu stören. Er schnurrt und blickt zufrieden durch die Gegend.

Gemeinsam mit dem Perser sind aktuell noch 19 weitere Katzen, 13 Hunde und zwei Sittiche im Tierheim untergebracht und suchen ein neues Zuhause. Besuchszeiten können gerade aber nicht angeboten werden – aus Corona-Gründen. "Einzeltermine können allerdings telefonisch abgesprochen werden", so Matzke.

Verpflegung ist gesichert

Apropos Corona: Auch der Tierheimbetrieb hat mit den Auswirkungen des Virus zu kämpfen. "Da niemand mehr in den Urlaub fährt, sind uns die kompletten Einnahmen aus unserer Tierpension weggebrochen", sagt Matzke. Sie ist die Haupteinnahmequelle der Tierstation. "Dadurch müssen wir extrem rechnen, um den Betrieb am Laufen zu halten."

Dabei gehe es aber nicht um die Verpflegung der Hunde und Katzen, diese sei gesichert. "Futter, Decken und Spielzeug haben wir genug", sagt Matzke. "Was wir dringend brauchen, ist Geld." Mitarbeiter müssten bezahlt werden, die anfallenden Gebäudekosten ebenso. Zwar bekomme man von der Stadt für jedes Tier pro Tag einen gewissen finanziellen Zuschuss, dieser alleine reiche aber nicht aus, um die laufenden Kosten zu decken.

Christine Matzke hofft deshalb auch auf Spenden, die der Einrichtung und damit den Tieren helfen würden. "Und vielleicht", sagt sie, "findet ja der eine oder andere unserer Bewohner bald ein neues Zuhause. Gerade in der aktuellen Zeit können Tiere über die Einsamkeit hinweghelfen."

Wer sich für eins dieser Tiere interessiert, kann sich bei Christine Matzke unter 03361 2862 melden. Beim Tierheim freut man sich auch sehr über Spenden an IBAN DE97 1705 5050 1000 3686 68. Eine Spendenbescheinigung kann ausgestellt werden.

Alles über das Coronavirus und seine Folgen für Brandenburg und Berlin in unserem Coronablog

Lesen Sie zum Thema Corona auch:

Zusätzliche Intensivbetten für Rüdersdorf und Saarow

Fürstenwalder helfen in der Corona-Krise - oft reichen kleine Gesten

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG