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Ultralauf
Drei Tage, drei Ultraläufe(r) in und um Berlin, Seelow und Fürstenwalde

Kurze Pause am Heinersdorfer See: Thomas Paschy, Mark Becker und Gerd Teichert (von links)
Kurze Pause am Heinersdorfer See: Thomas Paschy, Mark Becker und Gerd Teichert (von links) © Foto: Gerd Teichert
Gerd Teichert / 06.05.2020, 06:30 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Thomas Paschy, Gerd Teichert und Mark Becker sind seit ein paar Jahren oft gemeinsam unterwegs zu und bei Ultraläufen. Ihr jüngstes Ziel war der Etappenlauf "Weg der Deutschen Einheit": sechs Tage, sechs Abschnitte, zwischen 50 und 62 Kilometer lang, von Ost nach West, von Thüringen nach Nordrhein-Westfalen, von Oberhof nach Olpe, mit gerade mal 42 Teilnehmern. Doch es sollte nicht sein, das lange geplante Event musste wegen der Corona-bedingten Einschränkungen von Sportveranstaltungen abgesagt werden.

"Wir hatten bis zum Schluss gehofft, hätten den Lauf auch allein absolviert. Aber als dann die ersten Unterkünfte notgedrungen storniert wurden, mussten wir einsehen: Dass wird dieses Jahr nichts", erzählt Paschy, der wie seine Mitstreiter auf eine Neuauflage 2021 hofft. Und der 52-jährige Fürstenwalder war es dann, der auf die Idee kam, doch wenigstens einen Drei-Etappen-Lauf zu organisieren, quasi vor der Haustür, jeder einen Abschnitt, mit Streckenlängen von jeweils mindestens 50 Kilometern.

Arkenberg und Mauerweg

Gedacht, getan. Den Auftakt machte der Jüngste, der 44 Jahre alte Berliner Mark Becker. Der von ihm auserkorene Kurs führte vorbei am Arkenberg in Blankenfelde, der höchsten Erhebung der Hauptstadt, auf den ehemaligen Grenzstreifen, den Mauerweg. Bei bestem Laufwetter war das Trio sechs Stunden und zwölfMinuten unterwegs, erreichte nach genau 49,5 Kilometensen Ehefrau Sina schon mit Nudeln und Gulasch wartete. Nach einer Dusche und einem alkoholfreien Bier ging es für die beiden Brandenburger nach Hause.

Am nächsten Tag war Seelow der Startort. Von der MOL-Kreisstadt ging es über Gusow und Platkow bis nach Alt-Rosenthal, wo Teicherts Tochter Daniela mit Alexander, einem Kameraden von der Freiwilligen Feuerwehr, den ersten Verpflegungspunkt aufgebaut hatte. Es gab Schmalzstullen und saure Gurken, Energieriegel, Wasser, Malzbier und isotonische Getränke.

Weiter führte der Weg nach Görlsdorf, durch den Wald nach Neuentempel – Verpflegungspunkt 2 – und Lietzen-Nord, um die Komturei weiter zur Bade-stelle in Diedersdorf (VP 3). Nochmals ging es durch den Wald über Hufen zurück nach Seelow. Für die 53 km lange Strecke benötigten die Ultras 6:48 Stunden – für sie ein eher gemütliches Tempo. Lohn war die von Ehefrau Kerstin gekochte leckere Nudelhackpfanne.

An Tag 3 ging es von Fürstenwalde über Tempelberg nach Heinersdorf, vorbei an den Seen durch den Wald nach Falkenhagen, wo sich die Sportler im geöffneten Eisgarten einen Kaffee und ein Stück Kuchen genehmigten. "Die Zeit hat man als Ultraläufer immer", sagt Gerd Teichert augenzwinkernd. Nach dieser Stärkung führte die Strecke weiter nach Alt Madlitz und erneut durch den Wald, ehe nach 56 km und siebeneinhalb Stunden das Ziel am Schloss Steinhöfel erreicht war. Paschys Frau Anke überraschte "Die drei Helden" dann noch mit einer selbstdesignten Urkunde.

Erstmals zusammen unterwegs war das Trio übrigens 2017. "Ich hatte mich für den Saar-Hunsrück-Supertrail angemeldet, zwei Tages-Etappen zu je 62 Kilometer, und in der Teilnehmerliste nachgeschaut, ob vielleicht noch jemand aus der Gegend dabei ist, bin so auf Mark gestoßen", erinnert sich Thomas Paschy, der für den TV Fürstenwalde startet und selbstständiger IT-Unternehmer in der Domstadt ist. "Wir haben Kontakt aufgenommen und er erzählte, dass er mit einem Seelower Läufer zusammen fahre. So hat alles angefangen."

Gerd Teichert, jener Seelower, der in diesem Monat 54 wird, betont: "Es passt einfach, wir haben das gleiche Level und verstehen uns prima." Oft gesellt sich auch Sven Speicher, ein Schulfreund von Becker, zu der kleinen Truppe. Aber zum dreitägigen "Heldenlauf" wäre die Anreise für den Saarländer doch etwas lang geworden, zudem leidet er aktuell unter einem Bandscheibenvorfall.

Rennsteiglauf@home am 31. Mai

Derweil steht das nächste "Projekt" am 31. Mai an. Dann will das Trio Dagmar Rocktäschel, die wie Teichert für die TSG Seelow unterwegs ist, bei deren "Rennsteiglauf@home" über die gut 74 Kilometer begleiten.

Ultraläufe

Als Ultra-Marathon gelten gemeinhinLaufveranstaltungen, die länger sind als die klassische Distanz von 42,195 Kilometer.Wettbewerbe auf vermessenen Rundkursen finden meist über 50 und 100 km statt, es gibt auch Zeitläufe zum Beispiel über 6, 12 und 24 Stunden.Viele längere Distanzen, die oft über mehrere Etappen und Tageführen, werden als Landschafts-/Geländelauf auf nicht abgesperrten Strecken ausgetragen.

Die LG MauerwegBerlin organisiert regelmäßig, vor allem im Frühjahr, besondereUltra-Events. In diesem Jahr sollte der Sechs-Etappen-Lauf auf dem "Weg der Deutschen Einheit" über insgesamt 335 Kilometer von Oberhof nach Olpe/Nordrhein-Westfalen führen. Es ist dies ein Abschnitt des 1080 km langen Fernwander-weges von Görlitz, der östlichsten Stadt in Deutschland, bis zur westlichsten nachAachen.⇥kb

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