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Verschönerung
Heinrich Zille dient in Bad Saarow als Vorbild

Besichtigung am Trift: Oliver Schink, Anke Hirschmann, Harry Hensler und Thomas Sörgel (v. l.) verschaffen sich einen Eindruck vom neuen Erscheinungsbild des Toilettenhäuschens.
Besichtigung am Trift: Oliver Schink, Anke Hirschmann, Harry Hensler und Thomas Sörgel (v. l.) verschaffen sich einen Eindruck vom neuen Erscheinungsbild des Toilettenhäuschens. © Foto: Bernhard Schwiete
MOZ / 16.05.2020, 05:00 Uhr
Bad Saarow (MOZ) Auf den Türen sind Badegäste aufgemalt, die gerade die Toilettenkabinen betreten. Auch an einen kleinen Jungen, der offenbar ziemlich dringend mal muss, ist gedacht worden, und zwischen den Türen zeigt die Szenerie ein Pärchen, das mit den Füßen im seichten Wasser am Ufer des Scharmützelsee steht und sich dabei umarmt. Zu sehen sind diese und weitere Malereien auf dem öffentlichen Toilettenhäuschen am Badestrand Am Trift in Bad Saarow. Graffiti-Künstler Markus Ronge von der Firma Art-Efx aus Potsdam war von Dienstag bis Donnerstag drei Tage lang damit beschäftigt, das Häuschen auf allen vier Seiten zu gestalten. Den Auftrag habe er bereits im vergangenen Jahr von der Gemeinde erhalten, berichtete er.

Spraydosen und Pinsel

Orientiert habe er sich bei den Motiven an Heinrich Zille und dessen bekanntem Wannsee-Bild, sagte Ronge. Die Figuren, aber auch die Bäume und die Landschaft seien nach dessen Stil gestaltet. Daher habe er eine Mischtechnik angewandt und nicht nur Spraydosen, sondern auch Pinsel genutzt. "Die besondere Herausforderung war, die Motive auf den vier Seiten miteinander zu verbinden und dabei gleichzeitig so zu arbeiten, dass das Toilettenhäuschen weiter als solches erkennbar bleibt", berichtete der Künstler. Nach eigenen Angaben war Ronge nicht zum ersten Mal am Scharmützelsee im Einsatz. Sowohl in Bad Saarow als auch in Wendisch Rietz habe er bereits mehrere Trafohäuschen des Energieversorgers Edis mit Graffiti gestaltet.

Am Freitag besichtigten die Gemeindevertreter Anke Hirschmann (Demokratie direkt) und Oliver Schink (Grüne) sowie Thomas Sörgel und Harry Hensler vom Kreisjugendring Oder-Spree das Ergebnis. "Ich bin hier die Tage mit meinem Hund spazieren gegangen und habe zufällig den Künstler bei der Arbeit angetroffen", sagte Hensler. Hirschmann zeigte sich erfreut über die neue Gestaltung. "Der Badestrand wird im Sommer viel genutzt, von den Bewohnern der Ferienhaussiedlung am Theresienhof und von den Gästen der Jugendherberge nebenan", sagte sie.

Die ehemalige Bürgermeisterin und auch Schink hatten im vergangenen Jahr in der Gemeindevertretung kritisiert, dass der Trift bei der geplanten Neugestaltung von Badestellen im Rahmen der Lieblingsplätze-Aktion außen vor bleibt. Lob spendierten sie am Freitag dem Bauhof, der gerade den Rasen am Trift frisch gemäht hatte.

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