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Corona-Pandemie
Zeit zum Entrümpeln in Fürstenwalde - Mehr Müll und mehr Altglas

Andreas Schmaltz / 20.05.2020, 18:02 Uhr - Aktualisiert 20.05.2020, 20:53
Fürstenwalde (MOZ) Wer wegen der Corona-Einschränkungen zu Hause bleiben musste, hatte mehr Zeit. Zeit auszumisten und scheinbar auch Zeit, mehr Alkohol zu trinken. 70 Tonnen an Altglas zusätzlich musste das Entsorgungsunternehmen Veolia Umweltservice Ost zwischen Januar und April in Oder-Spree beseitigen. "Auch für Mai zeichnet sich bereits ein Zuwachs von entsorgtem Altglas ab", erklärt Unternehmenssprecherin Nadine Schaer.

Veolia ist im Landkreis für die Leerung der Depotcontainer für Weiß-, Grün- und Braunglas an rund 350 Standorten zuständig. Um das hohe Aufkommen an Altglas bewerkstelligen zu können, fahren die  Veolia-Mitarbeiter zusätzliche Touren. "Seit Beginn dieser Woche haben wir ein weiteres Fahrzeug für die Leerung der Altglascontainer im Landkreis Oder-Spree im Einsatz", berichtet Schaer.

Altglas nicht daneben stellen

Sie bittet die Bürger, die Flaschen nicht einfach neben den Container zu stellen, falls dieser einmal voll sein sollte, sondern das Glas zu einem anderen Container zu bringen oder wieder mit nach Hause zu nehmen. Sollte die Altglasmenge weiter ansteigen, habe man aber vorgesorgt. In diesem Fall könnten zwei weitere Sammelfahrzeuge bereitgestellt werden, so die Sprecherin. Bislang habe die Entsorgung trotz der großen Abfallmengen gut funktio­niert.

Aber nicht nur an den leeren Flaschen machen sich die besonderen Umstände bemerkbar. Viele Menschen nutzen die Zeit, um zu Hause auszusortieren, und haben nun einiges abzugeben. Beim Kommunalen Wirtschaftsunternehmen Entsorgung (KWU), das für den Müll in Oder-Spree zuständig ist, habe man im März und April einen leichten Anstieg an Hausmüll verzeichnet. Ähnlich sieht es für diesen Zeitraum mit dem Sperrmüll in Fürstenwalde aus – zumindest auf den ersten Blick. Denn wie KWU-Sprecherin Martina Polster berichtet, zeigen sich die Auswirkung der Corona-Einschränkungen in diesem Bereich erst allmählich.

Sperrmüll-Termine sind gefragt

"Viele Menschen, die in den letzten Wochen zu Hause waren, haben die Zeit genutzt, um zu entrümpeln", erklärt Polster. Dies mache sich jetzt bei der Anmeldung zur Abholung von Sperrmüll und Altgeräten bemerkbar. Von Mitte März bis Anfang Mai hatte das KWU den Abholdienst für Sperrmüll und Elektro-Altgeräte eingeschränkt. Jetzt holen die Mitarbeiter alte Möbel und anderes wieder wie gewohnt ab. "Die Nachfrage nach Terminen ist groß."

Alles über das Coronavirus und seine Folgen für Brandenburg und Berlin in unserem Corona-Blog.

Trinken Sie seit Corona mehr Alkohol?

Gerlinde Kosatz (70) aus Fürstenwalde: "Wir trinken schon seit Jahrzehnten nur Selters. Daran hat sich auch nichts geändert. Im Alter werden wir jetzt nicht mehr mit dem Trinken anfangen. Für uns Rentner ist es ja auch nicht schlechter. Uns geht es gut."Amiri Baitollah (25) aus Fürstenwalde: "Ich habe noch nie in meinen Leben Alkohol getrunken. Ich hatte einfach kein Interesse daran. Dass die Bars jetzt geschlossen hatten, hat für mich also nichts geändert. Auch geraucht habe ich bisher noch nie."Hans-Joachim Arnold (63) aus Fürstenwalde: "Der Alkoholkonsum hat sich bei mir durch Corona nicht geändert. Ich bin Rentner, da ändert sich nicht viel. Nach dem Schwitzen in der Infrarotkabine trinke ich vielleicht mal ein Bier."Fotos (3): Andreas ⇥Schmaltz

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