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Christi Himmelfahrt
Stippvisite am Vatertag in Fürstenwalde

MOZ / 21.05.2020, 21:17 Uhr
Fürstenwalde (Mara Kaemmel) Es ist kurz nach zehn Uhr, als sich die erste Gruppe junger Männer mit Fahrrädern am Kreisel von Erkner sammelt. Der eine oder andere trinkt bereits ein Bier. Sie haben Rucksäcke dabei, mit noch mehr Bier. Fotografiert werden, das wollen sie nicht. Namen natürlich auch nicht genannt sehen. "Wir dürften eigentlich nicht hier sein", sagt einer. Und schon gar nicht so eng beieinander. Dann starten sie zu ihrer Fahrt um den Müggelsee.

Die geltenden Abstands- und Hygieneregeln sind bekannt. Familien dürfen gemeinsam einen Ausflug machen, Personen aus zwei verschiedenen Haushalten auch. Bierseelige Männergruppen fallen nicht darunter. Bei einer kleinen Stippvisite durch die Region fällt auf: Gefeiert wird trotzdem, so gut es geht. Manche halten sich dabei an die Regeln, andere eben nicht. Nicht überall lassen sie sich einhalten.

Norbert Kräplin aus Berlin-Köpenick und Sebastian Weber aus Altlandsberg fahren seit zehn Jahren am Vatertag gemeinsam an die Ostsee, immer nur zu zweit, auch vor Corona. "Das geht ja dieses Jahr nicht", sagt Norbert Kräplin. Deshalb kurven sie heute mit dem Cabrio  durch die Gegend und haben in Neu Zittau an einem Imbiss für ein Mettbrötchen und eine Bratwurst Halt gemacht. "Wir finden das auch mal schön."

Holger Haustein hat vor zwei Jahren zum Vatertag sein Restaurant "Heydewirt am Peetzsee" in Grünheide eröffnet. Nach Wochen des Lockdowns ist er jetzt froh, dass er zum Vatertag Gäste empfangen darf. "Für mich ist das wie eine zweite Eröffnung", sagt er, auch wenn er nur wenige Plätze und Stehtische im Biergarten bieten kann. Dort trinkt Jens Dreier mit drei Freunden ein Bier. Sie halten dabei Abstand, jeder hat auch eine Maske dabei. Aber das Bier muss sein. "Die Regierung kann ja gern alkoholfrei feiern", scherzt er.

Beim "Herrlicher" in Fürstenwalde macht Christopher Heinrich mit seinem Bruder Rast. "Normalerweise wären wir zu zehnt unterwegs und würden um den Scharmützelsee radeln", erzählt er. Heute muss eine Radtour durch Fürstenwalde reichen. Später wollen sie im Garten grillen. "Unter Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen", sagt er mit einem Augenzwinkern. Versteht sich.

Vor der Pizzeria "Messina" in Rauen deuten Luftballons und Musik auf ein bisschen Feierlaune hin. "Wir haben heute nur geöffnet, weil sich unsere Gäste das gewünscht haben", sagt Alfredo Messina, der Sohn des Chefs. Die Messinas suchen eine Kellnerin, deshalb bieten sie zur Zeit eigentlich nur Lieferservice an. "Aber ein bisschen Spaß muss ein."

An der Schleuse in Woltersdorf herrscht bereits am frühen Nachmittag Andrang. Bei "Hummelchen" werden Lieder gegrölt, auf einem Schild steht geschrieben: "Wir wünschen einen schönen Herrentag." Männer, Frauen und Kinder genießen hier den sonnigen Feiertag. Ein Radfahrer sagt bei der Ankunft am Flakensee zu seinem Kumpel: "Abstand halten, kannst du hier vergessen."

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