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Lockerungen
Hotels beherbergen ab Montag in Frankfurt (Oder) wieder Touristen

Jan-Henrik Hnida / 23.05.2020, 07:00 Uhr - Aktualisiert 24.05.2020, 08:03
Frankfurt (Oder) (MOZ) Geschlossen hatte das Hotel "Zur Alten Oder" in Frankfurt (Oder) während der Corona-Krise nicht. In den Betten schliefen stets einige Gäste, wenn auch keine Touristen.  "Geschäftsleute und polnische Berufspendler trugen uns durch die Krise", sagt Mit-Betreiberin Anna Gogowski.

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Im März hatten noch genügend Gäste gebucht. Im April war die Übernachtungsstätte dann nur noch zu knapp 30 Prozent ausgelastet. "Normalerweise sind wir von April bis September ausgebucht", erklärt Anna Gogowski. Da dem Betreiber-Paar das Grundstück am Fluss gehört, mussten sie ihr finanzielles Polster nicht für die Pacht aufbrauchen. Weil es wegen der Eindämmungsverordnung noch bis Montag nur Frühstück aufs Zimmer geben darf, hätten die Mitarbeiter in der Küche stundenweise gearbeitet, so Gogowski. Verkürzt wurden ebenso die Reinigungskräfte eingesetzt, so konnten Kosten klein gehalten werden.

Eineinhalb Meter Abstand zwischen Tischen und Stühlen

Tische und Stühle werden im Speiseraum von Mitarbeitern so hingestellt, dass der Abstand mindestens anderthalb Meter beträgt – denn ab Montag darf wieder an separaten Plätzen mit Kaffee und Brötchen gefrühstückt werden. Pro Tisch gibt es eine eigene Kanne, Marmelade und Honig liegen einzeln abgepackt bereit – damit nicht alle denselben Löffel anfassen. Neben dem fehlenden Veranstaltungsbetrieb werden gerade die Radtouristen schmerzlich vermisst, die auf dem Oder-Neiße-Radweg in Frankfurt einen Halt machten. Die Reiselust sei bisher noch nicht so ausgeprägt. Viele Gäste riefen besorgt an, wie es denn mit Übernachtungen ausschaue. "Ich hoffe, dass wir ab Montag wieder mehr Reservierungen von Touristen bekommen", sagt Gogowski.

Auf mehr Radtouristen hofft auch Nenad Culafic, Betreiber der Pension Oderblick, die direkt am Radweg liegt. "Uns hielten Ärzte und Krankenschwestern aus dem Klinikum sowie polnische Pendler am Leben", erzählt Culafic. Den Eisenbahnern machte er Lunchpakete fertig, da der Speiseraum geschlossen war. Von seinen insgesamt elf Zimmern seien aktuell fünf belegt. Von März bis jetzt hat er seine zwei Angestellten in Kurzarbeit geschickt.

In Krisenzeiten müssten die Leute mehr aufs Geld achten, Urlaub werde zum Luxus. "Viele Gäste haben storniert. Bis August sieht es bislang mau aus", so der Pensions-Betreiber.

Durchgehend geöffnet

"Buchungen sind ab sofort möglich" heißt es auf der Internetseite des City-Park-Hotel. Allerdings öffnet die Übernachtungsstätte im Zentrum erst ab 1. Juni wieder. Durchgehend offen hatte dagegen das City Residence Hotel am Bahnhof. "Wir warten noch auf unsere Plexiglasscheibe für die Rezeption", sagt Betreiber Roger Albrecht. Zwar checkten auch hier zuletzt Pendler aus Polen und Bahn-Mitarbeiter ein. Doch: "Die Auslastung ist natürlich nicht ausreichend", sagt Roger Albrecht.

"Radfahrer, Familienfeiern und Gäste vom Helene-Beach-Festival fehlen uns", sagt Nadine Sievert an der Rezeption. Ihre Kollegen stellen Tische und Stühle für das Frühstücksbuffet um. "Es wird keinen Boom geben, die Leute werden erstmal zögerlich sein", meint Roger Albrecht. Aber vielleicht besuche ja der eine oder andere doch mal seine Großeltern in Frankfurt und übernachte hier. Auch im City-Residence-Hotel können sich die Gäste dann ab Montag wieder auf ein Frühstücksbuffet freuen.

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