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Fußball
Vorsichtige Annäherung bei den Fürstenwalder Kickern

Kai Beißer / 23.06.2020, 18:30 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Es ist kurz nach zehn, als die Kicker endlich wieder auf den Platz dürfen. Eine kurze Erwärmung und ein bisschen Lauf-Abc, ehe es das langersehnte Wiedersehen mit dem Ball gibt.

Natürlich haben sich die Spieler auch in der Corona-bedingten Zwangspause gelegentlich mit dem Spielgerät beschäftigt – aber eben nur individuell, jeder nach seinen Möglichkeiten und Gegebenheiten. "Umso wichtiger ist es, nach drei Monaten endlich wieder Mannschaftstraining betreiben zu können. Besonders auch für unser aller sozialen Kontakte", betont Matthias Maucksch.

Der Chef-Coach, vor knapp zwei Wochen 51 Jahre alt geworden, ist sichtlich froh, endlich wieder auf dem Platz stehen zu dürfen. Und auch die Akteure haben ihren Spaß. In Dreier-Gruppen gilt es, eine Minute lang den Ball hochzuhalten. "Wer die meisten Fehler macht: 20 Liegestütze", ordnet Maucksch an. Die Betroffenen folgen artig, müssen aber den einen oder anderen Spruch über sich ergehen lassen.

One Touch im Karree

Die Bedingungen sind nahezu ideal: 22 Grad in der Sonne, dazu ein leichter Windhauch. Am meisten schwitzt das Torhüter-Duo Julian Simon und David Richter, das nach den Bällen hechtet, die ihnen Co-Trainer Nico Hinz und Physiotherapeut Denis Hasenbek auf den Kasten werfen oder schießen. Für den 18-jährigen Simon, der vom Liga-Rivalen Energie Cottbus kommt, war die Pause übrigens nur kurz: Bei den Lausitzern war von Mitte April bis Anfang Juni mit Abstand trainiert worden, weil lange Zeit nicht feststand, wie die Aufstiegsfrage in der Regionalliga Nordost geregelt wird.

Derweil steht für die Feldspieler, alle in schwarzen Trikots, eine Passübung an: One Touch im Karree, rechts wie links und mit Tempo kreuzen. Dass überhaupt wieder im Friesenstadion trainiert werden kann, macht ein Hygienekonzept möglich, dass der Verein zusammen mit der Stadt erarbeitet hat. So werden die Spieler in kleinen Gruppen auf die Kabinen verteilt, sollen die Duschen immer nur von zwei Leuten gleichzeitig genutzt werden, wird für eine ausreichende Durchlüftung des Sozialgebäudes gesorgt, werden die Räume nach dem Training desinfiziert.

Torschuss mit Hindernissen

Zuvor aber gilt es, ins Tor zu treffen. Eine Übung für Zweier-Teams: langer Ball auf außen, Annahme, mit dem nächsten Kontakt die Flanke, Volley-Abschluss. Erst von rechts, dann von links, jeder muss einmal einnetzen. Das zieht sich, letztlich sind es Darryl Geurts und Joshua Putze, die Richter und Simon als Erste zweimal überwunden haben. Trainiert wird noch eingeschränkt, heute zum Beispiel nur einmal. "Wir sind der Stadt sehr dankbar, dass sie den Re-Start ermöglicht hat, haben so die seit April geltende Kurzarbeit reduzieren können", betont Vereinspräsident Sieghard Richter. "Als Arbeitgeber haben wir ja auch eine gewisse Verantwortung für die Jungs." Die eigentliche Vorbereitung auf die – wann auch immer startende – neue Saison beginnt Anfang Juli.

Dann ist die erste Trainingseinheit beendet, am Nachmittag folgt gleich noch die zweite. "Viel Ballarbeit", verspricht Maucksch – und nutzt die Pause zu einer Runde Fußball-Tennis mit Hinz und Hasenbek.

Aktuelles Schreiben des NOFV

Der Nordostdeutsche Fußball-Verband hat in einem Schreiben an die Regierungs-Chefs der sechs involvierten Bundesländer um einen früheren Saisonstart gebeten als geplant.Der NOFV hofft darauf, bereits am 14. August in die neue Spielzeit zu starten, bestätigteGeschäftsführer Holger Fuchs am Dienstag. Zunächst war der Saisonbeginn einen Monat später vorgesehen. Laut der "Thüringer Allgemeinen" sei es das Ziel, "die Durchführung des Wettkampfbetriebes unter Beteiligung von Zuschauern, wenn notwendig auch mit begrenzter Anzahl, wieder grundsätzlich möglich" werden zu lassen. ⇥dpa

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