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Nur Hundertstel fehlten zum Podest-Platz

So sehen erfolgreiche Drachenboot-Fahrer aus: Die Fürstenwalder Spreecoyoten holten sich bei den Deutschen Meisterschaften den vierten Platz. Jetzt im Winter trainieren sie im Fürstenwalder Sportbad.
So sehen erfolgreiche Drachenboot-Fahrer aus: Die Fürstenwalder Spreecoyoten holten sich bei den Deutschen Meisterschaften den vierten Platz. Jetzt im Winter trainieren sie im Fürstenwalder Sportbad. © Foto: Michael Nowak
Michael Nowak / 30.01.2011, 08:02 Uhr
Fürstenwalde (In House) Drachenboot-Fahren ist längst kein Saisonsport mehr. Der Beweis: Auch jetzt im Winter greifen die BSG Pneumant Spreecoyoten jeden Donnerstag zu den Paddeln. Im Nichtschwimmerbecken des Fürstenwalder Sportbades schwapp trainieren sie Technik und körperliche Fitness – eine schweißtreibende Angelegenheit. Das große Boot im kleinen Bad wird dabei von zwei Seilen stets an der gleichen Stelle gehalten. Im Sommer draußen von der Leine gelassen, sammeln die Spreecoyoten dann mit ihm so einige Erfolge.

Gut vier Jahre gibt es die Mannschaft mit dem für Drachenbootsportler üblichen, eigenwilligen Namen. Neben den „Race Tire Pits“ und den „Pneumant Dragons“ gehören die Spreecoyoten zu den Drachenboot-Teams der BSG Pneumant Fürstenwalde. „Eigentlich haben wir die Spreecoyoten mal ins Leben gerufen, um bei Wettbewerben in der Gegend mitzufahren“, sagt Mit-Gründer Daniel Weber. Von ihm stammt auch der Name: „Spree“ – für den regionalen Bezug – und „Coyoten“, in Anlehnung an die (schnelle) Zeichentrickfilmfigur Coyote, die permanent den „Roadrunner“ jagt.

Eigentlich als Spaß-Mannschaft angetreten, packte die Mitstreiter des neuen Drachenboot-Teams um Christian Gühmann, Roberto Makoschey, Jens Balcerek, Torsten Wiedmer und Nico Weber bald der Ehrgeiz. Schon die erste echte Regatta-Teilnahme vor fast vier Jahren in Königs Wusterhausen endete mit einem zweiten Platz.

„Und dann hat sich schnell herumgesprochen, dass wir auch sportlich etwas erreichen wollen“, erinnert sich Team-Chef Daniel Weber. Mittlerweile zählen die Spreecoyoten mehr als 30 Mitglieder, darunter ein Dutzend Frauen. Sie sind ungemein wichtig, starten doch bei allen Drachenboot-Wettbewerben Frauen und Männer gemeinsam. „Und so eine bunte Truppe macht ja auch einen großen Teil des Reizes beim Drachenbootsport aus“, sagt Daniel Weber. Genug Helfer bei privaten Umzügen dürften für seine Mitstreiter zumindest kein Problem sein.

Bei den Spreecoyoten sitzen nun Paddler zwischen 17 und 71 Jahren gemeinsam in einem Boot. „Wir haben ehemalige Fußballer, Handballer und Leichtathleten bei uns.“ Mehrere sind auch international als Drachenbootsportler unterwegs. So gehört Gabi Basner zum deutschen Nationalteam und darf sich seit August Europameisterin nennen.

Mit ihren Mannschaftskollegen von den Spreecoyoten startet sie zusätzlich bei mehr als einem Dutzend Wettkämpfen im Jahr – erfolgreich. So gewannen die Spreecoyoten beim „Drachenboot-Indoorcup“ in der Strausberger Schwimmhalle. Machten beim Halbmarathon in Berlin mit und kamen nach 1 Stunde und 45 Minuten als Sechstschnellste ins Ziel. In Fürstenwalde verteidigten sie ihren Titel bei den Stadtmeisterschaften und siegten im Nachtrennen. „Bei diesem Sport sind Kraft, Konzentration, Ausdauer und Teamfähigkeit gefordert – das alles haben wir“, sagt „Spreecoyote“ Christian Gühmann.

Absoluter Höhepunkt war 2010 die Teilnahme an den deutschen Meisterschaften in Duisburg. Die Spreecoyoten wurden über die 500-Meter-Strecke Achter, über die 2000-Meter-Distanz Sechster. Über die Sprintstrecke von 200 Metern rasten sie auf den vierten Rang, am Ende fehlten hier ganze 97 Hundertstel für einen Platz auf dem Podest. Ärgerlich, „aber dass wir überhaupt so weit kommen, hat niemand erwartet“, sagt der Team-Chef.

Für dieses Jahr peilen die Spreecoyoten eine erneute Teilnahme bei den Deutschen Meisterschaften an. In Brandenburg (Havel) wollen sie in der Premium-Klasse an den Start gehen. Die besten dort qualifizieren sich für internationale Wettkämpfe. „Vielleicht 2012 mal in Schweden oder England starten, das wäre eine tolle Sache“, sagt Daniel Weber. Bis dahin vergehen allerdings noch einige schweißtreibende Übungseinheiten mit den Trainern Stefan Franz und Andy Klimpel.

Anlässlich der Umfrage zu den populärsten Sportlern des Kreises Oder-Spree stellt die Märkische Oderzeitung in loser Folge alle 36 Kandidaten vor. Heute: Die Spreecoyoten, Drachenbootsportler von der BSG Pneumant Fürstenwalde.

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