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Schwärzetal wird zu teuer

MSCHMIDTN / 30.03.2009, 05:22 Uhr
Der Einladung der Stadtverordneten waren Werkstättenleiterin Beatrix Waldmann und Geschäftsführer Thomas Keller dankend gefolgt. Ihr Bericht über zwei Jahre Pachtvertrag begann zunächst mit einem Lob. "Sie haben mit ihrer Entscheidung ermöglicht, das Menschen mit Behinderungen am Arbeitsleben teilhaben können", sagten beide. Zwölf Behinderte und drei festangestellte Mitarbeiter der Hoffnungstaler Werkstätten haben im Haus Schwärzetal einen anspruchsvollen Job gefunden. Unterstützung gibt es zu Spitzenzeiten von 30 Servicekräften, meist Schüler und Studenten, die sich das Taschengeld aufbessern. Seit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages mit der Lebenshilfe Eberswalde haben auch drei Mitarbeitern von dort Beschäftigung im Haus Schwärzetal gefunden.

Neben den seit Jahren beliebten Veranstaltungsreihen haben die Hoffungstaler Werkstätten fünf eigene Angebote aus der Taufe gehoben. Dazu gehört die Disko für Menschen mit Behinderungen, die alle zwei Monate stattfindet und mittlerweile rund 300 Gäste sogar aus Templin und Bad Freienwalde nach Eberswalde holt. Neu ist auch das Projekt E., eine Veranstaltung zum Thema Ethik für Schüler der achten Klassen. Hinzu kommen diverse Konzerte und Theateraufführungen. "2007 hatten wir im großen Saal 98 Veranstaltungen, vergangene Jahr 93", sagt Beatrix Waldmann. Die letzten beiden Jahre vor der Pachtübernahme waren es dagegen nur 44 beziehungsweise 26 Veranstaltungen.

Gut angenommen wird auch der Salon. 2007 gab es 23 Vermietungen, 2008 sogar 85. 17 Buchungen liegen bisher für dieses Jahr vor. Die Stadtverordneten mit ihren Gremien gehören allerdings nicht mehr dazu. Die Hoffnungstaler Werkstätten können trotzdem auf steigende Besucherzahlen im Haus verweisen. Gab es 2006 noch 5430 Gäste, schloss das Jahr 2007 mit 18 200 Besuchern ab, 2007 mit 18 100. Dieses Ergebnis dürfte 2009 noch zu überbieten sein. 7615 Gäste zählt das bereits Haus seit Jahresbeginn.

Großen Gewinn beschert die gestiegene Besucherzahl den Pächtern allerdings nicht. Den Einnahmen von 459 800 Euro im vergangenen Jahr stehen Ausgaben von 475 000 Euro gegenüber. Das Haus Schwärzetal droht damit zum Verlustgeschäft zu werden, dass sich selbst die Hoffnungstaler Werkstätten auf Dauer nicht können leisten dürfen. Die Ursache dafür sieht Geschäftsführer Thomas Keller hauptsächlich in den gestiegenen Betriebskosten, besonders geschuldet den deutlich gestiegenen Energiepreisen.

Keller hofft jetzt auf schnelle Reaktion der Stadt. Die ist immer noch Eigentümer des Eberswalder Traditionshauses, dessen Grundstein der Berliner Gastwirt Friedrich Arnoldt 1864 gelegt hatte. Das Haus Schwärzetal hat 12 mal seinen Namen gewechselt, war dreimal Armeelazarett und zweimal Heilanstalt.

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