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Wahl
Nora Görke holt knapp 70 Prozent

Nora Görke bleibt Bürgermeisterin von Kyritz. Die gewann die Wahl deutlich.
Nora Görke bleibt Bürgermeisterin von Kyritz. Die gewann die Wahl deutlich. © Foto: privat
Christian Schönberg / 05.11.2018, 18:30 Uhr - Aktualisiert 08.11.2018, 19:08
Kyritz (MOZ) Mit einem überraschend großen Vorsprung der Amtsinhaberin endeten am Sonntag die Bürgermeister-Wahl in Kyritz. Nora Görke (parteilos), die wie vor acht Jahren von der SPD unterstützt worden war, siegt mit knapp 70 Prozent der Stimmen – und damit mehr als 55 Prozentpunkte vor der CDU-Kandidatin Denise-Verena Ladewig-Hoffmann.

Insgesamt hatten 4 073 der 7 895 wahlberechtigten Kyritzer ihre Stimme abgegeben. 2 822 davon entfielen auf Bürgermeisterin Görke. Ladewig-Hoffmann holte lediglich 626 Kreuze. Das waren 15,5 Prozent. Die parteilose Kandidatin der Linken, Kathrin Boleslawsky, gewann 592 oder 14,7 Prozent der gültigen Stimmen.

„Solch einen großen Vorsprung habe ich nicht erwartet“, sagte Görke, die 2010 mit 55,7 Prozent der Stimmen ins Amt gekommen war, am Montag. „Ich sehe das auch als Bestätigung, für das, was in den vergangenen acht Jahren geleistet worden ist.“ Das gelte nicht nur für sie persönlich, sondern auch für alle anderen Mitarbeiter im Rathaus.

Die Ziele für die kommende, bis 2026 währende Amtszeit sind gesteckt: Etliche Projekte wie zum Beispiel den Umbau des Klosterviertels zu einem Kulturzentrum für die gesamte Stadt gelte es, weiter voranzubringen. „Dass Kyritz wächst, ist eine sehr schöne Situation“, sagte Görke mit Blick auf die jüngsten demografischen Zahlen (RA berichtete). Das ziehe aber viele Herausforderungen in der Entwicklung nach sich: Der Ausbau der Kindertagesstätten und Schulen stehe ganz oben auf der Agenda der kommenden Jahre. Ebenfalls in den Blickpunkt gerückt werde die Situation im Stadtteil Kyritz-West. „Wir haben dort ein umfangreiches Entwicklungs- und Freiraumkonzept, das die Grundlage bildet, den Stadtteil zielgerichtet weiterzuentwickeln“, so Görke. Erste Dinge wie ein Spielplatz-Bau für 340 000 Euro werden schon im kommenden Jahr umgesetzt. Auch ein Nachbarschaftshaus für Jung und Alt soll aufgebaut werden.

Gerade in der Entwicklung des Stadtteils Kyritz-West habe es in den vergangenen acht Jahren gehapert, findet Boleslawsky, die sich am Montag vor allem deshalb enttäuscht zeigte, dass in Kyritz-West nur wenige Menschen zur Wahl gegangen sind. „Wir haben dort viele Probleme, die ungelöst geblieben sind“, so Boleslawsky. Das betreffe unter anderem das Fehlen von Einkaufsgeschäften seit einigen Jahren und marode Bürgersteige, die noch aus der Wendezeit stammen. „Wer auf den Rollator angewiesen ist, kommt auf den Gehwegen kaum voran“, so Boleslawsky. Getränke-Einkäufe gehen für viele nur, wenn man mit dem Auto mobil ist, weil die Versorger fehlen.

Doch gerade in dem Problembezirk lag die Wahlbeteiligung oft noch deutlich niedriger als ohnehin schon. So machten im Wahllokal der Kita Kunterbunt nur 38 Prozent der Berechtigten ihr Kreuz. Insgesamt lag die Beteiligung bei 52 Prozent.

Für Denise-Verena Ladewig-Hoffmann (CDU) gilt nach dem Wahltag keine Hadern: „Wenn das Ergebnis so deutlich ist, muss man es akzeptieren“, sagte sie. Im Wahlkampf seien aber viele Dinge eingebracht worden, die nun auch das Rathaus umsetzen sollte: „Es wäre klug, so zu handeln, dass auch jene Stimme und Gehör bekommen, die sich nicht für sie entschieden haben“, so Ladewig-Hoffmann.

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