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Broschüre
So schön ist die Kyritz-Ruppiner Heide

Der neueste Fortschritt: Anfang Mai wurde der neue Aussichtsturm in der Kyritz-Ruppiner Heide eröffnet. Er steht direkt auf dem Sielmann-Hügel und ist 15 Meter hoch.
Der neueste Fortschritt: Anfang Mai wurde der neue Aussichtsturm in der Kyritz-Ruppiner Heide eröffnet. Er steht direkt auf dem Sielmann-Hügel und ist 15 Meter hoch. © Foto: Siegmar Trenkler
Holger Rudolph / 21.05.2019, 09:00 Uhr
Ostprignitz-Ruppin Für Einheimische und Urlauber lesenswert ist eine kostenlos erhältliche Broschüre "10 Jahre Wandel – Kyritz-Ruppiner Heide", die der Landkreis Ostprignitz-Ruppin neu herausgebracht hat. Erhältlich ist sie schon jetzt in den Wittstocker Kreismuseen Alte Bischofsburg sowie vom 5. Juli bis 1. September in der Wittstocker St.-Marien-Kirche im Rahmen der Ausstellung "Zehn Jahre Freie Heide". Die Gesamtkosten für das auf umweltfreundlichem Papier gedruckte Heft liegen laut Kreissprecherin Britta Avantario im mittleren vierstelligen Euro-Bereich und werden durch den Landkreis und die Stiftung für den Landkreis getragen.

Auf 52 Seiten vermittelt die Publikation Wissenswertes von der erdgeschichtlichen Einordnung über die forst- und landwirtschaftliche sowie spätere militärische Nutzung bis hin zum Verzicht der Bundeswehr auf das Gelände vor zehn Jahren. Schließlich erfährt der Leser, welche Möglichkeiten der touristischen Nutzung es schon gibt und welche weiteren künftig noch geplant sind.

Landrat würdigt Einsatz

Landrat Ralf Reinhardt (SPD) würdigt in seinem Vorwort den entschlossenen Einsatz der Menschen in der Region, der letztlich nach einer Vielzahl gerichtlicher Auseinandersetzungen unter Beteiligung von Landkreis und Kommunen dazu führte, dass das Verteidigungsministerium am 9. Juli 2009 den Verzicht auf das Gelände bekannt gab.

In seiner geschichtlichen Einordnung berichtet Heinz-Herwig Mascher auch davon, dass im heutigen Heide-Gebiet im 14. und 15. Jahrhundert viele Dörfer zu Wüstungen wurden, weil die Menschen von dem schlechten Ackerboden nicht leben konnten.

Zur militärischen Vergangenheit der Heide schreibt Antje Zeiger, Leiterin der Wittstocker Museen Alte Bischofsburg. Dabei erwähnt sie auch zu DDR-Zeiten totgeschwiegene Fehlabwürfe und Abstürze. So verlor am 3. Juli 1984 ein sowjetischer Pilot mehrere hundert Streubomben über einem Acker in der Nähe von Grabow und Königsberg, die eigentlich auf dem Übungsplatz in der Heide heruntergehen sollten. Die Unterseite eines Mähdreschers wurde mit dicken, vor der Munition Schutz bietenden Metallplatten versehen. So konnte die Ernte trotzdem eingebracht werden. Später sollen sowjetische Soldaten das Gelände geräumt haben. Nach Zeitzeugen-Angaben wurden dabei viele von ihnen durch die scharfe Munition verletzt.

Geschichte der Bürgerinitiative

Ulrike Laubenthal vom Zempower Verein Friedensscheune berichtet von der Geschichte der Bürgerinitiative Freie Heide. Außerdem gibt es in der Broschüre einen Überblick zu allen 39 Gedenkorten. Viele davon wurden durch Künstler aus der Region gestaltet, so zum Beispiel das Friedensdenkmal Basdorf. Hans-Hermann Degener nahm sich ein sehr ähnliches Denkmal von Alexander Rukawischnikow zum Vorbild, welches an der Straße von Minsk nach Moskau dort steht, wo die deutschen Panzer 1941 endgültig gestoppt wurden.

Schließlich gibt Anja Timm vom Bau- und Umweltamt des Landkreises Auskunft über die aktuellen Möglichkeiten, die Kyritz-Ruppiner Heide als Einheimischer oder Tourist zu genießen. So engagiert sich die Heinz-Sielmann-Stiftung, den Süden der Heide erlebbar zu machen und die reiche Flora und Fauna zu erhalten. Heidekonzert und Heideblüte-Fest unter Beteiligung der Gemeinden sind ebenso wie der gemeinsame Blick in den klaren, aber sternschnuppenreichen August-Himmel längst zu weit über die Region hinaus bekannten Attraktionen geworden.

Seit Kurzem lädt nun auch der 15 Meter hohe Naturbeobachtungsturm auf dem Sielmannhügel Wanderer zum Verweilen ein. Viele Fotos illustrieren das Heft, darunter auch etliche von der durch die Erikablüte wunderbar violett gefärbte Heide. Dazu passend wurden die reinen Bilderseiten in Violett unterlegt. Die Broschüre macht Lust auf einen Ausflug in die Heide, der bereits auf einigen beräumten Wegen zu Fuß sowie per Fahrrad oder Planwagen möglich ist.

Touren in die Heide

Wanderungen, Kutschfahrten, Spaziergänge unterm Sternenhimmel oder sogar Walking: Die Heide kann auf viele Arten erkundet werden.

Einen Überblick über alle Angebote gibt es im Internet auf www.sielmann-stiftung.de.⇥jvo

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