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Ausflug
Die Laga lohnt sich auch für Familien

Blühende Pracht: Das Laga-Gelände lädt zum Erkunden ein. Wenn Familien dabei auch mal vom Weg abkommen, werden sie nicht schräg angeschaut.
Blühende Pracht: Das Laga-Gelände lädt zum Erkunden ein. Wenn Familien dabei auch mal vom Weg abkommen, werden sie nicht schräg angeschaut. © Foto: Judith Melzer-Voigt
Judith Melzer-Voigt / 01.06.2019, 08:30 Uhr
Wittstock (MOZ) Wir wollten wissen: Ist die Landesgartenschau in Wittstock auch für Familien einen Besuch wert? Unser Fazit lesen Sie hier!

Der Zweijährige langweilt sich schrecklich, reißt die schönsten Blumen aus der Erde, läuft unter anklagenden Blicken übers akkurat geschnittene Grün und macht Randale: Soweit die Horror-Vorstellung im Vorfeld. Dass ein Familien-Besuch bei der Landesgartenschau (Laga) in Wittstock aber anders und extrem entspannt ist, zeigte unser Test.

Schon an der Kasse die positive Überraschung: Besagter Zweijähriger, der mal mehr, mal weniger erfolgreich auf den Namen Hugo hört, muss keinen Eintritt zahlen. Das gilt für alle Kinder bis fünf Jahre. Für unter 17-Jährige werden vier Euro fällig, Erwachsene zahlen 14 Euro. Ein Blick auf die Eintrittskarte zeigt: Mit dem investierten Geld gibt es auch noch ein paar Extras. Wer das Ticket gut aufhebt, spart beispielsweise zwei Euro, wenn er in den Zoo nach Eberswalde möchte oder zwei Euro beim Besuch des Schlosses in Rheinsberg. Rabatte gibt es bei 15 Partnern.

Gleich am Eingang-Ost die nächste Überraschung: Das Personal ist sehr freundlich. Ein Lächeln auf den Lippen haben hier fast alle, ein nettes Wort für die Gäste sowieso. Hugo bekommt einen kleinen grünen Stempel aufs Handgelenk, dann geht es weiter. Wartezeiten hatten wir bisher nicht, obwohl es an diesem Himmelfahrtstag voll ist auf der Laga. Um den Sohn nicht immer wieder schleppen zu müssen, wird ein Bollerwagen gemietet, den es am Eingang gibt. Dieser kostet 20 Euro. Das Geld erhalten Familien bei Abgabe vollständig gegen Vorlage der Quittung zurück.

Dann geht es wirklich los. Mit Strohhut auf dem Kopf thront Hugo in seinem Bollerwagen und lässt sich von Papa übers Laga-Gelände ziehen. Es geht über den Gärtner- und Regionalmarkt, vorbei am Wechselflor "Wittstocker Tuch" mit einer wahren Blumenpracht. Doch dann war’s das schon mit der Ruhe: Hugo will raus. Er hat die riesigen Himbeeren entdeckt, auf denen Kinder herumklettern können. Genau das macht er dann auch. Die bunten Sessel, die ganz in der Nähe stehen, werden ebenso erkundet. In den Bollerwagen zurück will der Zweijährige nun erst einmal nicht mehr: Die Laga bietet zu viel Spannendes. Als das Kleinkind dann doch wie befürchtet über den unglaublich grünen Rasen im Park am Bleichwall läuft, interessiert das niemanden. Erkunden ist erlaubt.

Insgesamt drei Spielplätze gibt es auf dem Laga-Gelände. Der wohl schönste befindet sich direkt an den Dammterrassen. Dort haben es sich Familien gemütlich gemacht. Für jede Altersgruppe ist ein passendes Spielgerät dabei. Hugo vergleicht in der Nestschaukel seinen Eintrittsstempel mit denen der neuen Freunde. Viele Besucher haben in weiser Voraussicht Kuchen und ein Picknick mitgebracht, einige sind sogar mit riesigen Tortenkartons angereist. Das war schlau, denn die Preise für Snacks sind auf der Laga happig. Wer eine Bratwurst für 3,50 Euro im Amtshof ergattert, hat Glück. Ein kleines Eis vom Verkaufsstand schlägt schnell mal mit 2,90 Euro zu Buche. Für eine große Familie kann es da teuer werden. Doch gegen mitgebrachtes Essen hat hier niemand etwas.

Es ist schwer, den Zweijährigen wieder vom Spielplatz weg zu bekommen. Im Hof der Bischofsburg ist ihm zu wenig los. Doch auf dem Amtshof sieht das ganz anders aus: Dort sind historische Großspiele aufgebaut. Familien, aber auch viele ältere Besucher, versuchen ihr Glück. Anschließend geht es weiter ans Ufer der Glinze. Immer wieder laden Hängematten und -stühle zum Verweilen ein. Auch kleine Rabauken brauchen mal eine Pause. Ausgeruht geht es weiter an der Stadtmauer entlang durch den Friedrich-Ebert-Park. Hugo rennt, läuft, staunt, lässt sich tragen, schaukelt und sitzt auch ab und an im Bollerwagen. Am Ausgang West könnten Besucher direkt in den RE 6 in Richtung Neuruppin steigen. Da der Zweijährige aber noch vor Energie sprüht, entscheiden wir uns für den Weg zurück zum Eingang. Erst als es nach einem weiteren langen Spaziergang ans Abgeben des Bollerwagens geht, wird Hugo ruhiger. Auf die Frage, was ihm am besten gefallen hat, antwortet er: "Die Hängematten! Und die Schaukel! Und der Spielplatz! Und die Blumen!" Fazit: Laga lohnt sich.

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