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Jubiläum
Schöller Festspiele feiern zehnten Geburtstag

Peter Schroth leitet das Prignitz-Ruppiner Komödienfestival, die Schöller Festspiele.
Peter Schroth leitet das Prignitz-Ruppiner Komödienfestival, die Schöller Festspiele. © Foto: Christian Schönberg
Ulrike Gawande / 22.07.2019, 11:52 Uhr - Aktualisiert 22.07.2019, 12:17
Kyritz (MOZ) Die Schöller- Festspiele ins Leben zu rufen, sei eine "tollkühne Entscheidung" gewesen, erklärt Festspieldirektor und Gründer Peter Schroth. "Aber ich bereue nichts." Im November 2009 hatte er die Idee zu dem Theaterfestival, im Sommer 2010 fand es das erste Mal statt. So können die Festspiele, die heute als Prignitz-Ruppiner Komödienfestival jährlich bis zu 2 000 Zuschauer anlocken, in diesem Jahr zehntes Jubiläum feiern.

Zentralstück sowie Namensgeber der neuntägigen Theaterwoche, die heute um 19.30 Uhr mit der Premiere der Parodie "Dirty Dancing" im Schlosspark Kampehl startet, ist das 1890 geschriebene Lustspiel "Pension Schöller". Schroth inszenierte es vor einigen Jahren am Staatstheater Cottbus und dachte sich: "Es ist der größte Theaterschwank, das passt wie die Faust aufs Auge." Zudem stammt eine der Figuren aus Kyritz. Der Aufhänger für das Theaterfest war gefunden. "Ich kann ja schlecht ein Festival gründen, wenn ich kein Thema habe."

Überhaupt sei er in der Region verwurzelt, erklärt Peter Schroth, der seit 1979 – erst zeitweise, heute komplett – bei Kyritz lebt. "Das ist von Vorteil, in der Region zu leben und die Menschen zu verstehen, dann kann man zielgenau arbeiten. Ich liebe diese Gegend, die Natur, und die Menschen sind angenehm mit ihrem schnoddrigem und direkten Ton." Er habe damals als Theatermann die Region als gefährdet angesehen, so der 79-Jährige. "Ich wollte sie attraktiv machen. Man muss ja nicht immer fürs Theater nach Berlin fahren." 2012 wurde entschieden, das Festival zu vergrößern. Mit dem Teatro mobile kam das Theater auf die Marktplätze in der Region.

Als die Idee stand, habe jedoch die "schwierige Phase" begonnen, so Peter Schroth, der nicht nur am Theater, sondern auch als Dozent an einer Berliner Schauspielschule tätig war. Sponsoren und Unterstützer mussten gefunden werden. Mittlerweile gibt es Geld von der Kommune, vom Landkreis und vom Land, ist der Festspieldirektor stolz. Ebenso auf die rund 80 Unternehmen, wie das Landgestüt Neustadt und Privatpersonen, welche die Schöller-Festspiele finanziell oder tatkräftig unterstützen. "Es war eine lange Aufbauarbeit, alle ins Boot zu holen." Bei der Galanacht am 27. Juli will Schroth allen Gönnern danken. Bewährte Kooperationspartner seien zudem das Landestheater Cottbus und die Neue Bühne Senftenberg, die Technik und Techniker stellen. "Anders geht es nicht."

Daher kann das Festival auch nur in den Theaterferien stattfinden. Zumal es sogar bei den Stücken eine Zusammenarbeit mit den Theatern gibt. "Die Nachnutzung ist ein erstrebenswertes Modell, auch wenn es nicht immer möglich ist", so Schroth. Denn gezeigt werden ausschließlich Komödien. "Daran halten wir streng fest." Doch Komödien seien eine schwere Form, verrät der Fachmann. "Sie müssen gut gemacht sein, damit sie locker rüber kommen." Das ganze Jahr über schaut Schroth, welche Stücke zu den Festspielen passen könnten. "Bei nur neun Spieltagen sollte tunlichst kein Bock geschossen werden, das wäre verbranntes Geld." Umso mehr freut sich Schroth auf die Jubiläumsfestspiele und die Gespräche mit Zuschauern.

Programm derSchöller-Festspiele

"Dirty Dancing" ist am 19. und 20. Juli im Schlosspark Kampehl zu sehen. Im Schloss ist eine Fotoausstellung.

Am 21. und 28. Juli gibt es Familiennachmittage im Schlosspark Kampehl.

"Zärtlichkeiten unter Freunden" gibt es am 23. Juli in Kyritz, am 24. Juli in Demerthin und am 25. Juli in Wusterhausen, wo am 26. und 27. Juli auch "Pension Schöller" gespielt wird.

www.schoeller-festspiele.de

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