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Futsal
Schwarz-Weißer Jubel

Matthias Haack / 03.12.2019, 17:34 Uhr
Kyritz (moz) Einen so engen Einlauf hatte es lange nicht mehr bei einer Endrunde gegeben. Sowohl der BSV Zaatzke als auch der MSV Neuruppin I marschierten makellos durch die vier Partien. Dann aber kam es zum Showdown. Einen kleinen Vorteil hatte Zaatzke, denn die Tordifferenz von +14 sprach für das Team von Christian Pistol/Christian Obst. Der MSV hatte +12 aufzuweisen. Kassiert Zaatzke keinen Treffer, dann ist er Kreismeister.

Aber diese Rechenspiele ließ Schwarz-Weiß gar nicht zu. Mit offenem Visier versuchten beide Mannschaften, als Sieger aus ihrer  letzten Begegnung zu kommen. Drückte zunächst der MSV etwas mehr, so verlegte der BSV ab dem zweiten Drittel der Spielzeit das Geschehen in die Hälfte des Gegners. Höhepunkt: Ein Lattentreffer von Mio Pistol. Die Spannung hielt bis zum Abpfiff. Ein Tor fiel nicht mehr. In allen anderen 14 Begegnungen war wenigstens ein Treffer gefallen – im Gesamten sogar 49.

Oskar Glaser hatte schon im das sehenswerte Turnier einleitenden MSV-internen Duell zum 1:0 eingenetzt. Bis auf den Gegentreffer vom Breddiner Rafael Mader bedeutete dies das einzige Gegentor für Keeper Finn Wichura. Der MSV I stellte die älteste Mannschaft (acht Jahre), die jüngste brachten Neustadt und der MSV Neuruppin II aufs Parkett der Kyritzer  Sporthalle. Im Durchschnitt sieben Jahre.

Jüngster Kicker erst fünf Jahre

Das Küken trug am Sonntagvormittag jedoch Rot. Hose bis weit unters Knie. Im Einklang mit den hoch gezogenen Stutzen wurde kein Blick auf die Haut gewährt. Kurze Ärmel. Rote Haare. Schelmischer Blick: War Pepe Lorenz am Ball, raunten die Zuschauer über die Trippelschritte des Kleinsten. Fünf Jahre ist er alt und hatte im finalen Duell sogar maßgeblichen Anteil am 2:1-Erfolg. Lino Bethke – mit sechs Jahren ebenso einer der Jüngsten – markierte einen Treffer und auch Pepe unter dem tosenden Applaus.

Dass Zaatzke sich den ersten Titel dieser Saison im Fußballkreis erspielte, kam für zwei Experten nicht ganz überraschend.

Erstens: Jens Reckmann weilte als Beobachter im Publikum. Er gehört zum Trainerteam im DFB-Stützpunkt Prignitz/Ruppin. Die Namen mehrere Talente tauchten in seinem Notizbuch auf. Klar, dass mindestens zwei Zaatzker dazugehören. Der eine bestach durch eine in diesem Alter erstaunliche Dynamik, der andere durch technische Raffinessen. Mio und Cody eint: Beide erzielten jeweils sieben Tore. Sie unterscheidet: Der Kleinere ist Linksfuß.

Zweitens: Christian Pistol coacht mit Christian Obst ein Team, das 2018 bereits den Titel bei den Bambini geholt hatte. "Vier sind noch dabei", analysierte der Trainer. Insgesamt kommen 14 Kinder zum Training, der zweimal wöchentlich angeboten wird. Nur sieben waren es zum Saisonstart gewesen, der Boom fußt auf dem Erfolg in den Punktspielen, zeigt sich Pistol begeistert von der Euphorie bei den Jüngsten. Zaatzke legte mit sieben Siegen aus sieben Partien eine makellose Freiluftserie hin. Zudem lassen Obst/Pistol seit zwei Wochen im Hallentraining gezielt Futsal spielen, also kein Hallenfußball. "Die ganzen offiziellen Turniere sind ja ohnehin im Futsal, also bereiten wir die Mannschaft entsprechend vor."

Einen wesentlichen Fakt führt der Zaatzker Coach an: Sieben unserer Spieler haben Eltern, die aus dem Fußball kommen. "Das sieht man sowohl an den Fähigkeiten als auch an der Einstellung."

"Wir haben zwar am Morgen  noch eine Absage wegen Krankheit bekommen", blickte Pistol auf den schmalen Kader von nur sieben Akteuren, "aber die Mannschaft hat das super gewuppt. Unser Caspar ist ja erst sechs", demnach bis zu zwei Jahre jünger als die Konkurrenz. Eine Belohnung schwebt Christian Pistol schon vor Augen. "Das kann ich aber noch nicht verraten."

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