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Volleyball
Handicap bremst Fortunas Wachstum aus

Matthias Haack / 19.05.2020, 07:15 Uhr
Kyritz (moz) Vor einer gewaltigen Aufgabe steht der Volleyball nach wie vor: Er hat weitaus mehr Mühe als andere Sportarten, um Nachwuchs zu rekrutieren. Zeitweise klappt das hier und da, nur drückt das Durchschnittsalter allen Mannschaften erheblich den Stempel auf. Im Kreis Ostprignitz-Ruppin gibt es lediglich drei Spielklassen – Frauen, Männer und Mixed. Auf Landesebene halten Medizin Wittstock (Herren), Lindow-Gransee (zwei Herrenteams) sowie Fortuna Kyritz die Fahne hoch. Auf Bundesebene schlägt Lindow-Gransee mit seinem ersten Sechser glänzend auf. Allerdings spielt derzeit kein Eigengewächs für den Zweitligisten.

Fortuna Kyritz geht den Weg mit eigenen Akteuren. Gelten die Herren als so stark, dass sie im Normalfall zur Landesliga aufsteigen müssten, "wenn uns nicht wieder so viele Ausfälle bevorstehen", schränkt Vereinschef Gerd Jastrow ein. Sein Team lag auf Tabellenplatz vier (zehn Punkte Rückstand auf den zweiten Aufstiegsrang) als die Serie im März abgebrochen wurde. Drei Partien standen noch aus. Was im weiblichen Bereich beim VC Fortuna derzeit passiert, ist herausragend: Von einem Boom will Gerd Jastrow nicht sprechen. Eher führt er das ungewöhnlich große Interesse auf die kontinuierliche Trainingsarbeit zurück. "Uns reicht die Spielpraxis nicht aus", begründet Jastrow, warum der VC Fortuna seiner Landesliga-Mannschaft einen zweiten Sechser als Unterbau geben will. "Wir haben unsere weiblichen U-Mannschaften in der Brandenburgliga zu laufen. Nur werden darin lediglich drei, vier Spieltage angeboten. Trainer und Team wollen mehr." Daher begibt sich Kyritz auf einen neuen Weg. Kein unbekannter, denn die anderen Zentren im Land Brandenburg zeichnen vor, wie mehrere Vereinsmannschaften am Leben gehalten werden. Beim SC Potsdam sind inzwischen sieben Frauensechser am Start – allerdings ist der SCP mit mehr als 4 000 Mitgliedern der größte Sportverein in der Mark. In der Stadt Brandenburg/Havel (72 000 Einwohner) oder dem Panketaler Gemeindeteil Zepernick (14 000 Einwohner)  bringen die Sportvereine jeweils vier Frauenteams ans Netz.

Jastrow liegt die Bereitschaft von 14 Jugendspielerinnen vor, die im Landesklasse-Team dabei sein wollen. Hinzu kommen vier routinierte Spielerinnen. Parallel zu den vermutlich 20 Punktspielen sollen die Talente in ihren U-Teams eingesetzt werden. Das klappt, weil der Nachwuchs im Regelfall sonntags in Aktion ist, die Frauen dagegen sonnabends. "Was noch ungeklärt ist", so der Vorsitzende, "wir haben die Trainerfrage noch nicht gelöst. Das ist generell eines der ganz großen Probleme – heute und auch morgen. Es gibt zu wenige Übungsleiter." An einer Trainer-Ausbildung nahm zwar ein Paar vom VC Fortuna teil. Doch wegen der Corona-Krise wurde der Kurs abgebrochen.

Ein zweites Sorgenkind stellt die Struktur in den Teams dar. "90 Prozent der Spielerinnen besuchen das Gymnasium. Sie schlagen danach normalerweise den Weg zum Studium ein, sind demnach weg. Wir wollen ihnen auch deshalb mit der zweiten Mannschaft eine Perspektive bei uns geben." Zulauf bekommt Fortuna zuhauf. 150 Aktive zählt der Verein, permanent stoßen Kinder dazu, gehen aber auch wieder. Entscheidend ist, dass "wir auf der Suche nach Übungsleitern sind", unterstreicht Jastrow. Mit diesen steht und fällt das Konstrukt.

Keine Bauchschmerzen hat der Chef beim Besetzen der Partien mit Schiedsrichtern. "Da haben wir etliche im Anschlag. Sie hatten wir als D-Schiedsrichter ausgebildet", also in der untersten Kategorie. Ebenso sieht er den Sprung ins neue Zeitalter der Spielberichte als wenig stolpergefährlich an. Ab neuem Jahr sind die handgeschriebenen Spielberichtsbogen vom Tisch. Stattdessen werden die Daten zu den Begegnungen online eingepflegt, so wie in höheren Spielklasse schon gang und gäbe. Die Heimstätte des VC Fortuna ist diesbezüglich noch ein weißer Fleck auf der Landkarte. Jastrow befürchtet, dass im Sport- und Kulturzentrum bis zum Saisonstart ein Internetanschluss nicht installiert ist. "Es wird wohl über den Hotspot eines Handys laufen müssen."

Meldungen für dieneue Saison

Landesliga Nord: SC Potsdam III, Motor Hennigsdorf, Werderaner VV, SFB 94 II/Nauen, SG Einheit Zepernick III, Fortuna Kyritz, Blau-Weiß Brandenburg II, Blau-Weiß Brandenburg III, SC Potsdam IV, Havel Oranienburg II Abmeldungen: VC Herzberg und Energie Cottbus IV

Landesklasse Nord: Einheit Zepernick IV, Blau-Weiß Brandenburg IV, Sportfreunde Brandenburg 94, SC Potsdam V, VI und VII, VC Schlafmützen, Blau Weiß Heinersdorf, Belziger SG Einheit, SC Potsdam VI, Motor Hennigsdorf II, Fortuna Kyritz IIAbmeldung: VSB Eisenhüttenstadt IINeulinge: SC Potsdam VII, Motor Hennigsdorf II, VC Fortuna Kyritz II, SV Blau Weiß 07 Spremberg, TKC Wriezen (beide in anderer Staffel)

In der Kreisliga Ostprignitz-Ruppin angemeldet: MSV Neuruppin, SV 90 Neuruppin, Eintracht Alt Ruppin sowie mit einem Gastspielrecht ausgestattet VSV Gransee

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