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Kitabetreuung
Nicht genügend Kapazitäten für alle Kinder in OPR

Viele Träger und Einrichtungen können die Nachfrage der Eltern und die Vorschriften nicht unter einen Hut bringen.
Viele Träger und Einrichtungen können die Nachfrage der Eltern und die Vorschriften nicht unter einen Hut bringen. © Foto: Jens Büttner
Ulrike Gawande und Markus Kluge / 23.05.2020, 07:30 Uhr - Aktualisiert 23.05.2020, 21:04
Ostprignitz-Ruppin (MOZ) Ab Montag sollen alle Kinder, wenn die Kapazitäten es erlauben, wieder in die Kita gehen können – mindestens an einem Tag pro Woche für vier Stunden. Viele müssen aber daheim bleiben, denn einige Kitas haben weder den Platz noch das Personal die Betreuung unter den Corona-Regeln umzusetzen. Bevorzugt sollen Kinder betreut werden, die vor der Einschulung stehen. Die Umsetzung überlässt das Land den Kreisen, die sie an Kommunen weitergeben können. Ostprignitz-Ruppin hat die Verantwortung an die Träger abgegeben.

Temnitz-Amtsdirektor Thomas Kresse sieht in der tageweisen Betreuung kein gutes Angebot für Eltern. Sein Amt betreibt sechs Kitas mit 365 Plätzen. Unter den geltenden Hygiene-Vorschriften und den Regeln zur Gruppengröße (Krippe sechs, Kita zehn und Hort 15 Kinder je Gruppe) können nur 230 angeboten werden. Daher plädiert er für ein Modell wie es Sachsen ermöglicht. Dort besuchen alle Kinder in festen Gruppen, die keinen Kontakt zueinander haben, die Kitas. Die neuen Regeln bezeichnet Fehrbellins Bürgermeister Mathias Perschal (SPD) als katastrophal: "Der Schul- und Kita-Betrieb ist mit den Sicherheitsvorschriften nicht umsetzbar." Die Bolte-Grundschule müsse mit Schülern in die Rhinhalle ausweichen, um dem Bedarf gerechter zu werden. Eine Familie aus Fehrbellin darf ihr Kind nicht einmal stundenweise betreuen lassen. Sie hat eine Absage bekommen: "Seit über zwei Monaten geht unser Sohn nicht zur Vorschule und jetzt gibt es keine Aussicht, dass er gehen kann. Er ist sechs Jahre alt und sollte eingeschult werden." Unter diesen Umständen würden sie und andere Eltern überlegen, ob eine Einschulung 2021 nicht sinnvoller ist.

Der Kreisverwaltung sei bewusst, dass die Situation in den Kitas angespannt ist, so Kreissprecher Alexander von Uleniecki. Daher soll es ein Beratungsangebot von Sozial- und Gesundheitsamt vor Ort für die Einrichtungen geben, um die maximale Gruppengröße zu definieren.

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