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Vater gesteht vor Gericht Messerangriff auf Tochter

03.12.2009, 14:18 Uhr
Koblenz Vor dem Landgericht in Koblenz muss sich seit Donnerstag ein 53-jähriger Mann wegen versuchten Mordes an seiner Tochter verantworten. Der Türke soll im Juni dieses Jahres in Hachenburg (Westerwaldkreis) mit einem Messer auf seine 25-jährige Tochter losgegangen sein und sie dabei schwer verletzt haben. Vor Gericht räumte er die Tat ein, gab aber an, sich an den genauen Ablauf des Geschehens nicht mehr zu erinnern. Erst als er das Blut seiner Tochter gesehen habe, sei er wieder zu Besinnung gekommen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, insgesamt achtmal auf die junge Frau eingestochen zu haben. Zuvor soll er von dem Verhältnis seiner Tochter zu einem verheirateten türkischen Mann erfahren haben, wodurch er die Familienehre verletzt sah.

Der Angeklagte sagte vor Gericht, knapp zwei Stunden vor dem Geschehen habe ihn die Ehefrau dieses Mannes telefonisch über das Verhältnis aufgeklärt. Erbost darüber sei er zum Friseurladen seiner Tochter in der Hachenburger Innenstadt gelaufen, um sie zur Rede zu stellen. Das Messer will er nur mitgenommen haben, um ihr zu drohen. Außerdem habe er sich selbst damit verletzen wollen, um seinem Gesprächsbedarf Nachdruck zu verleihen.

Der Angeklagte sagte aus, für ihn sei es nicht nachvollziehbar gewesen, warum seine Tochter mit ihrem Verhältnis zu dem Mann, der zwei Kinder hat, eine Familie zerstöre. Zudem sei er enttäuscht darüber gewesen, dass sich seine Tochter in dieser Sache ihm nicht anvertraut habe.

Vor Gericht bestätigte die Tochter, dass sie fast acht Jahre ein Verhältnis zu diesem Mann hatte. Dieses sei jedoch inzwischen beendet. Von ihrem damaligen Geliebten sei sie aufgefordert worden, ihren Eltern nichts von der Beziehung zu erzählen. Er habe versprochen, sich von seiner Ehefrau zu trennen, wenn seine Kinder erwachsen seien.

Vor Gericht bezeichnete es die Frau als "schweren Fehler", dass sie ihre Eltern nicht früher über die Beziehung informiert habe. Die Tat hätte so möglicherweise vermieden werden können. Sie habe weiterhin ein gutes Verhältnis zu ihrem Vater, sagte sie unter Tränen. Es falle ihr nicht leicht zu verstehen, warum ihr Vater jetzt in Untersuchungshaft sitze.

Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklage von versuchtem Mord aus niedrigen Beweggründen aus. Zunächst wurden drei weitere Verhandlungstage angesetzt. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.

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