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Freyenstein und Luhme abgeschnitten

Brian Kehnscherper / 27.03.2014, 22:23 Uhr
Rheinsberg (MZV) Flecken Zechlin und Luhme sind an den Wochenenden und Feiertagen nur noch schwer mit dem Bus zu erreichen. Zumindest während der Tourismussaison führte auf der Linie 785 bisher ein Rufbus von Rheinsberg über Flecken Zechlin nach Luhme. Doch die Ostprignitz-Ruppiner Personennahverkehrsgesellschaft (ORP) hat das Angebot gestrichen. Nun haben Rheinsbergs Verwaltung und einige Abgeordnete der ORP Ideen unterbreitet, um die Linie am Leben zu erhalten. Das könnte auch anderen Kommunen helfen sein, den öffentlichen Personennahverkehr aufrecht zu erhalten.

ORP-Leiter Ulrich Steffen wollte sich am Donnerstag nicht zu dem Thema äußern und verwies an die Kreisverwaltung. Diese teilte mit, dass die Linie auf Grund mangelnder Nachfrage nicht mehr angeboten wird. Die Kosten "standen in keinem Verhältnis zur Nutzung", hieß es auf schriftliche Anfrage. "Erheblich nachfrageschwache Linienfahrten werden deshalb eingestellt, auch um nachfragestarke Linien nachhaltig bedienen zu können." Rheinsberg ist nicht die einzige Stadt, die von den Kürzungen betroffen ist.

Auch in Wittstock wird das Angebot zusammengestrichen. Die saisonale Linien 745 mit je zwei Fahrtenpaaren samstags und sonntags von der Dossestadt nach Freyenstein (Linie 745) wird ebenfalls wegen mangelnder Nachfrage eingestellt. Denn solche Angebote dienen nicht der Daseinsvorsorge, sind also aus Verwaltungssicht verzichtbar.

In Rheinsberg möchte man sich nicht damit zufrieden geben. Der Abgeordnete Freke Over fordert den Erhalt der Linie nach Luhme. "Den Sommerverkehr einzustellen ist schon ein grober Schildbürgerstreich", sagte Over im Hinblick darauf, dass Rheinsberg vor allem vom Tourismus lebt. Er hat daran auch ein persönliches Interesse - Over betreibt eine Ferieneinrichtung in dem Dorf am äußersten Nordrand des Kreises. Doch auch die Verwaltung sieht offenbar einen touristischen Bedarf an der Linie. So gab es bereits Gespräche zwischen dem Rathaus und der Kreisverwaltung. Laut Over wurden dabei mehrere Optionen erörtert. Eine davon scheint auch Anklang gefunden zu haben. So steht der Vorschlag im Raum, dass die Stadt sich an der Finanzierung der Buslinie beteiligt. Ein Teil der Kurtaxe könnte verwendet werden, um die Linien zu bewirtschaften. Grundsätzlich ist dies möglich, heißt es aus der Kreisverwaltung. Angebote, die über die Daseinsvorsorge hinausgehen, müssen im Zweifel vom "Veranlasser" bezahlt werden. "Fragen zukünftiger Angebote (...) müssen auf ihre Kostenintensität und Umsetzbarkeit sowohl verkehrlich als auch finanziell geprüft werden", hieß es von dort. Doch die Zeichen stehen gut. Eine Umsetzung sei bereits 2016 geplant. Für Freke Over genügt das nicht. Er fordert die Politik, in diesem Fall den Kreistag, auf sich Gedanken um neue Strukturen für den ÖPNV zu machen. Andernfalls drohen viele Orte die Anbindung zu verlieren.

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